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Hiobsbotschaft
Kosten für Molchowbrücke könnten steigen

Nicht mehr standsicher: Die alte Molchowbrücke bestand aus Holz und Stahl.
Nicht mehr standsicher: Die alte Molchowbrücke bestand aus Holz und Stahl. © Foto: Markus Kluge
Judith Melzer-Voigt / 04.02.2019, 20:29 Uhr
Molchow (MOZ) Die Hiobsbotschaften rund um die Molchowbrücke reißen nicht ab. Es besteht die Gefahr, dass die bisherige Investitionssumme nicht ausreicht. Und sogar einen Baustopp hat es schon gegeben.

Die Arbeiter sind laut Norman Gröer, Leiter des Neuruppiner Tiefbauamtes, derzeit fleißig dabei, die Widerlager für die neue Molchowbrücke herzustellen. Auf diesen Sockeln wird später die fertige Brücke stehen. Geplant ist, dass das Vorhaben rund 2,2 Millionen Euro kosten wird. Ob es dabei bleibt, ist unsicher: „Wir haben schon Mehrkostenanzeigen“, so Gröer. Dabei handelt es sich noch nicht um Nachträge der Firma vor Ort, sondern quasi um Ankündigungen möglicher weiterer Kosten. „Das ist derzeit in der Klärung“, so der Leiter des Tiefbauamtes. Das Unternehmen stellt solche Anträge, das Rathaus prüft sie. Anschließend gibt es entweder eine Zustimmung oder eben eine Absage an die Firma. „Das sind die Probleme, mit denen wir momentan umgehen müssen.“

Nach dem derzeitigen Stand geht die Neuruppiner Verwaltung davon aus, dass die Brücke im Juli dieses Jahres fertig sein wird. Zur Zeit wird laut Norman Gröer erst einmal das Fundament für die Widerlager an der Bürgerwendemark-Seite der Brücke hergestellt. Danach ist das Fundament auf der Molchower Seite an der Reihe. Parallel wird eine Arbeitsebene hergestellt, auf der die Brücke in Teilen zusammengeschweißt wird. „Die Vorfertigung findet jetzt in der Nähe von Magdeburg statt“, so Gröer. Nach der Vormontage wird das Bauwerk per Lkw in Molchow angeliefert und vor Ort zusammengesetzt. Entweder soll das fertige Bauwerk dann über den Rhin geschoben oder mit einem Kran drübergehoben werden. „Das wird noch geprüft“, erklärt Norman Gröer.

Die Probleme bleiben nicht aus: Zuletzt hat es einen anderthalbwöchigen Baustopp bei der Molchowbrücke gegeben. Grund waren fehlerhafte Schweißnähte an tragenden Bauteilen, die ein Unternehmen nahe Magdeburg hergestellt hatte. Den Baustopp hat laut Norman Gröer die Bauüberwachung ausgesprochen. „Berechtigterweise“, so der Amtsleiter. Mittlerweile ist der Stopp jedoch wieder aufgehoben worden, weil die Mängel behoben worden sind. „Aber auch so etwas führt zu Zeitverzögerungen.“ Das sieht die Verwaltung aber erst im nächsten Bauablaufplan, der noch nicht vorliegt.

Der Neubau der Molchowbrücke steht von Anfang an unter keinem guten Stern. Eigentlich sollte das Bauwerk schon längst stehen. Die Verwaltung hatte zuletzt 2018 mit einem Start der Arbeiten gerechnet. Doch weil das Rathaus sehr hohe Kosten im Zuge einer sehr kurzen Ausschreibung fürchtete, wurde das Projekt verschoben (RA berichtete). Zur Radfahrersaison in diesem Jahr sollte die Stahlbrücke jedoch längst fertig sein, hieß es zuletzt. Bleibt es nun bei den neuesten internen Schätzungen aus dem Neuruppiner Bauamt, ist das nicht mehr zu schaffen: Im Juli dieses Jahres läuft die Saison schon längst auf Hochtouren – und ein wichtiger Radweg bleibt zumindest für einige Frühlingsmonate weiterhin nicht passierbar.

Jetzt aus Stahl

■ Die alte Brücke bestand aus Holz und Stahl. Das neue Bauwerk soll komplett aus Stahl gefertigt werden.

■ Die Brücke soll keinen Mittelpfeiler haben. Sie wird rund 37 Meter lang sein. Die gesamte Konstruktion ist dann rund 175 Tonnen schwer.

■ Über den Zustand der alten Molchowbrücke wurde schon seit Jahren heftig diskutiert. Vor rund zwei Jahren hatte die Stadtverwaltung das Bauwerk wegen Zweifeln an der Standfestigkeit sperren und schließlich abreißen lassen. ⇥(jvo)

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