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Haushalt
Drei-Seen-Stadt fehlt viel Geld für nötige Investitionen

Spitzenreiter: Der Bau eines Stegs auf dem Campingplatz am Gudelacksee ist das teuerste Vorhaben in diesem Jahr. Er soll aber zu großen Teilen gefördert werden.
Spitzenreiter: Der Bau eines Stegs auf dem Campingplatz am Gudelacksee ist das teuerste Vorhaben in diesem Jahr. Er soll aber zu großen Teilen gefördert werden. © Foto: MOZ/Judith Melzer-Voigt
Brian Kehnscherper / 15.02.2019, 17:43 Uhr
Lindow (MOZ) Die Liste der für dieses Jahr angemeldeten Investitionen und notwendigen Reparaturen ist lang. Insgesamt 830 000 Euro wären nötig, um alle Vorhaben umzusetzen. Will Lindow keinen Kassenkredit aufnehmen, kann aber nur etwa die Hälfte des Geldes ausgegeben werden. Die Stadtverordneten werden einigen Projekten eine Absage erteilen müssen.

Kämmerin Doris Bergmann wollte mit den Stadtverordneten am Donnerstagabend ihren Haushaltsentwurf besprechen. Auf Wunsch des FPD-Mannes Bert Groche wurde das aber verschoben, weil er selbst den Etats-Entwurf erst drei Tage vor der Sitzung erhalten habe und ihm die Vorbereitungszeit nicht genügte. Um sich einen Überblick zu verschaffen, gingen die Abgeordneten und Bergmann trotzdem bereits die für 2019 angemeldeten Maßnahmen durch. Neben zahlreichen kleineren Ausgaben, sind auch einige Großprojekte geplant. Die größte Investition ist die in den zweiten Steg auf dem Campingplatz am Gudelacksee. Rund 217 000 Euro sind dafür veranschlagt. Allerdings fällt von dieser Summe dank Fördermitteln in Höhe von 163 000 Euro nur ein geringer Teil der Stadtkasse zu Lasten.

Auch die Kosten für die Fertigstellung der Slipanlage am Gudelacksee wird die Stadt nur zum Teil selbst begleichen müssen. Von den veranschlagten knapp 40 000 Eurowerden voraussichtlich drei Viertel mit Fördermitteln bezahlt. Ein Projekt, das in diesem Jahr dringend angegangen werden sollte, ist die Erarbeitung eines Tourismus-Entwicklungskonzepts. Amtsdirektor Danilo Lieske hat dafür Kosten in Höhe von 20 000 Euro angesetzt. Dieser Wert sei realistisch, habe er sich von mehreren Stellen versichern lassen. Das Konzept ist eine Voraussetzung dafür, dass Lindow den Titel „Staatlich anerkannter Erholungsort behalten und somit Kurtaxe kassieren darf.

Ansonsten fallen dutzende weitere Ausgaben an. Mehrere zehntausend Euro werden allein für die Wartung und Pflege von Wegen einkalkuliert. Auch der Tourismus-Pavillon wird Geld verschlingen. Für den Austausch einiger Dachplatten und einen neuen Tresen werden laut Vorplanung insgesamt 61 000  Euro benötigt. Beim neuen Kita-Gebäude gibt es ebenfalls Investitionsbedarf. Für Schallschutzdecken werden 11 000 Euro veranschlagt. Weitere 5000 Euro würde es kosten, wenn die Einrichtung das gewünschten Blockhaus bekommt, um darin die Outdoor-Spielgeräte unterzustellen.

Die Ortsteile haben ebenfalls Begehrlichkeiten angemeldet. Den teuersten Wunsch haben die Einwohner von Klosterheide. Sie würden gern einen Anbau am Sportplatzbungalow errichten, um darin Materialien für Feste zu lagern. 97 000 Euro würde das kosten. „Dann ist die Unterstellmöglichkeit ja teurer als die eigentliche Baracke“, empörte sich Jörg Rönnebeck (Fraktion Lindower Land).  Und auch der Kostenvoranschlag für den Umbau der Toiletten im Schönberger Gemeindehaus stieß einigen Abgeordneten übel auf: 55 000 Euro. Weitere 8 000 Euro fallen für die Planung an. Frank Bohry (CDU) hielt diese Summe für zu hoch.

Die Abgeordneten haben nun bis zum 26. Februar Zeit, sich zu überlegen, ob sie einige Vorhaben zu Gunsten eines ausgeglichenen Etats  schieben oder einen Kredit aufnehmen. Bei einer Sondersitzung am 26. Februar wollen sie sich dann mit dem Haushalt befassen.(bk)

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