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Brexit
Mehr Vorrat an Druckerpatronen für den Ernstfall

Die britische Premierministerin Theresa May spricht während einer Debatte vor einem Misstrauensvotum gegen ihre Regierung, das von Oppositionsführer Corbyn beantragt wurde.
Die britische Premierministerin Theresa May spricht während einer Debatte vor einem Misstrauensvotum gegen ihre Regierung, das von Oppositionsführer Corbyn beantragt wurde. © Foto: Mark Duffy/UK Parliament/dpa
Ina Matthes / 17.01.2019, 09:30 Uhr
Bernau (MOZ) Kommt ein harter Brexit oder nicht? Die Verunsicherung in der Berliner und Brandenburger Wirtschaft ist groß. Die einen warten ab, andere stocken Vorräte auf oder verlagern Aufgaben.

Ingolf Meese hat die Debatte im britischen Parlament im Internet verfolgt und ist „erschüttert.“ Mit seiner Firma Märkische Schülerreisen aus Bernau reisen jährlich rund 18.000 Schüler nach England. „Meine Sorge ist, dass sich die Einreisebestimmungen schlagartig verschärfen könnten“, sagt Meese. Darauf könne sich niemand vorbereiten, da ja keiner wisse, was komme. Ein Ausstieg ohne Abkommen könnte vor allem Schüler unter 18 Jahren treffen, die in Deutschland leben, aber keinen deutschen Pass besitzen. Für sie gibt es derzeit eine Regelung, die Reisen vereinfacht.

Auch Brandenburgs Luft- und Raumfahrtbranche sieht verunsichert nach London. „Je kleiner die Unternehmen sind, desto schwieriger ist ihre Situation,“ sagt Andreas Timmermann, Geschäftsführender Vorstand der Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz. Kleine Firmen hätten meist keine großen Rechtsabteilungen, die sich mit neuen Regelungen befassen. Sie verfügten auch nicht über ausreichend Personal, das Zollformalitäten abwickelt, wenn es zum harte Ausstieg kommt. Das größte Unternehmen dieser Branche in Brandenburg, der Triebwerkshersteller Rolls-Royce in Dahlewitz, bereitet sich offenkundig vor. Die Tochter des britischen Konzerns arbeitet mit der Europäischen Agentur für Flugsicherheit EASA daran, die Verantwortung für Musterzulassungen und als Entwicklungsbetrieb für große Triebwerke aus Großbritannien nach Dahlewitz zu transferieren. Eine Verlagerung von Arbeitsplätzen sei damit nicht verbunden, sagte ein Sprecher.

Der Berliner Produzent von Tiefkühl-Pizzen, Freiberger GmbH, stockt die Vorräte an Fertigwaren in seinen britischen Lagern auf. Das britische Tochterunternehmen habe mit Lieferanten vereinbart, die Bestände an Rohwaren und Verpackungsmaterial zu erhöhen – bis hin zu Druckerpatronen für die Produktcodes, sagte eine Sprecherin. „Die Unternehmen sind aufgerufen, sich auf den Worst Case vorzubereiten“, heißt es bei den Unternehmerverbänden Berlin-Brandenburg (UVB). Alle Befragten hoffen eines: dass es so weit nicht kommt.

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