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Schulausfall
„Ein außergewöhnlicher Fall“

Verwaister Klassenraum: Das gab es kürzlich – krankheitsbedingt – auch in der Grundschule am Wäldchen.
Verwaister Klassenraum: Das gab es kürzlich – krankheitsbedingt – auch in der Grundschule am Wäldchen. © Foto: Monika Skolimowska
Martin Stralau / 18.01.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 18.01.2019, 08:01
Strausberg (MOZ) Als die Grundschule am Wäldchen den Eltern von Schülern aus drei fünften Klassen am 11. Dezember vorigen Jahres schriftlich mitteilte, dass diese am 12. Dezember zu Hause bleiben müssten, weil die Aufsichtspflicht nicht mehr gewährleistet werden könnte, war die Verunsicherung groß. Die Schule ermöglichte zwar an besagtem Tag die Beaufsichtigung in anderen Klassen, doch die Frage, ob das Verhalten der Schulleitung richtig war, blieb offen.

Wie Ralph Kotsch, Pressesprecher des Brandenburger Bildungsministeriums, auf MOZ-Anfrage mitteilte, sei am 11. Dezember mit der gleichzeitigen Erkrankung von neun Lehrern eine besondere Situation entstanden, die nicht abzusehen und in der Kürze der Zeit nicht anders zu lösen gewesen sei. „Für 16 Klassen standen nur noch 13 Lehrkräfte zur Verfügung“, informierte Kotsch. Zu der Frage, ob eine Schule bei zu wenigen Lehrern entscheiden kann, dass Schüler zu Hause bleiben müssen, erklärte er: „Die Schulen dürfen nur nach Rücksprache mit dem zuständigen Staatlichen Schulamt über eine solche außerordentliche Maßnahme entscheiden, wenn dabei das Recht auf Bildung gewahrt wird.“ Die Rücksprache mit der regional zuständigen Schulrätin sei erfolgt.

Wie Ralph Kotsch weiter mitteilte, seien alle Möglichkeiten zur Aufrechterhaltung des Unterrichtsbetriebes für die Jahrgangsstufe 5 geprüft worden. Das Schulamt habe auch den Einsatz von Lehrern aus anderen Schulen erwogen. Personalengpässe aufgrund von Krankheit hätten ihn verhindert. Und externe Personen wie pensionierte Lehrer habe man so kurzfristig nicht mehr gewinnen können.

„Grundsätzlich misst die Landesregierung der Vermeidung des Unterrichtsausfalls große Bedeutung bei“, sagte Kotsch. „Alle Schulleitungen arbeiten nach dem durch den Landtag verabschiedeten Landeskonzept ‚Verlässliche Schule’“. Alle Schulen hätten ein Vertretungskonzept erarbeitet und handelten nach „sich selbst auferlegten Schrittfolgen“. Für Unterrichtsausfall, so Kotsch, stehe grundsätzlich eine Vertretungsreserve zur Verfügung, um auf den Vertretungsbedarf einzelner Schulen gezielt reagieren zu können. „Aufgrund der kurzfristigen Notsituation der Strausberger Grundschule konnte für diesen Tag leider keine andere Lösung gefunden werden.“ Nach Auskunft von Ralph Kotsch hatten die Schüler an besagtem Tag Aufgaben bekommen, die zu Hause oder im Rahmen einer Betreuung in einer anderen Klasse angefertigt werden konnten. Die Fürsorge- und Aufsichtspflicht sei somit gewährleistet gewesen. Den vorliegenden Fall bezeichnete er als „außergewöhnlich“. Die Zahl solcher besonderen Fälle werde nicht erfasst. Die Schulleitung wollte sich nicht äußern. (mst)

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