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Erntefest in Gefahr
Bärenklauer Kulturverein steht vor dem Aus

Erntefest ade? Mit der Auflösung des Kulturvereins findet wohl auch die beliebte Veranstaltung nicht mehr statt.
Erntefest ade? Mit der Auflösung des Kulturvereins findet wohl auch die beliebte Veranstaltung nicht mehr statt. © Foto: Sophie Schade
Aileen Hohnstein / 08.02.2019, 17:39 Uhr - Aktualisiert 09.02.2019, 13:07
Bärenklau (freie Autorin) So wie es aussieht, wird es mit dem Bärenklauer Arge-Baer-Kulturverein nicht mehr weitergehen. In der Mitgliederversammlung am Donnerstag hat sich niemand zur Wahl zum neuen Vorstand bereitgestellt. Nach 20 Jahren im Amt möchte der bisherige Vorsitzende Volker Röthig endlich etwas kürzer treten und in vorwiegend passiver Art im Verein mitwirken.

Ohne Vorstand aber kein Vereinsleben. „Es will sich keiner aufstellen, keine Person hat sich gestern gemeldet“, sagt der 57-Jährige am Freitag. Weitere Vorstandsmitglieder sollen sich die Vereinsarbeit ohne Röthig ebenfalls nicht mehr vorstellen können und wollten nicht weitermachen. „Die Luft ist raus“, meint Volker Röthig. Nun wird es am 14. März eine weitere Mitgliederversammlung geben, in der darüber abgestimmt wird, ob der Verein abgewickelt wird. Stimmen zwei Drittel der Mitglieder dafür, ist der Arge-Baer-Kulturverein Geschichte.

1999 hatten sich Mitglieder verschiedener ansässiger Vereine zusammengeschlossen, um die 650-Jahrfeier im Jahr 2000 zu planen. Als offizieller Verein wird der Arge-Baer seit 2006 geführt. Etwa 50 Personen haben sich bislang beim Verein engagiert. Der Nachwuchs, vor allem Personen mittleren Alters, blieb jedoch aus. Der Großteil sei über 50 Jahre alt. „Party machen wollen sie alle, aber niemand hilft mit beim Auf- und Abbau“, konstatiert Röthig, der selbst jahrelang teilweise seinen Privaturlaub und Feiertage für den Verein geopfert hat. Auch die Unterstützung der Gemeinde habe gefehlt. „Es reicht langsam“, meint er.

Schon in den vergangenen Jahren wurde deshalb das Festprogramm des Arge-Baer gekürzt – Osterfeuer und Weihnachtsmarkt fielen weg. Jetzt ist auch die Zukunft des Erntefestes unsicher. „Wenn wir es nicht machen, macht es keiner“, sagt Röthig, der diese Entwicklung bedauerlich findet, aber keine andere Lösung hat. Auch eine abgespeckte Variante des Erntefests, wie es bereits vorgeschlagen wurde, hält er in der derzeitigen Situation nicht für realisierbar.

Die Hoffnung auf Freiwillige, die sich in den Vorstand wählen lassen wollen, gibt er zwar noch nicht auf. Die Chancen dafür hält er aber für gering. Von seiner Entscheidung, den Vorsitz abzugeben, rückt Volker Röthig dennoch nicht ab: „Na klar tut es mir leid, wenn es den Verein und das Erntefest nicht mehr geben sollte. Aber man muss auch einen Cut machen. Ich bin nicht für Rumeiern und halbe Sachen. Ich habe die Vereinsarbeit gut gemacht, bis zuletzt. Finanziell sind wir gut aufgestellt, die Kriegskasse ist gut gefüllt.“ Ein potentieller Nachfolger hätte also einen leichten Start. Volker Röthig stünde auch mit Rat bereit, sollte dieser gebraucht werden. Er möchte nun seine neu gewonnene Freizeit mit seiner Ehefrau in Zukunft unter anderem dazu nutzen, seine Kinder in Greifswald und Dresden öfter zu besuchen und sich am Enkelkind zu erfreuen.

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