Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Start eines Forschungsprojektes zur Waldsaatgans im Gebiet Unteres Odertal

Naturschutz
Nationalpark-Gänse funken ihre Position

Sendergans: Gänsefänger Kees Polderdijk aus den Niederlanden mit einer Waldsaatgans mit GPS-Sender um den Hals.
Sendergans: Gänsefänger Kees Polderdijk aus den Niederlanden mit einer Waldsaatgans mit GPS-Sender um den Hals. © Foto: Thomas Heinicke
Michael Dietrich / 18.01.2019, 06:30 Uhr
Criewen (MOZ) Woher kommen eigentlich die Waldsaatgänse, die im Nationalpark Unteres Odertal überwintern? Wo brüten sie, welche Flugruten nutzen sie? Ein internationales Forschungsprojekt mit solarbetriebenen Sendern will diese Fragen klären. Die ersten Vögel senden bereits von unterwegs.

Mit rund 1500 überwinternden Waldsaatgänsen beherbergt der Nationalpark Unteres Odertal aktuell ein ganz besonderes Juwel. Die Waldsaatgänse, erst vor wenigen Jahren als eigene Art neben der sehr ähnlichen Tundra-Saatgans bestimmt, sind stark gefährdet. Während die Bestände der heimischen Graugänse zunehmen, hat die Zahl der Waldsaatgänse dramatisch abgenommen – innerhalb von 15 Jahren um über die Hälfte.

Bisher bekannt ist, dass Waldsaatgänse in Westsibirien (Russland) brüten und in Nordostdeutschland oder Polen überwintern. Auf 10 000 bis 15 000 Vögel wird ihr Bestand geschätzt. Für den Rückgang wird unter anderem die Überjagung verantwortlich gemacht. Um die Tiere zu schützen, soll das internationale Forschungsprojekt detaillierte Informationen über die Lage der Brutgebiete sowie Zugwege und Zwischenrastgebiete ermitteln. Partner aus Deutschland, China, Russland und Dänemark sind daran beteiligt. Unter Federführung des Gänseexperten Thomas Heinicke vom Verein Naturschutzgesellschaft Küstenregion Vorpommern wurden in Zusammenarbeit mit einem Gänsefänger aus den Niederlanden bereits 19 Waldsaatgänse im Nationalpark gefangen und mit GPS-GSM-Sendern am Hals ausgestattet, die mittels kleinen Solarmodulen mit Energie versorgt werden.

Ermöglicht wird das Projekt durch die Bereitstellung von Sendern aus China, Dänemark und Deutschland, Geldern des NaturschutzFonds Brandenburg, der Lotterie GlücksSpirale, des Nationalparks sowie der Firma GASCADE Gastransport.

Die meisten Sendervögel halten sich noch im unteren Odertal auf. „Einige Vögel zogen weiter nach Vorpommern oder in den Odermündungsbereich nördlich von Szczecin sowie in die Nähe von Bydgosczc in Nordpolen. Eine Gans wurde bereits in Litauen geortet“, informiert Tim Bornholdt vom Nationalpark. Aber auch vor Ort liefern die täglichen Positionsdaten der Gänse wertvolle Informationen über Schlafplätze und Äsungsflächen auf deutscher und polnischer Seite.

Mit einem massenhaften Abzug der Vögel aus dem unteren Odertal in Richtung ihrer Brutgebiete wird ab Mitte Februar gerechnet. Bereits im April sollten die ersten Waldsaatgänse in Westsibirien eintreffen, sodass im Frühjahr 2019 mit ersten Erkenntnissen zu den Zugwegen sowie zu den Brut- und Rastgebieten zu rechnen ist.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG