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Konferenz
Kinder wollen mehr Spielplätze

Martin Stralau / 17.01.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 17.01.2019, 08:08
Strausberg (MOZ) 90 Kinder und Jugendliche haben sich bei der zehnten Strausberger Kinderkonferenz am Mittwoch in der Tonhalle mit ihren Beteiligungsmöglichkeiten in der Stadt beschäftigt. Die Veranstaltung diente auch als Vorbereitung auf die Wahlen des Kinder- und Jugendparlaments.

Bei welchen Themen kann ich mich an meiner Schule und in Strausberg bereits heute einbringen und mitbestimmen und bei welchen Themen gibt es Nachholbedarf? Welche bestehenden Regeln müsste die Stadt nachbessern, welche sind in Ordnung? Welche Kinderwünsche sollten umgesetzt werden? Mit Fragen wie diesen haben sich 73 Strausberger Grundschüler bei der vom Kinder- und Jugendparlament Strausberg (KJP) veranstalteten Kinderkonferenz in fünf Workshops beschäftigt. 15 KJP-Mitglieder unterstützten sie.

Gleich zwei Workshops widmeten sich dem Thema Spielplätze. Bei einem Spielplatzcheck-Workshop kam heraus, dass an mindestens drei Orten in der Stadt Spielplätze gewünscht sind: im Bereich Kastanienallee bei den Stadtwerken, an der Ecke Fontanestraße/Leistikowweg sowie im Bereich Friedrich-Engels-/Karl-Marx- und Waldemarstraße. Was die Spielplatzordnung der Stadt betrifft, mit der sich ein anderer Workshop beschäftigte, waren sich die Kinder einig, dass die Vorschriften sinnvoll sind. Das brachte unter anderem Amélie (10) aus der Grundschule am Wäldchen bei der Ergebnispräsentation zum Ausdruck. Weder am Hunde- noch Verbot für laute Musik hatten die Kinder etwas auszusetzen, einen Verbesserungswunsch gab es aber: Die Ausweitung der Öffnungszeiten der Spielplätze auf die Zeitspanne 7 bis 21 Uhr statt wie bisher 8 bis 20 Uhr.

Yahel Viering, seit einem Jahr Mitglied im Kinder- und Jugendparlament und einer der Workshop-Moderatoren, war zufrieden mit der Konferenz. „Wir haben sehr gute Ergebnisse erzielt, an deren Umsetzung wir als Parlament nun arbeiten wollen“, sagte er. Er freute sich auch darüber, dass viele Kinder ihre Bereitschaft signalisierten, dass Parlament zu unterstützen.

Zu ihnen zählen Lea, Mia und Marci aus der Klasse 6b der Grundschule am Wäldchen. Während die anderen Workshops von Sozialarbeitern und Lehrern geleitet wurden, hatten die drei Mädchen im Kurs „Was geht? Beteiligung in der Schule“ den Hut auf. „Sie haben sich mit ihrer Schulsozialarbeiterin darauf vorbereitet, haben Gesetze gelesen und Interviews geführt“, hatte Strausbergs Kinder- und Sozialarbeiterin Anja Looke ein Sonderlob für sie parat. „Ich fände es toll, wenn sie Mitglied im Kinder- und Jugendparlament werden würden“, sagte sie. Eine Kandidatur können sich alle drei vorstellen, wie sie erzählten.

Das Parlament wird am 20. Feb-ruar in den Schulen gewählt. Derzeit hat es zwölf feste Mitglieder, 32 können es maximal sein. Anja Looke würde sich wünschen, dass diese Zahl mit der Wahl erreicht wird, denn durch den neuen Paragraphen 18a in der Brandenburger Kommunalverfassung soll das Parlament mehr Mitentscheidungsrechte erhalten. Um die Arbeit besser zu verteilen, werden mehr Schultern gebraucht. Perspektivisch kann sich Anja Looke vorstellen, dass das Parlament über ein eigenes Fördermittelbudget verfügt und Kinder und Jugendliche für ihre Altersgruppe Geld bewilligen. „Vielleicht so in fünf Jahren.“ Damit die Wahlen reibungslos über die Bühne gehen, befasste sich einer der Workshops mit deren Ablauf. Hier wurden auch Wahlhelfer aus den Reihen der Schüler benannt.

Die Stadt indes will eine Beteiligungssatzung erarbeiten, in der festgelegt ist, in welcher Form Kinder und Jugendliche bei politischen Entscheidungen miteinzubeziehen sind. Zu diesem Thema ist am 12. März für Stadtverordnete und Verwaltungsmitarbeiter ein Fachtag geplant.

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