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Kriminalität
Netto-Räuber inszenieren Festnahme

Die Bilder einer Überwachungskamera zeigen, wie die Täter eine Verhaftung im Markt inszenieren.
Die Bilder einer Überwachungskamera zeigen, wie die Täter eine Verhaftung im Markt inszenieren. © Foto: Polizeidirektion Ost
Thomas Sabin / 18.02.2019, 14:09 Uhr - Aktualisiert 18.02.2019, 14:34
Frankfurt (Oder) (MOZ) Drei unbekannte Täter haben in einem Zeitraum von zwei Monaten sechs Netto-Discounter in Brandenburg und Berlin überfallen. Die Bande führte bei ihren Überfällen immer das gleiche Theaterstück auf und erbeutete dadurch Bargeld. Die Polizei bittet um Mithilfe und sucht Zeugen.

Am 4. Oktober betritt ein Mann den Netto in Berlin-Weißensee in der Berliner Allee. Er trägt eine gesteppte, dunkelgrüne, schwarze Sporthose mit weißem Logo auf dem rechten Oberschenkel. Kurz vor Ladenschluss kauft er ein und will den Markt wieder verlassen. Daraufhin drängen ihn zwei Männer zurück in den Laden. Sie geben sich als Kriminalpolizisten aus, tragen grüne Marken um den Hals und täuschen eine Festnahme vor.

Die beiden vermeintlichen Beamten – einer mit gefütterter, schwarz-grauer Jacke mit schmalem Fellkragen, hellblauer Jeans, Schiebermütze auf dem Kopf, schwarze Schuhe und schwarze Lederhandschuhe, der andere mit schwarzer, hüftlanger Jacke, schwarzem Basecap, grüner Hose und schwarzer Aktentasche bei sich – drücken dem vermeintlichen Dieb die Arme auf den Rücken. Es ist ein inszeniertes Schauspiel, denn die drei gehören zusammen. Eine Mitarbeiterin führt die Männer in das Büro des Marktes. Dort schwenken die Männer um und entpuppen sich als Räuber. Sie verlangen Bargeld, fesseln die Angestellten und lassen sie auf dem Boden liegend zurück.

Laut Polizei war es der erste von sechs Überfällen der Bande. Am 23. Oktober schlugen sie in Woltersdorf zu, am 1. November in Potsdam, 14 Tage später in Fredersdorf-Vogelsdorf und am 20. November in Nauen zu. Der letzte Überfall ereignete sich am 6. Dezember in Berlin-Spandau.

Alle sechs Märkte haben eines gemeinsam: „die Lichtverhältnisse waren schlecht, sie wurden bei Nacht überfallen und sie haben eine gute Anbindung an den Berliner Ring, so dass die Tätern einfach fliehen konnten“, teilt die Polizei mit. Zudem haben die Täter die Angestellten auf Deutsch angesprochen untereinander jedoch in einer anderen Sprache kommuniziert. Welche Sprache das war, sei noch unklar. Als Fluchtfahrzeuge nutzten die Räuber einen Renault Laguna oder einen VW Vento mit gestohlenen Kennzeichen.

Die Polizei sucht nun Zeugen, die eine fingierte Festnahme an den Tatorten beobachtet haben. Für Hinweise hat das Unternehmen Netto (rot) eine Belohnung von 2000 Euro in Aussicht gestellt.

Die Kriminalpolizei in Frankfurt (Oder) nimmt Hinweise zu den Tätern entgegen unter Tel.: 0335 561 2727. Hinweise zu diesen Straftaten können auch über die Internetwache an die Polizei weiterleiten.

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