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Lila Bäcker
Neuruppiner Standort ist erst einmal sicher

Beliebte Filiale: Vor allem morgens an den Wochenenden herrscht beim Lila Bäcker an der Neuruppiner Karl-Marx-Straße Hochbetrieb.
Beliebte Filiale: Vor allem morgens an den Wochenenden herrscht beim Lila Bäcker an der Neuruppiner Karl-Marx-Straße Hochbetrieb. © Foto: Eckhard Handke
Judith Melzer-Voigt / 18.01.2019, 07:00 Uhr
Neuruppin (MOZ) Die Insolvenz des Unternehmens „Der Heimatbäcker“, der die Lila-Bäcker-Filialen betreibt, hat auch in Neuruppin Besorgnis hervorgerufen – bei Angestellten und Kunden des Standortes an der Karl-Marx-Straße. Doch dieser ist nicht in Gefahr, versicherte nun Kathrin Hansen von der Agentur „Engel & Zimmermann AG“, die die Firma in der Öffentlichkeit vertritt.

„Das Eigenverwaltungsverfahren, das am Montag beantragt wurde, hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Mitarbeiter und damit die Filialen“, sagte Hansen. Bei einem solchen Verfahren handelt es sich um ein Insolvenzverfahren, bei dem der Schuldner die Möglichkeit hat, die Insolvenzmasse unter Aufsicht eines Sachwalters selbst zu verwalten und über sie zu verfügen. „Der Betrieb läuft regulär weiter, und die Kunden können unverändert in den Filialen ihre gewohnte Auswahl an Produkten bekommen.“

„Wir sind optimistisch, dass unser Sanierungskonzept erfolgreich sein wird“, so Kathrin Hansen. „Unser Heimatbäcker ist ein im Kern gesundes Unternehmen.“ Dennoch ist die Firma nun in eine „massive finanzielle Schieflage geraten“, wie es in einer Pressemitteilung am Montag hieß. Der neue Geschäftsführer Stefan Blaschak macht Defizite in der gesamten Wertschöpfungskette, vom Einkauf über die Produktion bis hin zur Warenauslieferung, aus. „Unser Heimatbäcker wurde durch Fehler und Handlungen in der Vergangenheit in eine schwierige Situation gebracht, die das Unternehmen erheblich geschädigt haben“, begründet er die Situation. Die Firma wird derzeit vom Sanierungsexperten Dr. Jan Markus Plathner unterstützt. „Wir vertrauen darauf, dass uns unsere Lieferanten, Mitarbeiter und Kunden in dieser schwierigen Phase die Treue halten“, so Geschäftsführer Blaschak.„Wir haben eine Strategie für eine erfolgreiche Weiterentwicklung, an deren Umsetzung wir bereits arbeiten und die wir dem Gläubigerausschuss vorlegen werden“, ergänzte Sprecherin Kathrin Hansen. „Unter anderem werden wir unser Sortiment noch stärker in Richtung Snacks und Getränke ausrichten. Auch führen wir bereits Gespräche mit möglichen Investoren zur künftigen Finanzierung.“

Der Heimatbäcker mit Hauptsitz im mecklenburgischen Pasewalk ist nach eigenen Aussagen eine der größten Filialbäckereien Deutschlands. Er betreibt rund 400 Standorte in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg und Schleswig-Holstein mit zirka 2 700 Mitarbeitern. Auf die Beschäftigungsverhältnisse der Mitarbeiter wirkt sich der Antrag auf ein gerichtliches Eigenverwaltungsverfahren zunächst nicht aus, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung des Unternehmens. Sämtliche Gehälter seien bis Ende Februar durch das gerichtliche Eigenverwaltungsverfahren gesichert.

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