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Lindendorfs Bürgermeister Helmut Franz über Aktivitäten und Bauprojekte trotz klammer Gemeindekassen

Wahlen 2019
Viele Vereine bringen sich ein

Cornelia Link-Adam / 22.01.2019, 07:15 Uhr
Dolgelin (MOZ) Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai werden die Gemeindevertretungen, ehrenamtlichen Bürgermeister und Ortsbeiräte sowie der Kreistag neu gewählt. Die MOZ hat amtierende Mandatsträger um eine Bilanz gebeten. Heute: Lindendorfs Bürgermeister Helmut Franz (parteilos).

Sich mit Helmut Franz über die vergangenen vier Jahre zu unterhalten, ist nicht so einfach. Schließlich ist der Dolgeliner (66), der einst im Vorwerk Friedensthal zur Welt kam, noch viel länger in der Kommunalpolitik aktiv. Seit 1993 sitzt er in der Gemeindevertretung, war von 2003 bis 2014 Ortsvorsteher von Dolgelin und hat nun seit 2014 den Posten des Bürgermeisters der Gemeinde Lin­dendorf inne. Zuständig ist der freiberufliche Bauingenieur, der mit seinem Sohn ein Bauunternehmen führt, somit nicht nur für Dolgelin, sondern auch für die anderen Ortsteile Libbenichen, Neu Mahlisch und Sachsendorf.

Als wichtigstes Projekt rückblickend für Dolgelin sieht Helmut Franz die Erneuerung der Rohrleitung zwischen der B167 und dem Oderbruchbahndamm, bekannt als Hoher Graben, zur Regulierung des Wasserhaushaltes. Wurde früher per Hand gebuddelt, wurde mit Fachfirmen und 1,15 Millionen Euro Fördergeld vom Land ab 2014 gut zwei Jahre lang das Abflusssystem erneuert. „Dafür haben wir aber auch lange genug Druck gemacht“, sagt Helmut Franz, der zur Erinnerung an das Mammutprojekt neben der Brücke an der B167 auch einen Findling mitsamt Info-Schild aufstellen ließ. Aber auch den Ausbau von Gehwegen in Libbenichen und Sachsendorf sowie die für dieses Jahr geplante Sanierung des Spielplatzes in Dolgelin zählt er in der Positiv-Bilanz auf. Alles ginge immer nur mit Fördermitteln. „Das bisschen Geld, was wir haben, müssen wir uns immer vergolden lassen.“

Was Lindendorf ausmache, das seien laut Franz das Leben in den Dörfern. Daran haben die Vereine einen großen Anteil, betont der Bürgermeister. Auch in Neu Mahlisch mit seinen gerade mal 50 Einwohnern. Die Feuerwehren in Dolgelin, Libbenichen und Sachsendorf seien rege aktiv, hätten dank Unterstützung der Gemeinde auch endlich vernünftige Bedingungen in ihren Häusern. Wie gut die Zusammenarbeit funktioniere, habe sich erst am Sonnabend beim Hausbrand in Friedensthal gezeigt. Darüber hinaus gebe es in jedem Dorf unterschiedliche Vereine wie den Heimat-, Kultur- und Sportverein in Libbenichen, der die Freizeitstätte „Alter Bullenstall“ gepachtet hat. Jüngst wurde dazu in der Sitzung der Gemeindevertretung die Vertragslaufzeit geändert – von unbefristet auf mindestens weitere 15 Jahre, mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Jahresende.

Auch in Sachsendorf gebe es viele Ehrenamtler, beispielsweise in die Chronikstube und Feuerwehr. Der Dolgeliner Dorfverein kümmert nicht nur um Adoniswanderungen im Frühjahr sondern ganzjährig auch um das 1997 am Standort der alten Schule errichtete Dorfgemeinschaftshaus, worin auch der 1921 gegründete Männergesangsverein regelmäßig probt. Sanierungsarbeiten gab es etliche. Aktuell laufen sie auch in der Schule und am Kirchendach in Dolgelin. „Dazu sind die Kitas in Dolgelin und Libbenichen fast ausgelastet“, berichtet Helmut Franz. Allerdings kann er nicht verhehlen, dass die Einwohnerzahlen rückläufig sind. Gut zehn Prozent weniger als 2014 sind es bereits. Was er sich für die Zukunft wünscht, seien mehr aktive Politiker, so wie seine Ortsvorsteher jetzt schon.

Ob er für den Posten als Bürgermeister im Mai nochmal antritt, da hält er sich bedeckt. „Die Chancen stehen 50:50“. Durch die Blume wird klar – gern würde er Platz machen für den Nachwuchs.

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