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Brennerei
Mit Gerstensaft und Geist im Aufwind

Gabriele Rataj / 18.01.2019, 06:15 Uhr
Altlandsberg (MOZ) Das Interesse von Gästen am Schlossgut Altlandsberg wächst trotz Dauerbaustelle. Informative Runden über das geschichtsträchtige Areal, Feste im Domänenhof, Veranstaltungen in der Schlosskirche sind einige Facetten, die locken. Neu sind regelmäßige Brauereiführungen.

Das Wort „neu“ stimme nicht ganz, sagt Reinhard Wiese vom Vorstand der Sozietätsbrauerei & Brennerei Altlandsberg AG. Der eine oder andere wird sich erinnern, dass sich auch im Vorjahr schon bei Führungen zu bestimmten Anlässen eine Traube Interessierter am Treffpunkt Stadtinformation bildete. Nach Absprache und Anmeldung von Gruppen wurden solche ebenfalls organisiert.

„Jetzt aber gehen wir zu einem verlässlichen Rhythmus über“, rückt Wiese das Bild zurecht. Informationsblätter zum Mitnehmen liegen bereits am Tresen in der Stadtinformation. An jedem ersten Sonntag im Monat kann der Blick hinter die Kulissen von Brauerei und Brennerei geworfen werden, was den ein oder anderen Koste-Tropfen nicht ausschließen muss.

Zumal sich die Produktpalette der Brennerei zur Freude nicht nur der Anteilseigner in den zurückliegenden Monaten erheblich erweitert hat. Außerdem wird Bier aus Altlandsberg inzwischen auch an der Ostsee getrunken, was sich auf die Auslastung der Brauerei positiv ausgewirkt hat. Und sind nicht gefragte und wirtschaftlich arbeitende Unternehmen auf dem geschichtsträchtigen Areal Schlossgut auch für die ganze Stadt und ihre Außenwirkung wichtig?

Nach der Inbetriebnahme im Sommer 2016 und zwei Jahren Zuschussgeschäft scheint die Sozietätsbrauerei & Brennerei Altlandsberg AG jedenfalls in sicherem Fahrwasser angekommen. Man habe die anfängliche Produktion verdoppelt, heißt es vom AG-Vorstand, musste daher die Technik erweitern, Lagerkapazität erhöhen und dafür zusätzliche Biertanks installieren.

Der meiste Altlandsberger Gerstensaft allerdings – etwa 75 bis 80 Prozent – geht nach Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, nicht etwa ins Umland. „Schade eigentlich“, sagt Giselher Gudzinski – Aufsichtsratsvorsitzender der AG, die ihre Flaschen mit dem Familienwappen der von Schwerins versehen darf und deren Etiketten teilweise Zeichnungen des Altlandsberger Künstlers Johannes Karl Gotthard Niedlich zeigen.

Neben Bier aber, bei dem nach wie vor das Altlandsberger Cupfer der Renner ist (gefolgt von Edel Hell und Nachtwächterbier), gibt es eben noch die andere Schiene, die zur gegenwärtig guten Lage beiträgt. Zu den 14 verschiedenen Bränden, Geisten und Likören, von denen noch im Oktober beim Pressegespräch auf dem Schlossgut die Rede war, sind in der Weihnachtszeit passenderweise Schoko- und Bratapfellikör hinzugekommen.

Gut angelaufen sei auch etwas ganz Besonderes, zugleich ein nicht alltägliches Geschenk: der mit echtem Material angesetzte Bernstein-Schnaps. „Und jetzt legen wir einen Bärenfang nach alter preußischer Art auf“, verrät Reinhard Wiese, wie der Betrieb die eher graue und feuchte Jahreszeit versüßen will. Die regionale wie saisonale Ausrichtung der Produktpalette ist eine Möglichkeit, Interesse wachzuhalten. Ein Osterwasser werde es ebenfalls geben, schaut er voraus.

Noch etwas wird nicht vergessen zu erwähnen – die wirklich gut funktionierende Zusammenarbeit mit den Akteuren von Stadtinformation bzw. Schlossgut GmbH, von der Präsentation bis zum Verkauf regionaler Produkte. Am Treffpunkt für Führungen, schließt sich der Kreis.

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