Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Gastrasse Eugal erreicht die Region / Oder-Spree-Kanal wird per Bohrung unterquert / Bei Hartmannsdorf entsteht eine Absperrstation

Bauvorbereitungen
Rohrlager für den Trassenbau fast voll

Anke Beißer / 10.02.2019, 07:00 Uhr
Kienbaum/Hartmannsdorf (MOZ) So langsam nimmt der Bau der Erdgastrasse Eugal in der Region Fahrt auf. Rohrlager in Kienbaum, Freienbrink und Hartmannsdorf sind untrügliche Zeichen. Bis Ende kommender Woche soll der Oder-Spree-Kanal untertunnelt sein.

Bauvorhaben dieser Kalibers erfordern eine immense Logistik. Einzelne Phasen müssen wie ein Zahnradgetriebe ineineinder greifen. Abgesehen von dem planerischen Vorlauf nebst Genehmigungsverfahren, die im Wesentlichen von 2016 bis Mitte 2018 gelaufen sind, mehren sich seit einer Weile die Anzeichen in der Region, dass es mit dem Bau losgeht.

Längst ist die künftige Trasse mit Pflöcken markiert und von Krötenzäunen begrenzt. In den zurückliegenden Tagen haben die Transporte von Rohren deutlich zugenommen. Bereits vollständig bestückt ist das in Kienbaum mit gut 550 Rohren, die für zehn Kilometer Pipeline bestimmt sind. In Freienbrink lagern etwas mehr als 580 Rohre – ausreichend für 10,5 Kilometer Leitung. In diesen Tagen eingerichtet wurde ein weiteres Lager in Hartmannsdorf, das noch weiter aufgefüllt wird. Wie Reemt Bernert, Sprecher bei der Gascade Gastransport GmbH – Bauherr und künftiger Betreiber von Eugal – sagt, wird es der größte Lagerplatz in der Region Oder-Spree. Hier warten am Ende sogar mehr als 610 Rohre für 11 Kilometer Pipeline auf den Einsatz. Sie alle sind übrigens codiert, so dass jederzeit ihre Lage bestimmt werden kann. Bis auf die Spezialanfertigungen misst jedes Rohr 18 Meter, hat einen Durchmesser von 1,4 Metern und wiegt 15 Tonnen. Die Anlieferung bis Freienbrink erfolgt über die Schiene. Jeder der Züge transportiert 81 Rohre – drei auf jedem Waggon. Die Rohre werden dann einzeln per Kran auf Lastwagen gehievt und zum Lagerplatz gebracht.

Derweil hat bei Hartmannsdorf der Bau einer Absperrstation begonnen, deren Schwestern etwa alle 12 bis 18 Kilometer entlang der insgesamt 480 Kilometer langen Trassen von der Ostsee bei Greifswald bis an die tschechische Grenze bei Deutschneudorf installiert werden.

Weit fortgeschritten ist auch die Bohrung unter dem Oder-Spree-Kanal hindurch. Laut Bernert soll sie Ende kommender Woche abgeschlossen sein. In dem Verfahren entsteht ein Hohlraum, dessen Wände mit Beton verstärkt werden. Durch die so geschaffene Röhre wird später die Pipeline geführt. Genauso wird bei der Querung der Spree nördlich von Stäbchen vorgegangen.

Bis der Einbau der Trasse ins Erdreich beginnt, wird der Mutterboden etwa einen halben Meter tief abgetragen. Es folgen Archäologen, die das Gelände untersuchen. Dann kommen die Rohre an die Strecke, werden verschweißt und erst danach in den Boden gebracht.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG