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Fünf Jahre Sternenpark Westhavelland

LED-Flutlichtstrahler:  praktisch ja, aber zu steil montiert (rechts oben und Mitte) ein Problem für die Mitmenschen und die Natur.
LED-Flutlichtstrahler:  praktisch ja, aber zu steil montiert (rechts oben und Mitte) ein Problem für die Mitmenschen und die Natur. © Foto: Thomas Becker
Thomas Becker / 01.02.2019, 09:45 Uhr
Parey Am 12. Februar 2019 jährt es sich zum fünften Mal: Der Naturpark Westhavelland wurde von der International Dark-Sky Association (IDA) offiziell zum ersten Sternenpark in Deutschland ernannt. Aber was bedeutet eigentlich „Sternenpark“?

Den Titel bekommen Regionen, die zum Einen noch einen relativ dunklen Nachthimmel besitzen und zum Anderen aktiv gegen die weltweit immer weiter steigende sogenannte Lichtverschmutzung vorgehen. Lichtverschmutzung bedeutet, die natürliche Nachtlandschaft wird durch immer zahlreichere und oftmals falsch eingestellte oder unsinnige künstliche Beleuchtung aufgehellt.

Die Dunkelheit der Nacht geht dadurch langsam aber stetig verloren, zum Nachteil von Insekten, Zugvögeln, nachtaktiven Lebewesen und sogar den Menschen. Zuviel Licht in der Nacht beeinflusst das Schlafverhalten vieler Menschen negativ mit entsprechenden Langzeitfolgen für die Gesundheit. So fördert zu viel nächtliches Licht Krankheiten wie Bluthochdruck, Depressionen, Schlafstörungen, Herz- und Schlaganfälle. Nachtaktive Insekten gehen zu Millionen an den Lampen zugrunde, während einige Zugvogelarten vom Licht fehlgeleitet oder direkt in z.B. beleuchtete Glasfassaden fliegen und sterben. Zudem ist jedes Licht, welches in den Himmel strahlt, reine Verschwendung, da es niemandem einen Nutzen bringt.

So spannt sich der Bogen zur Ressourcen- und damit Geldverschwendung bis hin zum Klimawandel. Denn der durch nutzlos verbrauchte Energie verursachte Kohlendioxidausstoß ist besonders ärgerlich. Zu allem Übel verschwindet auch das älteste Kulturgut des Menschen heimlich, still und leise, der prachtvolle Sternenhimmel.

Bei der öffentlichen Straßenbeleuchtung haben sich die Kommunen im Sternenpark dazu verpflichtet, bei Neuinstallationen nur vollabgeschirmte Leuchten mit warmen Lichtfarben aufzustellen. Das heißt, sie strahlen das Licht nur unterhalb der Horizontalen ab. Es werden nur die Gehwege und Straßen beleuchtet und weniger die Häuser und der Himmel. Mit neuer LED-Technik lässt sich das Licht präzise lenken, so dass bei der maßvollen Beleuchtung eines bestimmten Areals sehr viel weniger Energie verbraucht wird als mit herkömmlichen Natrium- oder Quecksilber-Dampflampen.

Die Ersparnis liegt im Bereich von 70 bis 90 Prozent und schont dabei Mensch und Umwelt. Die warme Lichtfarbe, streut weniger am Himmel, blendet weniger und erhöht somit auch die Verkehrssicherheit bei Nässe und Nebel. Zudem werden durch eine warme Lichtfarbe bedeutend weniger Insekten angelockt.

Bei Privatleuten und Gewerbebetrieben sind jedoch die beliebten LED-Flutlichtstrahler ein wachsendes Problem. Diese werden oft in einem viel zu steilen Winkel montiert und beleuchten nicht nur das Grundstück, sondern auch das Nachbarhaus und den Himmel. Viele Menschen sind sich dessen leider gar nicht bewusst. Daher ist eines der wichtigsten Aufgaben des Sternenparks, die Bürger in diesem Bereich aufzuklären. Im Sternenblick Parey gibt es seit Anfang des Jahres eine Leuchtenanlage, an der verschiedene Leuchtentypen mit verschiedenen Lichtfarben montiert sind. Dort lassen sich auch die verschiedenen Neigungswinkel einstellen und so der Effekt auf die Nachbarschaft darstellen.

Bei einem Besuch des Sternenblicks in Parey können sich Interessierte zukünftig beraten und informieren lassen. Wichtig ist die Erkenntnis, dass Sie mit intelligent eingesetztem Licht die Umwelt schonen, aber gleichzeitig nicht auf den gewünschten Beleuchtungskomfort verzichten müssen. Drei Flutlichtstrahler verschiedener Bauart wurden hinsichtlich ihrer Beleuchtungsreichweite bei unterschiedlichen Neigungswinkeln untersucht. Die Ergebnisse sind sicher für den ein oder anderen von Interesse und werden in Kürze auf //www.sternenpark-westhavelland.de:www.sternenpark-westhavelland.de/lichtverschmutzung-1:www.sternenpark-westhavelland.de/lichtverschmutzung-1|_blank)$  veröffentlicht.

Mondphasen:  Neumond - 04.02. / Erstes Viertel - 12.02. / Vollmond - 19.02./ Letztes Viertel - 26.02. Veranstaltungen: Infos auf www.sternenpark-westhavelland.de;

- „Freiflug ins Weltall“- Beobachtungsabend im Sternenblick Parey (nur bei klarem Himmel), Pareyer Dorfstraße 5, 14715 Havelaue OT Parey. Spende erbeten;- „Sternenabend mit kleiner Wanderung“- Vortrag und Nachtwanderung mit Marion Werner in Strodehne. Infos: www.marion-werner.de, Anmeldung: marion.werner@freenet.de / 033875/90192;- „Öffentliche Beobachtung am Sternenhimmel“ - Vortrag mit Beobachtung im Naturparkzentrum in Milow, Stremmestraße 10 - Spende erbeten.

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