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Feuerwehrbilanz
Zahl der Brände in Gransee geht weiter zurück

Eine starke Truppe, die sich zunehmender Beliebtheit erfreut: Die Granseer Jugendwehr führt mittlerweile schon eine Warteliste zur Aufnahme neuer Mitglieder. Für ihre Einsatzbereitschaft gab es am Sonnabend Auszeichnungen.
Eine starke Truppe, die sich zunehmender Beliebtheit erfreut: Die Granseer Jugendwehr führt mittlerweile schon eine Warteliste zur Aufnahme neuer Mitglieder. Für ihre Einsatzbereitschaft gab es am Sonnabend Auszeichnungen. © Foto: Wolfgang Gumprich
Wolfgang Gumprich / 17.02.2019, 20:29 Uhr
Altlüdersdorf Amtsdirektor Frank Stege brachte es auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Gransee am Sonnabend im Sport- und Gemeindezentrum Altlüdersdorf auf den Punkt: „Die Feuerwehr ist kein Kindergeburtstag!“

So dankte er den aktiven Kameraden für ihre ehrenamtliche Arbeit, den Familien, die die „Nicht-Anwesenheit eines Familienmitglieds“ aushalten müssten, weiter dankte er der großen Gruppe der Jugendfeuerwehr. Zugleich kündigte er den Neubau eines Stützpunktes für das Technische Hilfswerk (THW) im Gewerbegebiet an; er soll laut Stege 2,7 Millionen Euro kosten und die Feuerwehr bei ihrer Arbeit unterstützen.

Gransees Löschgruppenführer Uwe Valentin berichtete von 119 Einsätzen im vergangenen Jahr, die die 35 Feuerwehrmänner und drei -frauen zu bewältigen hatten. Dank des technischen Fortschritts geht auch im Amt Gransee die Zahl der Brände immer weiter zurück (2018 waren es 44), die Hilfeleistungen stiegen hingegen an. So verzeichnete Valentins Bericht 75 Einsätze. Und auch in Brandenburg scheint eine Unsitte immer weiter um sich zu greifen: Valentin schilderte einen Verkehrsunfall, bei dem sich der Pkw überschlug. Die junge Fahrerin berichtete der Feuerwehr, dass mehrere Fahrzeuge langsam an ihrem Auto vorbeifuhren, neugierig geschaut hätten und dann schnell weiter gefahren wären. Ein Mann des THW, der zufällig vorbeifuhr, holte schließlich Hilfe.

Valentin brachte noch einmal den 10. Juni 2018 in Erinnerung, ein Sonntag, an dem die Wehr zu einem Waldbrand gerufen wurde. Das Feuer war schnell gelöscht, aufkommender Regen half beim Löschen. Zurück im Gerätehaus hatte sich der Schauer zu einem wahren Platzregen entwickelt, der im Handumdrehen den Vorplatz und schließlich die Fahrzeughalle unter Wasser setzte. Hinzu kamen an jenem denkwürdigen Sonntag weitere 17 Einsätze im Stadtgebiet.

Auch Valentin rückte das Ehrenamt in den Fokus und lobte die Idee des Landes, jedem Feuerwehrkameraden jährlich 200 Euro Ehrenamtsprämie zu zahlen; pro zehn Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr soll es neben der Verdienstmedaille auch eine finanzielle Auszeichnung in Form von 500 Euro geben.

Die Würdigung des Ehrenamts ergänzte Amtsdirektor Stege noch einmal in seiner Rede. Die Regio Nord zahle jedem jungen Menschen, der eine Ausbildung in der Region mache, monatlich 100 Euro, wenn sie sich ehrenamtlich bei der Feuerwehr, dem THW oder dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) engagieren.

Stege erinnerte an den kürzlich verstorbenen Bundeswehrgeneral und späteren Innenminister des Landes Brandenburg, Jörg Schönbohm, dessen Motto „nicht reden, sondern handeln“ hieß. Er habe sehr viel für die Feuerwehren, besonders die in Gransee ermöglicht. Der Amtsdirektor verglich die Kameraden der Feuerwehr mit dem Verstorbenen: „Ihr seid genauso, ihr redet nicht, ihr handelt!“

Der ganze Stolz der Granseer Feuerwehr, die in diesem Jahr bereits auf ihr 127-jährige Bestehen zurückblicken kann,  ist die Jugendabteilung. „Seit dem vergangenen Jahr müssen wir eine Warteliste führen“, sagte Jugendwartin Christin Pahlow. Insgesamt 18 Jungen und zwölf Mädchen zwischen sechs und 18 Jahren sind Mitglieder in der Jugendfeuerwehr, die langsam „weg vom Kindergeburtstag“ zum echten Einsatz geführt werden. Die Jugendarbeit, so die Jugendwartin, umfasste im Jahr 2018 insgesamt 120 Stunden Theorie und Praxis, wobei die spielerischen Elemente wie Ferienlager, Schatzsuche oder die Übernachtung im Gerätehaus noch überwiegen, doch bei Wettbewerben mit anderen Jugendwehren werde es dann „ernst“. Viele Auszeichnungen hatte Christin Pahlow dann zu verteilen: Dienstausweise sowie Medaillen für regelmäßige Teilnahme an den Ausbildungsstunden. Bronze für durchschnittlich 26 Stunden, Silber für rund 50 Stunden im Monat und einen goldenen Pokal für die Teilnahme von mehr als 70 Stunden.

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