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Bedenken zu Lehrer-Whatsapp

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Symbolbild © Foto: Wolfram Kastl/dpa
dpa / 18.02.2019, 07:29 Uhr - Aktualisiert 18.02.2019, 07:56
Potsdam (dpa) Zahlreiche  Eltern und Lehrer kommunizieren in Brandenburg per Whatsapp. Ein Verbot wie in anderen Bundesländern gibt es nicht. Dies sorgt jetzt für Bedenken bei Datenschützern.

Die Kommunikation zwischen Lehrern und Eltern über Whatsapp ist in Brandenburg bislang nicht geregelt. Es liege im Ermessen der Schulen, einen entsprechenden Kontakt zu verbieten, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums auf Anfrage.

Andere Bundesländer haben den Lehrkräften dies ausdrücklich untersagt. In Baden-Württemberg etwa hatte das Kultusministerium die Nutzung sozialer Netzwerke an Schulen schon 2013 verboten. Das Schreiben untersagt Lehrern die Nutzung von Messenger-Diensten für die Kommunikation mit Schülern oder ihren Eltern ebenso wie für den Austausch der Lehrkräfte untereinander. Die Nutzungsbedingungen der Dienste seien demnach nicht mit dem Datenschutzrecht vereinbar.

Ein Verbot könne jedoch nicht kontrolliert werden, sagt Hartmut Stäker, Präsident des Brandenburgischen Pädagogenverbands, zu dem Thema. Bei der Verwendung von Whatsapp sei die Brandenburger Lehrerschaft zudem gespalten. Ein Teil der rund 20 000 Lehrer kommuniziere schon jahrelang über den Messengerdienst mit Schülern und Eltern, andere lehnten dies grundsätzlich ab.

Weder beim Austausch über private Mailadressen noch per Whatsapp sei der Datenschutz gewährleistet, sagt Stäker. Manche Lehrer lösten das Problem, indem sie einen Schüler beauftragten, eine entsprechende Gruppe in dem Messengerdienst einzurichten. Dann könne der Lehrer diesen Schüler kontaktieren, der die Informationen an die Klasse weitergebe.

Ulrike Schwenter vom Landesrat der Eltern Brandenburg hat bisher noch nicht per Whatsapp mit Lehrern kommuniziert. Sie halte das aber für eine gute Lösung. „Es ist schneller, moderner, es ist das Medium, das auch unsere Kinder benutzen“, sagt sie. Stattdessen setzen ihrer Erfahrung nach immer noch viele Lehrer auf Elternbriefe oder Mails.

Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hatte vor einem Jahr angekündigt, dienstliche Mail­adressen für alle Lehrer einzuführen. Das System wird aber erst 2020 verfügbar sein. Grund dafür ist laut Innenministerium unter anderem, dass die Dimension des Projektes unterschätzt wurde.

Auch in Berlin wird der Einsatz des Messengerdienstes zwischen Lehrern und Schülern kritisch gesehen. Bei der Datenschutzbeauftragten Maja Smoltczyk gibt es datenschutzrechtliche Bedenken, wie es aus ihrem Haus auf Anfrage hieß. Die Senatsverwaltung für Bildung äußerte sich ähnlich: Die Datenschutzgrundverordnung widerspreche einer Nutzung. Schulen handelten in Eigenverantwortung. Der Messengerdienst, der zum Facebook-Konzern gehört, steht vor allem wegen der Übertragung der Adressbuchdaten aus dem Smartphone auf Servern in den USA in der Kritik.

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