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Ein Tag der offenen Tür zum Thema „Pflegeberufe“ lockt Interessierte nach Lobetal

Karriere
Orientiert ins Berufsleben

Vielfältig: Selina Flögel und Carsten Borkert zeigen Möglichkeiten der Beschäftigung bei Demenzerkrankten Menschen am Tag der  offenen Tür im Diakonischen Bildungszentrum Lobetal.
Vielfältig: Selina Flögel und Carsten Borkert zeigen Möglichkeiten der Beschäftigung bei Demenzerkrankten Menschen am Tag der offenen Tür im Diakonischen Bildungszentrum Lobetal. © Foto: Renate Meliß
Renate Meliß / 19.02.2019, 06:45 Uhr
Lobetal Großer Ansturm auf das Diakonische Bildungszentrum in Lobetal  – am Samstag fand dort der diesjährige Tag der offenen Tür statt. Er ist ein Highlight zu Beginn jedes Jahres in der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal.

„Also ich mach gerade mein Fachabi in Templin und würde gern Erzieherin werden. Welche Möglichkeiten habe ich denn hier?“  Laura Schreiber  freut sich, als sie erfährt, dass sie gleich mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres starten kann. Sie hatte sich schon immer für eine Erzieherausbildung interessiert und bereits in der elften Klasse ein Praktikum in einer Kita absolviert. Damit hat sie gute Voraussetzungen.

Auch Anja Bredemeister  bekommt eine Empfehlung.  Gerade ist ihr kleiner Sohn in der Kita zur Eingewöhnung und sie möchte jetzt mit einer beruflichen Ausbildung starten. Am Samstag besuchte sie den Tag der offenen Tür, um sich zu informieren. „Du könntest zunächst mit dem Sozialassistenten beginnen und hast dann im Anschluss deine Fachoberschulreife“, empfiehlt ihr Vanessa Foerster vom Diakonischen Bildungswerk Lobetal.

Wie begehrt das Diakonische Bildungszentrum in Lobetal ist, zeigte wie in jedem Jahr wieder der große Besucherandrang.  Etwa 250 Schülerinnen und Schüler hatten sich an der Vorbereitung dieses Tages beteiligt. Geschäftsführer Martin Wulff, Landtagspräsidentin Britta Stark, Axel Vogel, Abgeordneter Bündnis 90/Die Grünen begrüßten die Gäste um 10 Uhr im Bildungszentrum, das weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist.

Ein wichtiger Punkt war auch die künftig in Lobetal geplante „generalistische Pflegeausbildung“. Damit gemeint ist  eine neue Pflegeausbildung, welche die bisherigen Ausbildungen der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege miteinander verbindet. Mit dem neuen Berufsabschluss „Pflegefachfrau“ oder „Pflegefachmann“ können die examinierten Fachkräfte dann in allen Pflegebereichen arbeiten. Geregelt ist die generalistische Ausbildung im Pflegeberufereformgesetz, das im Juni 2017 vom Bundestag beschlossen wurde.

Einige Räume weiter finden sich an diesem Tag der offenen Tür interessierte Jugendliche am PC ein, um an Tests zu verschiedenen Ausbildungsgänge teilzunehmen: Sind sie denn aufgrund ihrer Persönlichkeit geeignet Heilerzieher, Sozialassistent, Erzieher  oder Altenpfleger zu werden? Selina Flögel ist im zweiten Lehrjahr zur Altenpflegerin im Regine-Hildebrandt-Altenpflegeheim und macht im Diakonischen Bildungszentrum ihre Ausbildung. Gemeinsam mit ihrem Mitschüler Carsten Borkert stellt sie Möglichkeiten der Beschäftigung für demenzerkrankte Menschen vor. Auf dem Tisch liegen Schneekugeln, Heißklebepistolen und anderen Bastel-materialien. „Es kommt drauf an, was die Patienten früher gemacht haben, viele haben daran positive Erinnerungen, dort können wir sie abholen“, erklärt sie und weist besonders auf die Aktivierung der noch vorhandenen Ressourcen der Betroffenen hin. „Es ist aber egal, ob es Menschen in einem Altenpflegeheim, einer Rehaeinrichtung oder im privaten Haushalt sind, wichtig ist, dass sie sich treffen und Kontakt zu anderen Gleichgesinnten erhalten.“

Gerade ältere Menschen singen, malen oder rätseln oft gerne, weiß Selina Flögel. Das Fach Betreuung gehört daher zur Ausbildung dazu wie  auch die Milieugestaltung für Demenzerkrankte. Nähe und Distanz gleichzeitig zu bewahren, sei für die meisten Pflegekräfte ein stetiger Balanceakt im Umgang mit hilfebedürften Menschen. „Ich bin eine Schwester für sie, die gerne hilft, vielleicht auch eine Freundin für den, der keine Angehörigen mehr hat. Vor allem aber versuche ich, die Menschen so zu behandeln, wie ich selbst im Pflegefall behandelt werden möchte“, so Selina Flögel.

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