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Jugendliche im Amt Britz-Chorin-Oderberg haben Wünsche geäußert / Jugendkoordinatorin Mandy Jung will Akteure besser vernetzen

Onlineumfrage
Bessere Anbindung an Freizeitangebote

Das Gesicht für Kinder und Jugendliche: Seit Mai ist Mandy Jung die Jugendkoordinatorin für das Amt Britz-Chorin-Oderberg.
Das Gesicht für Kinder und Jugendliche: Seit Mai ist Mandy Jung die Jugendkoordinatorin für das Amt Britz-Chorin-Oderberg. © Foto: Julia Lehmann/MOZ
Julia Lehmann / 30.01.2019, 06:00 Uhr
Britz (MOZ) Die Jugendkoordinatorin hat gefragt und Jugendliche haben geantwortet. Genau genommen haben sich 98 Jungen und Mädchen von 1080 im Amtsgebiet Britz-Chorin-Oderberg an der Online-Umfrage beteiligt. Viele der Jugendlichen wünschen sich mehr Freizeitangebote und Jugendtreffs.

Online konnte abgestimmt werden. Inzwischen liegt die Auswertung der Umfrage vor, die die Amtsverwaltung in Britz mithilfe ihrer Jugendkoordinatorin durchführen ließ. Mandy Jung (43) ist seit Mai Ansprechpartnerin für konzeptionelle Belange in Sachen Jugendarbeit. Aufgrund der Größe des Amtsgebiets, sagt sie, habe sie es noch nicht in jeden Winkel geschafft. Derzeit hat die Mutter zweier Kinder viel damit zu tun, das jugendgerechte Angebot in der Gegend zu erkunden. Und sie war es auch, die die Umfrage erstellt hat.

Mandy Jung hat also gezielt Fragen erarbeitet, um herauszubekommen, was sich Kinder und Jugendliche im Amtsgebiet für ihre Freizeit und Förderung wünschen. Auch wie sie sich Teilhabe vorstellen, denn seit der Änderung der Kommunalverfassung im vergangenen Jahr sind brandenburgische Gemeinden verpflichtet, ihre jungen Bewohner stärker miteinzubeziehen.

Mit nur knapp neun Prozent fiel die Umfragebeteiligung eher gering aus, muss Mandy Jung feststellen. Wenngleich diese in anderen Kommunen häufig noch geringer ist, ein Gesamtbild ergibt das nicht. Vor allem über Schulen und Vereine habe Mandy Jung zur Teilnahme aufgerufen. „Ich habe die Jugendlichen auch direkt auf der Straße angesprochen.“ In der Oderberger Grundschule etwa warben Lehrer in der fünften und sechsten Klasse für die Teilnahme. Dementsprechend hoch war die Beteiligung dort. Neben der Stadt kamen die meisten Stimmen aus Chorin, Britz, Hohenfinow und Niederfinow.

Aus den Antworten lässt sich Folgendes ableiten: 57 Prozent der Jugendlichen empfinden das Freizeitangebot als zu gering. Dabei würden sie gern mehr kreative Angebote wahrnehmen, ebenso praktische Dinge fürs Leben lernen, Sportangebote mit Platz und eine Möglichkeit tanzen zu gehen. Im vergangenen Jahr hat es deshalb eine Teeny-Disko im Fifu Club in Finowfurt gegeben, ein regelmäßiges Jugendangebot in der Gemeinde Schorfheide, an dem auch die Jugendlichen aus dem Amtsgebiet Spaß hatten. Aufgrund der räumlichen Distanz erfordert allerdings Absprachen und einen Fahrservice.

Daraus ergibt sich eines der häufigsten Probleme: die Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel. Viele der jungen Menschen wünschen sich laut Umfrage eine verbesserte Fahrzeiten an die vorhandenen Jugendtreffs, die es bislang nur in Oderberg, Hohenfinow und Britz gibt. Viele Kinder sind in ihrer Freizeit auf das „Eltern-Taxi“ angewiesen. Im Moment verbringen 41 Prozent der Jugendlichen ihre meiste freie Zeit zuhause. Auch beratende Angebote würden die jungen Menschen in Anspruch nehmen, wenn es sie beispielsweise zu Themen wie dem Übergang von der Schule in den Beruf gäbe, so Mandy Jung.

Aus den Angeboten des vergangenen Jahres hat Mandy Jung, Trägervertreter des Internationalen Bunds, das Jugendamt, Jugendförderer der Johanniter-Unfall-Hilfe und die Amtsvertreter Zielstellungen für 2019 entwickelt. Dafür stehen mehr als 70 000 Euro zur Verfügung, davon fördert der Landkreis  mit 40 000 Euro. Zentral sind gezielte Möglichkeiten der Partizipation. Neben gemeindeübergreifenden Fahrten und Ferienangeboten sollen die Vereine, in denen 50 Prozent der Umfrageteilnehmer aktiv sind, einen Weg der Vernetzung finden. Ehrenamtsdialog, nennt Mandy Jung das. Dahinter verbergen sich Treffen aller Vereine, die langfristig durch diese selbst organisiert werden sollen. Vereinsmitglieder und andere, die regelmäßig Umgang mit Kindern haben, sollen zukünftig einen leichteren Zugang zu pädagogischen Qualifizierungen haben.

Im vergangenen Jahr hat es außerdem die erste Sozialraumkonferenz gegeben. 45 Vertreter aus Vereinen, Schulen, Gemeindevertretungen, Kitas, Feuerwehr, Amtsverwaltung sowie vom Jugendamt trafen sich zum Austausch. Zum Jahresende soll es erneut eine geben. Ein sich daraus ergebenes Ziel lautet, bis dahin eine aktuelle Übersicht der Vereine im Amtsgebiet zu erarbeiten, sagt Mandy Jung.

Darüber hinaus hätten sich die Jugendlichen Angebote gewünscht, die soziale Kompetenzen stärken. „Vorgeschlagen wurde ein Kochduell der Jugendtreffs“. Um die Jugendtreffs auszugestalten lautet das Ziel in diesem Jahr konkrete Konzepte zu erarbeiten, auch wichtig, um Fördergelder zu beantragen. Hinzu soll über neue Treffpunkte abgewogen werden. So hat etwa Chorin signalisiert, dass es seinen Standort wiederbeleben will.

Um Gemeinsamkeit und Wiedererkennung zu schaffen, haben Kinder 2018 ein Logo mit dem Schiffshebewerk entworfen, dass für die Jugendarbeit steht.

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