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Sanierung
Neue Folie sorgt für Schutz

Schutz vor dem Verfall: Die alte Schule im 76-Seelen-Dorf Goschen wurde kürzlich mit einer neuen Folie abgedeckt.
Schutz vor dem Verfall: Die alte Schule im 76-Seelen-Dorf Goschen wurde kürzlich mit einer neuen Folie abgedeckt. © Foto: Jörn Tornow
Larissa Benz / 17.01.2019, 20:30 Uhr
Goschen (MOZ) Die alte Dorfschule in Goschen hat eine neue Folie zur Sicherung des Dachs bekommen. Sie wurde am Mittwoch angebracht. Den Beschluss, den Schutz anzubringen, fasste die Lieberoser Amtsverwaltung bereits im Dezember. „Die neue Folie musste erst geliefert werden, außerdem hat die schwierige Witterung und die Rutschgefahr das Anbringen erst einmal nicht ermöglicht“, sagt Annette Joppich vom Bauamt.

Anwohner und Mitglied des Goschener Ortsbeirats, Ulrich Domann, ärgert sich über die Verzögerung: „In der Zwischenzeit sind da bestimmt schon wieder 80 Liter Wasser hereingeflossen“, sagt er. Er und andere Anwohner seien besorgt, da mittlerweile schon viel Feuchtigkeit in das Gebäude eingedrungen sei. Generell habe er das Gefühl, dass versucht werde, das Gebäude verfallen zu lassen. In der alten Dorfschule brannte es vor drei Jahren, die Immobilie ist seitdem unbewohnt.

Entgegen früherer Pläne soll die alte Schule in dem 76-Seelen-Dorf nun doch nicht abgerissen werden. Die Lieberoser Stadtverordnetenversammlung war zunächst dafür, das Gebäude zu beseitigen.  An der Stelle sollte ein Containerbauwerk als Versammlungsraum für die Dorfbewohner errichtet werden.

Doch der Abriss wurde durch  das Bündnis Zukunft Lieberose durchgesetzt. Es sammelte in Goschen Unterschriften für den Erhalt des Gebäudes. Etwa 85 Prozent der Einwohner haben dafür gestimmt. Auch Ulrich Domann ist Mitglied im Bündnis. „Wir wollen vor allem, dass der Gemeinschaftsraum wieder hergerichtet ist“, betont er.

Dass die abgebrannte Wohnung in dem Gebäude zunächst nicht zu ersetzen sei, sei klar. Die Amtsverwaltung will nun eine Kostenschätzung und ein Nutzungskonzept für die Sanierung in Auftrag geben.

Wichtig sei den Anwohnern auch, dass der Dachstuhl ausgetauscht wird: „Wir müssen den Verfall stoppen“, so Domann. Die Dorfgemeinschaft sei auch bereit, bei bestimmten Arbeiten zu helfen.

Das Backsteinobjekt wurde von 1914 bis 1947 als Schulhaus genutzt. Bis 1967 war dort dann ein Kindergarten untergebracht. Später zog der Konsum ein, zuletzt wurde es als Gemeindezentrum und Wohnung genutzt.

Der Brand war im Oktober 2016 im Wohnzimmer der Einliegerwohnung ausgebrochen, zwei Zimmer und der Dachstuhl brannten dabei aus.  Auch der Gemeinderaum war danach unbenutzbar.

Die damals 83-jährige Mieterin konnte sich aus dem Gebäude retten. Die Immobilie war seitdem dem Verfall ausgesetzt. Die alte Dorfschule gilt als eines der markantesten und geschichtsträchtigsten Gebäude des Dorfes, steht allerdings nicht unter Denkmalschutz.(lb/jök)

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