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Entscheidung
Wustermark wird nicht abgekoppelt

Auch in Zukunft rollen die Züge von Potsdam über Wustermark nach Berlin, wie nach Abschluss des Moderationsverfahrens klar ist.
Auch in Zukunft rollen die Züge von Potsdam über Wustermark nach Berlin, wie nach Abschluss des Moderationsverfahrens klar ist. © Foto: Patrik Rachner
Sandra Euent / 18.02.2019, 13:28 Uhr
Wustermark/Potsdam (MOZ) Wustermark wird nicht abgekoppelt - das ist wohl die Quintessenz aus dem Moderationsverfahren zur Linienführung der künftigen RB 21. Infrastrukturministerin Kathrin Schneider verkündete gemeinsam mit dem Moderator Hans Leister und Maria Zunke als Vertreterin der Bürgerinitiative (BI) „Nicht ohne Wustermark“ das Ergebnis am Montag in der Staatskanzlei in Potsdam.

Seit dem vergangenen Jahr hatten sich mehrmals alle beteiligten Parteien getroffen, um im Moderationsverfahren zu klären, ob eine Linienführung der Regionalbahn 21 (Potsdam - Berlin Gesundbrunnen über Spandau) auch mit dem Haltepunkt Wustermark möglich wäre. Im aktuellen Landesnahverkehrsplan 2018 war die Landesregierung davon ausgegangen, dass dies wirtschaftlich und fahrplanmäßig nicht funktioniert und nur eine Führung über einen neuen Haltepunkt in Elstal-West zu realisieren ist.

Dagegen hatte sich im Ortsteil Wustermark schnell Widerstand organisiert. Die Pendler fühlten sich abgehängt. Derzeit und noch bis 2022 fährt eine Regionalbahn von Potsdam nach Wustermark und eine Linie von Wustermark nach Berlin (zusätzlich zum RE4). Die Bürgerinitiative „Nicht ohne Wustermark“ gründete sich und kämpfte für „ihren“ Bahnhof. Dabei legten sie immer wieder fachlich fundierte Analysen und konkrete Vorschläge vor, so dass schließlich das Infrastrukturministerium einem Moderationsverfahren zustimmte.

In diesem saßen neben dem Infrastrukturministerium der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, die Gemeinde Wustermark, der Landkreis Havelland mit der DB Netz AG und der Bürgerinitiative an einem Tisch. In konstruktiven Gesprächsrunden, wie nicht nur die Ministerin, sondern auch Moderator Hans Leister bestätigte, suchte man nach einer gemeinsamen Lösung. Fragebögen wurden ausgewertet, Fakten gesammelt, Fahrpläne wurden gewälzt, die Entwicklung der Gemeinde betrachtet und die notwendigen Infrastrukturanpassungen - Stichwort neuer Bahnsteig in Elstal-West - durchgerechnet.

Dabei kam unter anderem heraus, dass die nötigen Investitionen für die neue Linienführung statt im niedrigen einstelligen Millionenbereich wohl eher 13 Millionen Euro betragen würden - unverhältnismäßig hoch, wie im Abschlussbericht festgehalten wurde. Zudem habe sich herausgestellt, dass sich die Fahrtzeitverlängerungen bei einer Linienführung über Wustermark in Grenzen hielte - sie wird vorraussichtlich sieben Minuten betragen. Einzig die Bahnfahrenden, die von Potsdam nach Rathenow über Wustermark pendeln, müssen mit einer etwas deutlicheren Fahrtzeitverlängerung rechnen - jedoch nur in dieser Richtung. Allerdings, wie Maria Zunke anmerkte, hätte es diese Fahrtzeitverlängerung auch gegeben, wenn die RB 21 an Wustermark vorbei geführt hätte.

Wichtig ebenfalls: Noch ist nichts 100-prozentig sicher. Denn der endgültige Fahrplan wird erst im April 2022 stehen. Dann weiß man auch, wieviele Fernzüge auf der Strecke Hannover-Berlin unterwegs sein werden. Doch nach jetzigem Kenntnisstand kann die RB 21 über Wustermark geführt werden. Sollte sich das doch zerschlagen, wurde im Moderationsverfahren eine Rückfallvariante vereinbart, wie es Zunke wichtig war zu sagen. Dann wird es so wie bisher zwei getrennte Regionalbahnlinien geben - eine von Potsdam bis Wustermark und eine von Wustermark nach Berlin.

Wustermarks Bürgermeister Holger Schreiber war ebenfalls glücklich mit dem Ausgang des Verfahrens. Die sehr positive Entwicklung Wustermarks, sowohl was die Gewerbeansiedlungen als auch den Bevölkerungszuwachs betrifft, hatte er in das Moderationsverfahren einbringen können.

Was das Moderationsverfahren auch ans Licht brachte, ist, dass eine Verbesserung der Anbindung für Fußgänger und Radfahrer an den Bahnhof Wustermark nötig ist. Auch der überörtliche Busverkehr sollte verbessert und mehr Park-and-Ride-Plätze geschaffen werden.

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