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Entscheidung
Keine Zuschüsse mehr für gezuckerte Schulmilch

Ein Milchmixgetränk steht neben einem Stundenplan zum Verzehr bereit.
Ein Milchmixgetränk steht neben einem Stundenplan zum Verzehr bereit. © Foto: dpa-Zentralbild/Jens Wolf
dpa / 16.02.2019, 09:30 Uhr
Potsdam (dpa) Gezuckerte Milchprodukte an Brandenburgs Schulen sollen künftig nicht mehr bezuschusst werden.

Nachdem Verbraucherschutzvereine wie Foodwatch als erste die Praxis kritisiert hatten, fordern nun auch Vertreter der Landespolitik ein Ende der Subventionierung. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Die gezuckerte Milch wird bisher mit 16 Cent je Liter bezuschusst. Sie wird ab dem kommenden Schuljahr nicht mehr gefördert“, sagte Holger Lau vom Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF).

Im Januar hatten die Fraktionen der Linken, SPD und CDU im Potsdamer Landtag ihren Antrag auf ein Ende der Förderung eingebracht. Dabei war auf die steigende Zahl übergewichtiger Kinder im Land hingewiesen worden. Rund 350 000 Euro stehen im aktuellen Schuljahr dafür bereit, dass Schüler in Brandenburg ihre Milch vergünstigt erhalten.

„Das sollte zur Förderung gesunder Ernährungsgewohnheiten und des Verzehrs lokaler Erzeugnisse beitragen“, zitiert Lau aus dem Schulmilchprogramm, das vollständig aus dem Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL) der EU finanziert wird.

Eben diese regionalen Erzeuger üben aber Kritik an der Entscheidung, nur noch Schulmilch ohne Zuckerzusatz zu subventionieren. „Von den neun im Land Brandenburg anerkannten Schulmilchlieferanten sind schon jetzt sechs regionale Produzenten“, heißt es vom Landesbauernverband.

Da Milchmixgetränke bereits die Hälfte des Schulmilchangebots ausmachten, sei zu befürchten, dass die Schüler nicht wie gewünscht auf ungesüßte Milch umsteigen, sondern ganz auf das Angebot verzichten.

„Die Alternative wären dann Getränke aus dem Supermarkt mit einem wesentlich höheren Zuckeranteil“, warnt Verbandspräsident Henrik Wendorff. Grundsätzlich begrüßt sein Verband die Fortsetzung des Schulmilchprogramms, hält die Kritik an geförderter gezuckerter Schulmilch aber für „maßlos überzogen“.

„Aus unserer Sicht wäre eine Herabsetzung des Zuckeranteils bei Schulmilchprodukten der geeignetere Weg zur Förderung der Gesundheit“, sagt Wendorff. So könnte dem gestiegenen Ernährungsbewusstsein Rechnung getragen werden, ohne dass den Kindern die Freude an ihrem Kakao genommen werde.

Ähnlich sehen das auch Vertreter im Landeselternrat. „Weniger Zucker in der Milch würden viele Eltern begrüßen“, sagt Elternratsvorsitzende Ulrike Schwenter. Dass Kakao- oder Vanillemilch aber grundsätzlich nicht mehr gefördert werden sollen, sehe man kritisch.

Während ein Viertelliter gezuckerte Milch, deren Zuckeranteil laut Landesbauernverband nicht die sieben Prozent überschreiten darf, bisher mit vier Cent aus dem Programm bezuschusst wird, sind es bei ungezuckerter Milch zehn Cent. „Durch den Wegfall der Förderung für Milchmischgetränke kann die Förderung der Trinkmilch wahrscheinlich etwas erhöht werden“, stellt Lau in Aussicht.

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