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Ausgelassene Stimmung und viele Teilnehmer bei Traditionsritual in Langewahl und Neu Golm

Fasching
Fröhliches Zampern besiegt Kälte

Elke Lang / 28.01.2019, 08:45 Uhr
Langewahl/Neu Golm (MOZ) Erfolgreich wird in Neu Golm und Langewahl die Tradition des Zamperns vor dem Aussterben bewahrt. In beiden Orten trotzten am Sonnabend jeweils bis zu 70 Narren dem nasskalten Wetter, um den Bewohnern vor ihrer eigenen Haustür zu einem Tänzchen zu verhelfen.

In Langewahl hatte vor zwei Jahren nach zehn Jahren Pause der Heimatverein die Initiative ergriffen. In ihm sind auch der Angelverein, die Freiwillige Feuerwehr sowie Gemeindevertreter vereint. Treffpunkt war vor dem Heimathaus und dem Feuerwehrgerätehaus. Es klappte zur dritten Ausgabe genauso gut wie früher beim Faschingsclub.  Nicht allein Doreen Nippe-Gütschow, Ronny Langas und Corinna Felsmann hatten seit der Vorweihnachtszeit alle organisatorischen Arbeiten im Griff. „Irgendwie machen alle 31 Vereinsmitglieder mit“, sagte Ronny Langas.

Zum Einsammeln der Spenden fuhr extra das Auto vom Heimatverein mit. Schließlich ging es nicht wie bei anderen Zampereien um Eier, Speck und Mehl für den Eierkuchenball. Der findet nämlich in Langewahl nicht statt. Dafür wird am 9. Februar in Berkenbrück ein zünftiges Faschingsfest gefeiert, bei dem es eine Tombola geben wird. „Der Erlös kommt dem Heimatverein zugute“, erklärte Doreen Nippe-Gütschow. „Auch am Wegesrand werden wir sehr gut mit Essen und Trinken versorgt“, schmunzelte Corinna Felsmann. Wieder gaben die Fürstenwalder Stadtmusikanten den Rhythmus vor, „mit einer super Musik“, fand Ronny Langas. „Und sie halten die rund zehn Kilometer von 9 bis nach 15 Uhr immer super durch“, begründete Doreen Nippe-Gütschow die Wahl.

Die Favoriten für die Kostümwahl sind die Tiere gewesen: ein Einhorn, ein Bär, eine Biene etwa. Dann gab es kecke Früchtchen, zum Beispiel als Apfel und Erdbeere getarnt. Clowns sind immer vertreten, und es tanzten auch ein paar „Mediziner“ mit. „Immer dabei sind Kinder, aber wir könnten durchaus für den Nachwuchs noch mehr gebrauchen“, wirbt Doreen Nippe-Gütschow.

In Neu Golm wird seit Anfang der 1990er Jahre gezampert, aber es drohte auch einmal ein Aus. Vor fünf, sechs Jahren nahmen deshalb Eveline Schulze und Swen Silbernagel die Organisation in die Hand, „um die Geschichte weiterzuführen“, sagen sie. Dass das bei den Bewohnern ankommt, zeigte sich erneut an der Teilnehmerzahl. Bis zu 70 Leute sind es, die im Laufe des Tages hinter den Oder-Spree-Musikanten aus Ragow herziehen. „Die sind seit vielen, vielen Jahren unsere treuen Begleiter“, sagte Swen Silbernagel dankbar. Auch in Neu Golm waren viele  Kinder bei, „die hoffentlich die Tradition später weiterführen werden“, so Eveline Schulzes und Swen Silbernagels Wunsch. Lehmanns nahmen als Tierfamilie teil: Papa als Krake, Mama als Uhu und die vierjährige Jasmin sowie die sechsjährige Hannah als Einhörner. Als Cowboyclan wiederum war die Familie Sichting vertreten. Freunde hatten sich als Wolf, Rotkäppchen und Großmutter zusammengetan. Originell war als Kostüm ein „Geschenkartikel“ mit vielen bunten Schleifen, das eine Dame sich selbst angefertigt hatte. Zum Schmunzeln brachte ein Spruch auf einem Zebrakostüm: „Streifen machen schlank“. Der Dame, die es trug, stand es so ausgezeichnet, dass die Streifen vermutlich gar nicht nötig gewesen wären.

Gespendet wurde auch in Neu Golm reichlich. Statt eines Eierkuchenballs wird eine Zampernacht gefeiert, „und  nur die Kinder bekommen da Eierkuche“, erklärte Eveline Schulze den in Neu Golm herrschenden Brauch.

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