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Stadtverwaltung soll noch in diesem Jahr ein Konzept erarbeiten / Geplante Bebauungen reduzieren Stellplätze

Parken
801 Plätze reichen nicht

Immer belegt: Vor dem Kulturhaus kann man kostenfrei parken. Diese Möglichkeit nutzen vor allem Mitarbeiter der Kreisverwaltung, die am frühen Morgen in die Stadt einpendeln. Ab 2020 wird hier das Parken nicht mehr möglich sein.
Immer belegt: Vor dem Kulturhaus kann man kostenfrei parken. Diese Möglichkeit nutzen vor allem Mitarbeiter der Kreisverwaltung, die am frühen Morgen in die Stadt einpendeln. Ab 2020 wird hier das Parken nicht mehr möglich sein. © Foto: Johann Müller
Doris Steinkraus / 16.02.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 16.02.2019, 12:12
Seelow (MOZ) In der Kreisstadt gibt es sage und schreibe 801 öffentliche Parkplätze im Zentrumsbereich. Dennoch reichen sie nicht aus. Künftig fallen einige sogar weg. Bis zum zweiten Halbjahr soll die Verwaltung daher ein Parkplatzkonzept erarbeiten.

Die Mitglieder des Bauausschusses staunten nicht schlecht beim Studieren der Liste. Mitarbeiter der Stadtverwaltung haben alle 30 Parkplätze im Zentrumsbereich aufgesucht, die Stellflächen gezählt und mit eigenen Fußmärschen ermittelt, wie lange man von welchem Parkplatz aus bis zum großen Kreisel braucht. Der längste Fußmarsch dauert acht Minuten. Wer schneller zu Fuß ist, schafft es zügiger, um etwa vom Parkplatz in der Slubicer Straße – mit 77 Stellflächen der größte – bis zum ehemaligen Kaufhaus zu gelangen.

Es gibt 466 Parkplätze ohne Zeitbegrenzung und weitere 355 mit. Eingeschlossen sind die kostenpflichtigen auf dem Areal der ehemaligen Konsumfleischerei in der Erich-Weinert-Straße.

Bürgermeister Jörg Schröder (parteilos) erläuterte, warum die Verwaltung das Thema auf die Tagesordnung gesetzt hat. „Es gibt eine Reihe wilder Parkplätze, wir haben unbefestigte Flächen und zudem werden in absehbarer Zeit Stellplätze wegfallen.“ Der vor dem Kulturhaus gehört dazu. 30 Fahrzeuge haben dort Platz. Vor allem Mitarbeiter der Kreisverwaltung parken dort. Ab 2020 ist die Stadt Eigentümer des Kulturhauses. Die Beschlüsse dazu sind gefasst. Dann soll die Fläche künftig autofrei sein.

„Auch die immerhin 46 Plätze auf der wilden Fläche in der Hinterstraße werden wahrscheinlich in absehbarer Zeit verschwinden“, kündigte Schröder an. Das Areal soll bebaut werden.

Im Frühjahr beginnen die Sanierungsarbeiten in der Breitenstraße. Statt derzeit 18 Parkplätzen werden dann nur noch zehn übrig bleiben. Eine Entlastung bringe die Nutzung der 32 Stellplätze in der Tiefgarage des Noch-Sparkassengebäudes, informierte der Bürgermeister. Ab 19. März stehen sie der Stadt als neue Eigentümerin der Immobilie zur Verfügung. Sie sollen kostenpflichtig jeweils zur Hälfte an Mitarbeiter der Stadt- und der Amtsverwaltung vermietet werden.

Geplant ist, die Fläche am Jungfernsteig (ehemals Bibliotheksbaracke) geordnet zu gestalten. „Wir brauchen aber ein schlüssiges Gesamtkonzept“, betonte der Bürgermeister. Man habe sogar die kühne Idee, eventuell auf dem Areal der ehemaligen Konsumfleischerei ein mehretagiges Parkhaus zu errichten – ähnlich dem am Klinikum in Frankfurt, natürlich kleiner. Entschieden werden müsse zudem, was mit der wilden Fläche im Kirchviertel geschieht. „Bauen wir dort Gebäude oder schaffen wir geordnete Parkplätze?“, stellte er in den Raum.

Jörg Schröder forderte die Fraktionen auf, sich in die Diskussion einzubringen und Vorschläge zu unterbreiten. Die Idee des Parkhauses fand schon allgemein Zustimmung. Einen weiteren befestigten Parkplatz im Kirchviertel sah Ausschussvorsitzender Klaus Richter (Linke) hingegen kritisch. Der Platz eigne sich vielleicht besser, um bauliche Akzente zu setzen.

„Wir kommen nicht umhin, uns der Problematik zu stellen“, befand Wolfgang Heinze (Linke). „Wir sind Mittelzentrum, haben viele Einpendler. Dem müssen wir Rechnung tragen.“ Das Gremium beauftragte die Verwaltung, im zweiten Halbjahr ein Konzept vorzulegen, über das dann im Fachausschuss beraten werden kann. Eine Aufgabe, die den neuen Abgeordneten obliegen wird. Denn mit den Kommunalwahlen am 26. Mai dürfte es auch eine veränderte Zusammensetzung der Stadtverordnetenversammlung und der einzelnen Ausschüsse geben.

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