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Handy in der Schule
Miteinander reden statt tippen

Verboten: Eine Schülerin schaltet ihr Handy aus, da die Nutzung während der Schulzeit an ihrer Schule nicht erlaubt ist.
Verboten: Eine Schülerin schaltet ihr Handy aus, da die Nutzung während der Schulzeit an ihrer Schule nicht erlaubt ist. © Foto: Annika Funk/MOZ
Annika Funk / 19.02.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 19.02.2019, 15:49
Strausberg (MOZ) Seit vergangenem Jahr gilt an französischen Schulen das Handyverbot. In Brandenburg jedoch gibt es kein entsprechendes Gesetz, das die Nutzung untersagt. Daher gehen Schulen in Strausberg, Neuenhagen und Rüdersdorf unterschiedlich mit der Thematik um.

Handys gehören zum Alltag der Schüler dazu. Doch ob die Mobiltelefone in der Schule benutzt werden dürfen oder die Smartphones während der Schulzeit in der Tasche bleiben müssen, das ist in Brandenburg abhängig von der Einstellung der jeweiligen Bildungseinrichtung. Dass ständiges Getippe, Nachrichtentöne und Klingeln den Unterricht stören können, da sind sich die Schulen aber einig. Im Unterricht müssen daher die Handys in der Regel ausgeschaltet sein.

Die Leiterin des Strausberger Theodor-Fontane-Gymnasiums, Marieta Gruber ist von dem Handyverbot an ihrer Schule überzeugt. „Einige Eltern reagieren aggressiv, andere hingegen freuen sich, wenn ihre Kinder das Smartphone abgeben müssen“, sagt sie. Denn die Hausordnung untersagt die unbefugte Benutzung auf dem gesamten Schulgelände und befürwortet persönliche Unterhaltungen ohne den Einsatz von Technik. „Die Handys müssen ausgeschaltet sein. Wird ein Schüler außerhalb planmäßiger Freistunden mit dem Handy erwischt, muss er es abgeben.“ Beim ersten Mal dürfen die Schüler des Gymnasiums ihr Mobiltelefon selbst abholen. Geschieht dies jedoch ein weiteres Mal, müssen die Eltern persönlich zur Schulleitung. Das habe sich bewährt.

Dabei sei zu unterscheiden, dass in der Sekundarstufe I allgemein ein Handyverbot am Fontane-Gymnasium herrscht. Nur die älteren Schüler dürften in Freistunden in der Cafeteria oder auf dem Schulhof ihr Handy benutzen. Für Unterrichtszwecke hingegen sei es nach Absprache mit den Lehrkräften manchmal sogar im Klassenraum erlaubt.

Das gilt auch für das Oberstufenzentrum in Strausberg – jedoch gibt es an dieser Schule kein generelles Verbot. Das liegt laut Schulleiterin Gudrun Thiessenhusen daran, dass die Lehrer ganz unterschiedlich mit der Technik umgehen. „Einige binden die Smartphones der Schüler mit in den Unterricht ein, andere hingegen verbieten die Handynutzung ganz und gar.“ Daher werde über das Thema an ihrer Schule immer wieder diskutiert. Ein komplettes Verbot sei aufgrund der verschiedenen Unterrichtsweisen jedoch nicht möglich. „Wir sind sehr vielfältig“, begründet Thiessenhusen.

Während die Geräte in den Brandenburger Schulen für Diskussionsstoff sorgen, gibt es seit vergangenem Jahr in Frankreich und seit 2006 im Freistaat Bayern eine Regelung, die besagt, dass Mobiltelefone auf dem Schulgelände ausgeschaltet bleiben müssen. Doch auch dort können die Lehrer Ausnahmen gestatten. Diese Unterschiede sind innerhalb Deutschlands möglich, da die Bildung Ländersache ist.

Die Schulleiterin Edelgard Pecher ist sicher, dass die Schüler Smartphones während der Schulzeit nicht benötigen. Daher heißt es am Einstein-Gymnasium in Neuenhagen: „Mit Betreten des Schulgeländes muss das Handy ausgeschaltet sein.“ Auch an dieser Schule wird hierbei zwischen Sekundarstufe I und II unterschieden. Nur die Schüler der zehnten bis zwölften Klasse dürfen in den Freistunden und den angrenzenden Pausen im Raum oder außerhalb der Pausen in der Cafeteria ihr Mobiltelefon einschalten und verwenden.

Zwar ist an der Neuenhagener Oberschule sowie der Rüdersdorfer Grund- und Oberschule und dem Heinitz-Gymnasium das Handy nicht auf dem Schulgelände verboten, doch müssen dort ebenfalls die Lehrer entscheiden, ob das Mobiltelefon als Lehrmittel und für Recherchezwecke eingesetzt werden darf.

Die Leiterin des Heinitz-Gymnasiums, Gabriele Schölzel vertritt die relativ freie Nutzung der Technik. „Wir streben an, die Schüler zum verantwortungsvollen Umgang mit dem Handy und anderen Medien zu erziehen.“ Dabei nutze die Schule die Möglichkeiten, die externe Berater wie die Polizei ihnen anbieten. Da dadurch aber nur der kriminelle Bereich abgedeckt sei und es immer mehr Studien zu den Dauergebrauchsfolgen von Handys gibt, werde über das Verbot immer wieder debattiert.

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