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Kündigung
Neuer Betreiber für den Wochenmarkt gesucht

Eine junge Frau hält auf dem Wochenmarkt eine Avocado in ihrer Hand, davor sind Granatäpfel zu sehen.
Eine junge Frau hält auf dem Wochenmarkt eine Avocado in ihrer Hand, davor sind Granatäpfel zu sehen. © Foto: Andreas Arnold/dpa
Christian Schönberg / 16.01.2019, 16:17 Uhr
Rheinsberg (MOZ) Die Stadt Rheinsberg hat den Vertrag mit dem bisherigen Betreiber des Wochenmarkts gekündigt. Zum 1. März soll es damit einen Neuanfang geben, der nach Hoffnungen von Bürgermeister Frank Schwochow (BVB/Freie Wähler) mehr Schwung ins Angebot bringen soll.

„Wir haben in der Stadt auf jeden Fall die Klientel, die gern solch einen Markt will“, sagte er am Dienstag. Der alte Vertrag stamme aber noch aus dem Jahr 2005. Nach 13 Jahren sei es schlichtweg Zeit für einen Neustart. „Es ist unser Ziel, den Markt neu zu beleben“, so der Rathaus-Chef. Wenn er woanders einen Markt besucht habe, sei deutlich geworden, dass in Rheinsberg diesbezüglich Luft nach oben sei. „Wir müssen mit dem Markt attraktiv bleiben“, so der Bürgermeister. Mit Textilien, die man auch bei kik kaufen können, sei das nicht der Fall.

Beim alten Betreiber handelte es sich um Bernd Gellesch, ein Anbieter aus Dallgow (Havelland). Er betreibt unter anderem auch Märkte in Berlin mit jeweils 120 Händlern, in Nauen, Falkensee, Birkenwerder, Strausberg und in Perleberg, wo er auch den größten Weihnachtsmarkt der Prignitz organisiert.

Die Kündigung kam für ihn völlig überraschend.  „Die Art und Weise ist schon sehr merkwürdig“, sagte er am Dienstag dem RA. Er hätte erwartet, dass vor solch einer einseitig angekündigten Vertragsauflösung nach so langer Zeit erst einmal miteinander geredet wird. Dazu ist es aber nicht gekommen, sagte Gellesch.

Über Umwege habe er dann davon erfahren, dass es eine Neuausschreibung gebe – und sich erneut beworben. Für heute sei dann ein Gespräch geplant gewesen. Seine Hoffnung: Dass er noch einmal zum Zuge kommen würde. Doch die Interview-Anfrage des RA ließ ihn noch einmal im Rathaus telefonisch nachfassen – mit der Info, dass der Auftrag längst vergeben sei. „Auch das ist äußerst merkwürdig“, sagte er. Er sei seit 30 Jahren im Geschäft. Und normalerweise sei es so, dass auf seine Angebote schriftlich reagiert wird – gegebenenfalls eben ablehnend. Aus Rheinsberg kam nichts, erst auf Nachhaken das Gesprächsangebot, dass ihm aber nun nichts mehr bringe: „Den langen Weg werde ich mir nun sparen können“, sagte er.

Ihm zufolge ist Rheinsberg für einen Wochenmarkt ein schwieriges Pflaster. „Man kann es mit anderen Orten schwer vergleichen“, sagt Gellesch. Er konnte für 2 400 Euro im Jahr den Markt betreiben – Geld, das aber kaum wieder einzunehmen war. Offenbar fehle es an Kaufkraft, um attraktive, zahlungskräftige Händler anzulocken. So habe er viel in Werbung investiert, um gute Standbetreiber zu gewinnen. Es sei ihm bisweilen auch gelungen, sie zu „verpflichten“, wie er sagt: „Aber nach 20 Euro Umsatz am Tag, haben sie gesagt: ‚Da fahre ich in Gottes Namen nicht mehr hin.’“ Er habe dennoch immer „allgemein“ das Interesse weiter verfolgt, das Standbein Rheinsberg nicht aufzugeben – bis jetzt die Kündigung kam.

Wer der neue Betreiber wird, wollte Schwochow am Dienstag noch nicht sagen, da der Vertrag noch nicht unterzeichnet sei. Allerdings wird der Markt weiter für die Kunden da sein. Eine Unterbrechung soll es in der zweimonatigen vertragslosen Zeit nicht geben. In Rheinsberg findet der Wochenmarkt jeden Mittwoch und Sonnabend auf dem Kirchplatz von 8 bis 15 Uhr statt.

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