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Termin für die Endabnahme der Sanierungsarbeiten vier Wochen vor Ende der Fristsetzung durch die EU

Wasserstraßen
Werbellinkanal ist vollgelaufen

Nach der Flutung: André Nedlin, Amtsdirektor von Biesenthal-Barnim, besichtigt den wieder vollständig mit Wasser gefüllten Werbellinkanal. Die Spundwände werden gegenwärtig herausgezogen.
Nach der Flutung: André Nedlin, Amtsdirektor von Biesenthal-Barnim, besichtigt den wieder vollständig mit Wasser gefüllten Werbellinkanal. Die Spundwände werden gegenwärtig herausgezogen. © Foto: Wolfgang Rakitin
Olav Schröder / 19.02.2019, 06:00 Uhr
Marienwerder (MOZ) Die Sanierung des Werbellinkanals bei Marienwerder wird voraussichtlich vor der Fristsetzung für diese Arbeiten fertig. Nach Auskunft des Biesenthal-Barnimer Amtsdirektors André Nedlin ist der Termin für die Endabnahme des Kanals auf den 28. Februar anberaumt worden.

Sofern die Abnahme am 28. Februar tatsächlich erfolgt, würde die Sanierung eines rund 1,3 Kilometer langen Kanalabschnitts bei Marienwerder einen Monat vor der Fristsetzung durch die EU abgeschlossen. Anderenfalls stände die Rückzahlung von Fördermitteln in Höhe von 5,3 Millionen Euro an. Der ursprünglich zugeschüttete Kanal war nach seiner Wiederherstellung zwar 2011 eröffnet worden, das Landesumweltamt sperrte ihn jedoch wegen festgestellter Undichtigkeiten vier Jahre später. Daraufhin setzte die EU eine Sanierungsfrist fest: Würde die Wasserstraße bis zum 31. März 2019 nicht nutzbar sein, würde die EU die Fördermittel zurückverlangen. Da die Gemeinde Marienwerder als Bauherr des Werbellinkanals aufgetreten war und sie die Fördermittel für das Bauvorhaben erhalten hatte, droht auch ihr die Rückforderung des Geldes.

„Der Wasserstand des Kanals hat jetzt seine endgültige Höhe erreicht“, sagte André Nedlin. Aufgrund des Frostes hatte es zuvor noch eine kurze Verzögerung gegeben, da die Flutung um einige Tage verschoben wurde. Inzwischen sei sie erfolgt, jetzt ständen nur noch einige Restarbeiten. Gegenwärtig werden noch Metallwände entfernt. Außerdem wird noch Oberboden aufgebracht, in den dann Rasen eingesät wird.

Über die Schadensursachen gibt es unterschiedliche Auffassungen. Die Sanierung des beanstandeten Teilstücks wird nach Ausschreibung des Auftrags von dem gleichen Unternehmen ausgeführt, das den Kanal errichtet hat. Ein wesentlicher Teil der Sanierung bezog sich auf die Verlegung neuer Dichtungsmatten. Eine Teilabnahme dieser Arbeiten erfolgte bereits im Dezember vergangenen Jahres.

Die Abstimmung mit dem Ministerium zum Abnahmetermin sei in der vergangenen Woche erfolgt. Sämtliche Teilabnahmen seien bislang alle positiv verlaufen, so Nedlin. Wird dies auch am 28. Februar der Fall sein, könnte in einem nächsten Schritt die Sperrung des Kanals durch das Landesumweltamt aufgehoben und sodann auch die Inbetriebnahme durch das Verkehrsministerium freigegeben werden. Die Bestätigung des allgemeinen Gebrauchs des Bauwerks wird vom Landkreis Barnim vorgenommen.

Mitte März könnte der Betrieb tatsächlich aufgenommen werden, so dass der Kanal auf jeden Fall dann im Frühjahr befahren werden könnte, blickt Nedlin voraus. Als Verbindung zwischen dem Finowkanal und dem Werbellinsee ist der Werbellinkanal Teil der Wassertourismus Initiative Nordbrandenburg (WIN). Mit der Eröffnung des Kanals für den Bootsverkehr baut André Nedlin daher auf eine Belebung des Wassertourismus in der Region, nicht zuletzt aufgrund der Unterstützung durch den WIN-Vorsitzenden, dem Barnimier Landrat Daniel Kurth (SPD).

Neben dem Zeitplan werde wohl auch der Finanzierungsplan für die Sanierung eingehalten, so Nedlin. Zwar liege naturgemäß noch keine Endabrechnung vor, doch die eingeplanten 3,5 Millionen Euro würden nicht über-, sondern voraussichtlich etwas unterschritten.

Noch einige Zeit länger wird die rechtliche Klärung der Schadensursache dauern. Mit der Vorlage eines im Auftrag des Richters angefertigten Gutachtens sowie der darauf folgenden Stellungnahmen uand der letztendlichen Entscheidung sei frühestens Ende des Jahres zu rechnen, so Nedlin.

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