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Gemeinde Schöneberg und Evangelisches Jugend- und Fürsorgewerk einigen sich auf dauerhafte Lösung

Kinderbetreuung
Kita-Rettung im Herrenhaus

Oliver Schwers / 13.01.2019, 21:08 Uhr
Felchow (MOZ) So schnell wie möglich soll die Felchower Kita ins Gutshaus des Dorfes einziehen. Auf diese Lösung einigten sich Bürgermeister und Evangelisches Jugend- und Fürsorgewerk bei einem vom CDU-Bundestagsabgeordneten Jens Koeppen einberufenen Vor-Ort-Termin mit der Landrätin.

Die Zeit drückt. Wenn nicht in wenigen Wochen der Kita-Betrieb in Felchow wieder aufgenommen wird, droht eine generelle Schließung der Einrichtung. Die bisher genutzte alte Dorfschule fällt aus, weil eine Sanierung der gefährdeten Dachkonstruktion und der Zwischendecke nach Einschätzung von Baufachleuten viel zu teuer wäre. Es würde einem Kita-Neubau gleichkommen. Von den Eltern vorgeschlagene Stützvorrichtungen in den Innenräumen wurden abgelehnt.

Seit fast einem Vierteljahr fährt das Evangelische Jugend- und Fürsorgewerk (EJF), das einst die Kita von der Gemeinde übernommen hat, alle 17 Kinder per Shuttle nach Schwedt in eine andere Einrichtung. Auf Dauer zu teuer und auch nicht gewollt. „Wenn wir nicht bald etwas tun, laufen uns die Eltern weg“, so Vater Guido Neumann. „Es ist wie ein Pingpong-Spiel, man bekommt nie richtige Fakten auf den Tisch. Wir stehen jetzt so schlau da wie im Oktober.“ Der Ärger der Eltern ist groß. Sie wollen ihre Kinder auf keinen Fall nach Pinnow oder Schwedt bringen, sondern die liebevoll betriebene Kita in Felchow erhalten.

Das will auch die Gemeinde. Der Schöneberger Bürgermeister Wilfried Schramm und der Felchower Ortsvorsteher Sven Golling sehen den schnellen Umzug ins gegenüberliegende Gutshaus als einzig brauchbare Lösung. Und zwar nicht nur provisorisch, sondern als Dauerlösung. Was fehlt, sind geeignete Sanitäreinrichtungen für die Kinder. Doch nach einer Vor-Ort-Begehung auf Einladung des CDU-Bundestagsabgeordneten Jens Koeppen und Uckermark-Landrätin Karina Dörk ist man sich fix einig: Eine alte Küche kann herausgenommen werden, um für Toiletten Platz zu schaffen. Eltern würden helfen. Der Umbauaufwand halte sich in Grenzen.

„Das EJF muss jetzt beim Kreisbauamt eine Umnutzung beantragen“, verlangt Bürgermeister Wilfried Schramm. Die Gemeinde werde einen Beschluss zum Umzug vorbereiten, notfalls in einer Sondersitzung. Landrätin Karina Dörk verspricht, Hilfe über ihre Behörde zu leisten. „Wir sind froh über jeden Kita-Träger.“ Das Fürsorgewerk bekennt sich zu der neuen Lösung, will auch im Herrenhaus die Einrichtung weiter betreiben. Allerdings würden noch Unterlagen für einen Umnutzungsantrag fehlen, so Frank Hinz vom EJF. Er stehe mit dem Amt Oder-Welse in Kontakt. Deren Verwaltung war zum Termin nicht geladen, soll aber künftig beteiligt werden. Aufgrund des Streits um die Eingemeindungsverhandlungen von Schöneberg und Schwedt sei das Verhältnis mit dem Amt sehr schwierig, so Jens Koeppen. „Wenn der Bürgerwille vollzogen worden wäre, dann würden wir jetzt hier nicht sitzen müssen“, ärgert sich der ebenfalls erschienene SPD-Landtagsabgeordnete Mike Bischoff.

Was der Umbau im Herrenhaus kostet, lässt sich bislang nur abschätzen. Angebote von Firmen müssen noch eingeholt werden. Das Büro von Jens Koeppen will dabei unterstützen. Auch die Gemeinde würde sich beteiligen, handelt es sich doch um die eigene Immobilie. Was aus dem bisher genutzten Gebäude werden soll, ist derzeit unklar.

Die Eltern bleiben mit der Sorge zurück, dass sie den Wettlauf mit der Zeit verlieren. „Wir haben aber die Hoffnung nicht aufgegeben“, so Guido Neumann.

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