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Bestätigung
Verurteilter Mörder nach Freilassung wieder verhaftet

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Symbolbild © Foto: dpa/Uwe Zucchi
dpa / 18.01.2019, 09:18 Uhr - Aktualisiert 18.01.2019, 16:19
Potsdam (dpa) Ein wegen überlanger Verfahrensdauer freigelassener Mörder ist wieder verhaften worden. Das bestätigte der Sprecher des Justizministeriums, Uwe Krink, am Freitag auf Anfrage. Weitere Einzelheiten nannte er nicht.

Verteidiger Sven Oliver Milke teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, sein Mandant Michael A. sei am Freitagmittag in der Wohnung eines Freundes in Potsdam verhaftet worden. Der der 64-Jährige war wegen der Ermordung seiner Ehefrau vom Landgericht Potsdam zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Sein Mandant werde in die Justizvollzugsanstalt Duben gebracht, sagte Milke.

Am Donnerstag hatte das Landgericht mitgeteilt, der Bundesgerichtshof in Karlsruhe habe die Revision des Mannes verworfen. Damit wurde das Urteil rechtskräftig und der 64-Jährige muss seine Strafe nun absitzen. Daraufhin hatte der Verurteilte den Zeitungen „Bild“ und „B.Z.“ (Freitag) gesagt, er wolle nicht wieder ins Gefängnis, sondern werde verreisen.

Der Mann aus Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) ist laut Urteil im Dezember 2015 mit seinem Auto gegen einen Baum gefahren, um sich und seine Ehefrau zu töten. Der 64-Jährige hatte dies bestritten und angegeben, er habe nach einem Saunabesuch Kreislaufprobleme gehabt. Er überlebte den Unfall schwer verletzt. Anfang Dezember 2018 wurde er wegen überlanger Verfahrensdauer aus der Haft entlassen.

Die Freilassung des Mannes hatte bei der Opposition im Landtag Empörung ausgelöst. Sie warf Justizminister Stefan Ludwig (Linke) vor, die Gerichte nicht mit ausreichend Personal ausgestattet zu haben. Dagegen sprach Ludwig von einem „individuellen Fehler“ des Vorsitzenden Richters.

Anfang Januar hatte das Oberlandesgericht auch den mutmaßlichen Brandstifter einer geplanten Flüchtlingsunterkunft in Nauen (Havelland) wegen überlanger Verfahrensdauer auf freien Fuß gesetzt. Gegen den ehemaligen NPD-Politiker läuft vor dem Landgericht Potsdam derzeit ein Revisionsverfahren. Dazu soll Ludwig Ende Januar im Rechtsausschuss des Landtags Stellung nehmen.

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