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Straßensanierung
Kompromissvorschlag zum Wackelpflaster

Seit Jahren ein großes Problem: Das Pflaster vor dem Jugenddorf in Gnewikow liegt so locker, dass Schneeschieber im Winter ihre Schilde dort nicht senken dürfen. Sonst bestünde Gefahr, dass die Steine aus der Straße gehoben werden.
Seit Jahren ein großes Problem: Das Pflaster vor dem Jugenddorf in Gnewikow liegt so locker, dass Schneeschieber im Winter ihre Schilde dort nicht senken dürfen. Sonst bestünde Gefahr, dass die Steine aus der Straße gehoben werden. © Foto: MOZ/Markus Kluge
Markus Kluge / 18.01.2019, 06:00 Uhr
Gnewikow (MOZ) Seit vier Jahren wackelt auf der Gnewikower Dorfstraße das Pflaster. Wann das repariert wird, kann der Kreis, dem die Fahrbahn gehört, nicht sagen. Um Schäden und Gefahren aus der Welt zu schaffen, wäre Neuruppin aber bereit in Vorleistung zu gehen.

Seit 2014 gilt im Herzen von Gnewikow für alle Fahrzeuge Tempo 10. Direkt vor dem Jugenddorf liegt das Pflaster derart locker, dass die Steine unter den Reifen klappern und die Gefahr besteht, dass sie aufgeworfen werden. Die Ursache dafür ist bis heute nicht geklärt. Klar ist nur, dass der Landkreis im Jahr 2013 diesen Abschnitt seiner K6828 hat sanieren lassen. Kurz danach haben die Stadtwerke Neuruppin an dieser Straße gearbeitet. Der Kreis glaubt, dass der Energieversorger für den Schaden verantwortlich ist. Die Stadtwerke wiederum schieben die Schäden auf den mangelhaften Zustand der Straße.

Wer Schuld an dem Schaden hat, ist trotz Gerichtsstreits und Einsatzes von Gutachtern bis heute unklar: „Es gibt kein Gutachten, welches abschließend geklärt hat, welche Ursachen zu den Schäden geführt haben und wer dafür verantwortlich ist“, teilte Britta Avantario, Sprecherin der Kreisverwaltung, mit. Der Kreis setzt stattdessen auf ein langwieriges Beweissicherungsverfahren. Bei diesem müssen zuerst alle Fakten zum Straßenbau, zu Mängeln und vieles andere gerichtssicher dokumentiert werden. „Erst, wenn das Beweissicherungsverfahren abgeschlossen ist, könnte saniert werden“, so Avantario. Einen Zeitplan dafür gibt es nicht.

„Wir in Gnewikow sind mit unserem Latein schon lange am Ende“, sagt Ortsvorsteher Olaf Matschoss, dessen Dorf seit Jahren mit der desolaten Fahrbahn und allen damit verbundenen Einschränkungen leben muss. Davon, dass an der kaputten Stelle jemals Probeschachtungen vorgenommen wurden, um der Ursache auf den Grund zu gehen, hat Matschoss bisher nichts mitbekommen. „Vielleicht gibt es ja auch gar keine Beweise dafür, wer schuld ist“, mutmaßt der Ortsvorsteher.

Die Stadt Neuruppin bemüht sich mit den Stadtwerken um einen Kompromiss, damit die Straße repariert werden kann. „Wir müssen endlich eine Lösung finden. Wenn jemand durch die lockeren Steine zu Schaden kommt, wüsste man nicht mal, wer der Schuldige ist“, so Joachim Zindler, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke. Nach seiner Meinung ist bisher schon viel zu viel Geld ausgegeben worden, ohne, dass dafür einmal die Straße aufgebuddelt und der tatsächlichen Ursache auf den Grund gegangen wurde.

Laut Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) ist Neuruppin mit den Stadtwerken bereit, in Vorleistung zu gehen und die Straße zu reparieren. Das sei kein Schuldeingeständnis, es ginge nur darum, den Schaden aus der Welt zu schaffen. Ein ähnlicher Streitfall an der Friedrich-Engels-Straße war auf diese Art schon einmal gelöst worden. „Das Vertrauen in die Stadt und in ihre hundertprozentige Tochter kann man schon haben“, so Golde. Laut Zindler können die Arbeiten in Gnewikow auch von einem unabhängigen Experten überwacht werden, der nach der Öffnung des Pflasters vielleicht endlich den Verursacher des Schadens feststellen kann.

Der Zustand der Straße verschlechtert sich von Jahr zu Jahr. In jedem Winter müssen an jener Stelle die Schneeschieber das Schild anheben, weil sonst die Gefahr besteht, dass sie die lockeren Steine aus der Fahrbahn heben. Das befürchtet Matschoss auch für diesen Winter, falls Schnee fällt. Ob und wann der Kreis auf den Kompromissvorschlag der Stadt eingeht, ist nicht klar.

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