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Stolpe
„Einige Regionen Ostdeutschlands fühlen sich vergessen“

der ehemalige brandenburgische Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) im November 2017
der ehemalige brandenburgische Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) im November 2017 © Foto: dpa-Zentralbild/Ralf Hirschberger
dpa / 18.02.2019, 10:30 Uhr
Potsdam (dpa) Brandenburgs früherer Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) hält es für notwendig, manche Regionen im Osten stärker in den Blick zu nehmen.

„Es reicht nicht, sich über die schönen Erfolgsgeschichten wie im Berliner Umland oder in Jena und Leipzig zu freuen“, sagte der 82-Jährige in einem Interview der „Bild“-Zeitung (Montag). „Einige Regionen Ostdeutschlands fühlen sich vergessen.“ Es gehe auch um Lohn- und Rentengerechtigkeit.

Mit Blick auf Cottbus, das beim Verfassungsschutz als „Hotspot“ der rechtsextremen Szene in Brandenburg gilt, sagte Stolpe: „Eine ungewisse Zukunft erwartet viele Menschen. Einige laufen Populisten nach - teils aus Protest, teils aus Überzeugung. Das macht mir Sorgen.“ Die Politik müsse diese Menschen erreichen.

Der SPD-Politiker nimmt nach eigenen Angaben trotz seiner Krankheit noch viele Termine wahr. „Meine Stimmung ist gut. Meine Stimme ist aber schlecht“, betonte Stolpe, der seit Jahren an einer Krebserkrankung leidet. Die Zeitung wies darauf hin, dass das Gespräch nur per Mail und SMS geführt werden konnte.

„Wenn meine Behandlungstermine Zeit lassen, mache ich am Vormittag Texte, Interviews.“ Kleine Spaziergänge seien allerdings schon recht beschwerlich, berichtet Stolpe und betont: „Der Tod kommt auf jeden Menschen zu. Ein Testament habe ich verfügt.“

Der SPD-Politiker war von 1990 bis 2002 der erste Ministerpräsident Brandenburgs nach der Wiedervereinigung und von 2002 bis 2005 Bundesverkehrsminister. Stolpe sagte über seine Partei: „Auch in Brandenburg gibt es nicht mehr automatisch eine mit Abstand starke SPD.“ Er sei aber zuversichtlich, dass die SPD als Sieger bei der Landtagswahl am 1. September durchs Ziel gehe. In jüngsten Umfragen liegen SPD, CDU, AfD und Linke eng beieinander.

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