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Mieter fassungslos
Fahrstuhl im Hochhaus weitere zwei Wochen gesperrt

Wiebke Wollek / 17.01.2019, 19:35 Uhr
Hennigsdorf Die Reparatur des Fahrstuhls im Hennigsdorfer Hochhaus verschiebt sich um weitere zwei Wochen. Die Mieter sind fassungslos.

„Oh Gott, oh Gott, neee“, sprudelt es aus Helma Thormeyer heraus, als sie erfährt, dass der Fahrstuhl für weitere zwei Wochen stillstehen soll. In dem Hochhaus an der Stauffenbergstraße 13 wohnt die Hennigsdorferin schon seit 1971. Mit ihrem kleinen Sohn zog die heute 82-Jährige damals in das neue Gebäude. „Es war eine Auszeichnung, so eine Wohnung zu kriegen. Hier haben auch viele Ärzte gewohnt. Ich habe mich immer wohl gefühlt“, sagt sie. Dass der Fahrstuhl fehlt, spürt die Rentnerin täglich, auch wenn sie nur zwei Treppen hochsteigen muss.

Wegen einer kaputten Antriebswelle geht seit dem 22. Dezember nichts mehr. Seit kurz vor Weihnachten haben einige stark mobilitätseingeschränkte Mieter ihre Wohnung nicht verlassen. Die Hennigsdorfer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) bedauert den Ausfall des Fahrstuhls  und sorgt dafür, dass diejenigen, die nicht raus können, mit Lebensmitteln und allen notwendigen Dingen versorgt werden. Concierge Martin Dokowicz geht einkaufen und kümmert sich um alle Angelegenheiten, mit denen sich die Mieter an ihn wenden.

Eigentlich sollte der Fahrstuhl in dem elfgeschossigen Wohnhaus am Donnerstag wieder zum Laufen gebracht werden. Bei den Instandsetzungsarbeiten haben Mitarbeiter der Reparaturfirma jedoch weitere schadhafte Komponenten entdeckt, die ausgetauscht werden müssen. „Aufgrund des Alters und der Bauart des Aufzuges hat aber niemand die benötigten Teile auf Lager. Die Firma hat die Teile beim Hersteller bestellt, die Lieferzeit aber beträgt etwa 14 Tage“, berichtet der für Recht und Kommunikation zuständige HWB-Mitarbeiter Jörg Ramb.

Seit Donnerstag verbreitet sich die schlechte Nachricht wie eine Hiobsbotschaft unter den Bewohnern. „Das ist wirklich schlimm, ich wohne im fünften Stock“, klagt eine ältere Dame. Glück haben nur die jüngeren Menschen, die fit sind und nicht gerade ganz oben wohnen. „Ich habe den Fahrstuhl nur für mein Sofa beim Einzug benutzt, sonst noch nie“, sagt eine Mieterin. „Dass viele Hochhausbewohner über diese Situation enttäuscht und verärgert sind, verstehen wir nur zu gut und es tut uns sehr leid“, betont Jörg Ramb. „Wir werden alle Bewohner, die Hilfe benötigen, weiterhin nach Kräften unterstützen.“ (wol)

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