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Tierpark
Fast die Zehntausender-Marke geknackt

Zutraulich: Seit vergangenem Jahr wohnt der mittlerweile drei Jahre alte Baummarder Merlin im ehemaligen Gehege des Mäusebussards. Weil es von Menschen aufgezogen wurde, ist das Tier nicht so scheu wie seine wilden Artgenossen.
Zutraulich: Seit vergangenem Jahr wohnt der mittlerweile drei Jahre alte Baummarder Merlin im ehemaligen Gehege des Mäusebussards. Weil es von Menschen aufgezogen wurde, ist das Tier nicht so scheu wie seine wilden Artgenossen. © Foto: Siegmar Trenkler
Siegmar Trenkler / 26.01.2019, 12:00 Uhr
Kunsterspring (MOZ) Der Tierpark Kunsterspring hat im vergangenen Sommer den Temperaturen getrotzt. Innerhalb eines der heißesten Monate gab es sogar fast 10 000 Besucher – ein neuer Rekord für den Park.

Anfang des Jahres läuft traditionsgemäß die Inventur der Tiere im Tierpark Kunsterspring. Die aktuelle Zählung ist abgeschlossen. Echte Überraschungen gibt es laut Tierparkleiter Peter Manke aber nicht. „Der Tierbestand wird ja ständig weitergeführt. Alle Zu- und Abgänge werden vermerkt“, berichtet er. Insgesamt seien die Zahlen relativ konstant – abgesehen von einem Punkt: „Den Wasservogelbestand werden wir nie wieder so sehr ausbauen, wie er vor der Vogelgrippe im Jahr 2017 war.“ Denn derartige Gefahren könnten immer wieder auftauchen. „Und wir können Tauchenten nicht über längere Zeit in einem Stall einsperren.“ Genau diese Vorsorge musste aber Anfang 2017 getroffen werden, um zu verhindern, dass sich die Krankheit weiter ausbreitet. Das liegt hinter der Einrichtung: 398 Tiere 81 verschiedener Arten leben aktuell dort.

Der Park hat sich auch erholt von dem Besuchereinbruch, den die sechswöchige Schließung 2017 nach sich gezogen hatte. 55 853 Besucher wurden 2018 in dem Park begrüßt. Das sind deutlich mehr als die 48 154 aus dem Jahr zuvor und fast so viele wie 2016, als rund 57 500 Gäste nach Kunsterspring gekommen waren. Für Manke sind die Zahlen eine Bestätigung der Bemühungen. „In anderen Jahren hatten wir zu besonders heißen Zeiten eher weniger Besucher.“ Doch ausgerechnet im Juli 2018 knackte der Tierpark mit 9 879 Besuchern fast die historische fünfstellige Marke. Dabei geht es Manke weniger um Rekorde als darum, dass die Menschen ihre Zeit im Park genießen.  „Wir wollen kein Wachstum um jeden Preis. Wenn wir es schaffen, dass die Menschen entspannter aus dem Park gehen als sie ihn betreten haben, haben wir viel erreicht.“

Verbesserungsmöglichkeiten sieht der Tierparkleiter aber dennoch. Neben laufenden Reparaturen, wie sie in jedem Jahr stattfinden, und die in diesem Jahr vor allem das Wildschweingehege betreffen, sind einige Umbauten geplant. So wird das alte Kassenhäuschen künftig nur noch als Werbeträger dienen. Kassiert wird dafür auf der anderen Seite des Weges, wofür die Umbauten am Haus schon abgeschlossen sind. Das soll es vor allem für Menschen im Rollstuhl oder mit Kinderwagen einfacher machen. Das alte Eichhörnchengehege, das 2018 durch einen Neubau ersetzt wurde, soll ebenfalls umgebaut werden. Dort entsteht ein Infopunkt für das nahegelegene Ottergehege. Denn die Tiere sind hauptsächlich zur Fütterung zu sehen. Damit Besucher auch zu den restlichen Zeiten etwas sehen und lernen können, werden dort Monitore installiert.

Eine weitere Optimierung, die sich Manke schon länger wünscht, kann der Tierpark nicht selbst leisten: eine alternative Fahrradroute, die es ermöglicht, ohne den Umweg über Alt Ruppin den Heimattierpark mit dem Rad zu besuchen. Manke glaubt, dass diese entlang der Trinkwassertrasse, die die Stadtwerke Neuruppin gelegt haben, geführt werden könnte. „Natürlich kann sich die Stadt nicht leisten, dort einen asphaltierten Weg anzulegen“,  weiß er. Doch selbst ein wassergebundener Weg könnte schon attraktiv für Radfahrer und deutlich angenehmer als die viel befahrene Straße sein. „Von Neuruppin kommt man mit dem Rad schon gut in viele Richtungen, aber noch nicht wirklich in die Ruppiner Schweiz. Vielleicht sollte zusätzlich auch innerhalb der Saison ein Kleinbus vom Rheinsberger Tor bis nach Rheinsberg verkehren, der vormittags von Neuruppin losfährt, vielleicht Zwischenhalte in Boltenmühle bei der Fahrgastschifffahrt und im Tierpark hat, und der nachmittags wieder zurück fährt“, überlegt Manke laut. So ließe sich die positive Entwicklung des Tierparks, der in diesem Jahr 44 Jahre lang von der Stadt betrieben wird, auch künftig fortführen.

Doch auch ohne neue Anfahrtswege stehen die Chancen dafür gut. Neben den ständigen Angeboten gibt es wieder das alljährliche Tierparkfest, das diesmal am 2. Juni stattfindet, die beliebten Themenführungen „Fischotter & Co.“ und „Wölfe und ihre Beutetiere“ am Tage sowie „Tiere der Nacht – Wolfsnacht“, bei der Besucher nach Sonnenuntergang durch den Park ziehen können. Die Führungen werden zu festgelegten Terminen und nach Wunsch angeboten. Weitere Infos gibt es auf www.tierpark-kunsterspring.de.

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