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Zeitgeist
Ein erstaunliches Werk in der digitalen Welt

Thomas Messerschmidt / 17.01.2019, 10:00 Uhr - Aktualisiert 18.01.2019, 11:12
Werder (Havel) (MOZ) „Über 350.000 verschickte Tweets bei Twitter und 240.000 Foto-Uploads auf Facebook“ seien Beispiele dafür, was jede Minute weltweit im Internet passiert, schilderte Robert Wüst als Präsident des Handwerkskammertages, der die Interessen der drei Handwerkskammern und ihrer Mitgliedsbetriebe im Land Brandenburg vertritt. Noch beeindruckender ist das Minuten-Aufkommen verschickter E-Mails (156 Mio.), WhatsApp-Nachrichten (29 Mio.) und hochgeladener YouToube-Videos (400 Stunden)… – wohlgemerkt pro Minute.

Die Welt ist digital geworden. Und Brandenburger (Handwerks-) Unternehmen können es auch werden. Die Digitalisierung, so Wüst, sei zwar bei jeder Veranstaltung ein Grundthema, doch habe er bislang vermisst, sie fassbar zu machen. Digitalisierung bedeute ja nicht nur, eine Homepage zu haben. Die Wissenslücken soll das im Bahnhof Werder (Havel), Eisenbahnstraße 109, angesiedelte „Digitalwerk“ schließen. Absichtlich wurde es nicht an der beteiligten Technischen Hochschule Brandenburg (THB) platziert, um mögliche Hemmschwellen beim Betreten und Nutzen einer Hochschule zu vermeiden. Das Digitalwerk  unterstützt kostenfrei kleine und mittlere Unternehmen in Brandenburg bei der Digitalisierung, macht an praxisorientierten Erlebnisstationen, in Workshops und Veranstaltungen digitale Technologien erlebbar.

Das Digitalwerk in Werder (Havel) – aufgebaut vom Institut für Innovations- und Informationsmanagement der THB – ist eröffnet!  Es unterstützt kostenfrei kleine und mittlere Brandenburger Unternehmen  bei der Digitalisierung, macht an praxisorientierten Erlebnisstationen, in Workshops und Veranstaltungen digitale Technologien erlebbar.
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„Die Digitalisierung ist nichts Geringeres als die Dampfmaschine des 21. Jahrhunderts: Kein Unternehmen, kein Wirtschaftszweig kann es sich leisten, das Thema auf die lange Bank zu schieben“, beschwor Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach den vielen Eröffnungsgäste. Insbesondere für märkische Handwerksbetriebe sei mit dem Digitalwerk eine Anlaufstelle entstanden, um die Möglichkeiten der Digitalisierung besser nutzen und individuelle Digitalisierungsschritte planen zu können.

Auch oder gerade weil die Auftragsbücher im Handwerk aktuell gut gefüllt seien, dürfe der Blick für Optimierungsprozesse nicht verloren gehen, beteuerte Wüst und motivierte die brandenburgischen Handwerksbetriebe, „das Fachwissen der Digitalisierungsexperten in Anspruch zu nehmen und den damit verbundenen Wettbewerbsvorteil für ihre Unternehmensentwicklung zu nutzen.“ In Richtung  Wirtschaftsminister sprach Wüst: „Die Digitalisierung wird allerdings nur funktionieren, wenn wir überall Breitband haben.“ Es könne nicht sein, dass es allein auf „meinem Arbeitsweg zwischen Pritzwalk und Potsdam acht Funklöcher gibt.“

Fortschrittliches Denken kann man dem Brandenburger Wirtschaftsministerium nicht absprechen. Schließlich ist das Digitalwerk ein Teil seines strategischen Handlungsrahmens, um die Digitalisierung der märkischen Wirtschaft voranzutreiben. Aufgebaut wurde das neue Zentrum vom Institut für Innovations- und Informationsmanagement der THB. Umgesetzt wird das Projekt in enger Zusammenarbeit mit den brandenburgischen Kammern, Verbänden und der Wirtschaftsförderung des Landes Brandenburg (WFBB). Gefördert wird es mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Neben Halb- und Ganztagsveranstaltungen wird es auch sehr kurze „digital to go“-Formate geben. Dabei wird eine digitale Lösung – beispielsweise Personalplanung, E-Rechnung, 3-D-Druck oder Kundendatenverwaltung, in 15 Minuten erklärt. An 19 (geplanten und fünf bereits  eingerichteten) Erlebnisstationen können neueste digitale Lösungen anhand von Praxisfällen selbst ausprobiert und gemeinsam durchgespielt werden.

Im Land Brandenburg gibt es bereits zwei weitere Anlaufstellen zur Digitalisierung: das Innovationszentrum Moderne Industrie und das Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum, beide angesiedelt in Cottbus. Die Zentren sind sehr gut nachgefragt, jedoch vornehmlich von mittelgroßen Unternehmen. „Das Digitalwerk schließt eine Lücke. Speziell für kleine und sehr kleine Betriebe wird hier eine Brücke ins digitale Zeitalter gebaut“, versichert Minister Steinbach.

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