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Abschied
Könige und Kaiser kehren in Borne ein

Der Borner Werner Sternberg hegt und pflegt seine Leidenschaft für Blaublüter. Bilder, Dokumente, Briefe - seine Sammlung ist umfassend.
Der Borner Werner Sternberg hegt und pflegt seine Leidenschaft für Blaublüter. Bilder, Dokumente, Briefe - seine Sammlung ist umfassend. © Foto: B. Kraemer
Bärbel Kraemer / 02.02.2019, 08:00 Uhr
Borne Preußens Könige und Deutschlands Kaiser kehren zurück. Nicht irgendwo hin, sondern ins beschauliche Borne. In das Dorf der Mühlenköniginnen und Mühlenprinzessinnen. Natürlich auch nicht in Fleisch und Blut, sondern auf Leinwand oder als Polaroid. Am 1. Mai wird es soweit sein. Die gekrönten Häupter werden Teil eines bunten Festes, mit dem sich der amtierende Ortsvorstand vom kommunalpolitischen Parkett verabschieden will.

Die Vorbereitungen für das Fest, welches als Dorf- und Mühlenfest beworben wird, laufen derzeit auf Hochtouren. „Für mich ist danach endgültig Schluss“, sagt Werner Sternberg. Bei der Vorbereitung des geselligen Treibens, inklusive des damit verbundenen Kultur- und Geschichtsprogramms,  hält er die Fäden noch einmal fest in der Hand.

In Sternbergs Scheune wird es eine Ausstellung über die Hohenzollern geben. „Vom Kurfürsten bis zum letzten Kaiser“, so Sternberg und verrät, dass ein Adelsexperte aus Potsdam dabei sein wird, der von Königen und Kaisern erzählt. „Auch besondere Episoden“, ergänzt Sternberg. Daneben gibt es ein Kaffeekonzert, natürlich mit Lifemusik. Für das starke Geschlecht soll sich der Wiesenburger Weg in eine Biermeile verwandeln. Der Gerstensaft soll in 100 verschiedenen Sorten fließen.

Auf die Frage, warum das Fest mit königlichem Flair umwoben wird, antwortet der 78-Jährige unumwunden: „Weil mich das Thema interessiert.“ In seiner Begeisterung für alles Blaublütige entstand vor mehr als zwei Jahrzehnten die Tradition der Königinnentreffen an der Borner Bockwindmühle inklusive der Krönungszeremonien für Mühlenköniginnen. „Das hat alles seinen Grund“, so Sternberg weiter und erzählt von seiner verstorbenen Tante Hildegard. Kurz vor ihrem Tod hatte er ihr noch einen Herzenswunsch erfüllt: Eine Fahrt nach Potsdam. „Tante Hildegard wurde im Schloss Lindstedt geboren“, erzählt er. In einen kleinen Seitenflügel des herrschaftlichen Gebäudes, nicht einmal 1000 Meter vom Neuen Palais entfernt. Das war im Jahre 1918. Ihr Vater, ein gelernter Tischler, stand seit 1906 im Berliner Stadtschloss in Diensten. Nach einer Schussverletzung während des Ersten Weltkrieges vermittelte Kaiser Wilhelm II. eine Behandlung durch seinen Leibarzt und berief den Vater von Sternbergs Tante ab 1917 zu seinem Verwalter im Potsdamer Schloss Lindstedt. Nach Wilhelms Abdankung folgte eine Anstellung als Verwalter in Sanssouci. Die Familie bezog in dieser Folge eine kleine Wohnung im Neuen Palais. Hildegard Sternbergs Zeit in Potsdam endete mit der Eheschließung und dem Umzug ins beschauliche Borne. Dort hatte sie bereits während der Kriegsjahre ihren späteren Ehemann kennen gelernt.

Zwischen Werner Sternberg und seiner Tante waren Potsdams schöne Schlösser und die dort lebenden Könige und Kaiser oft Thema von Gesprächen. Von ihr, so glaubt er, hat er die Leidenschaft für alles Blaublütige. In dieser Folge hatte er in der Vergangenheit bereits etliche Ausstellungen über preußische Monarchen arrangiert. Im alten Borner Feuerwehrhaus und in Bad Belzig.

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