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Handball
Hanseaten bekommen neuen Steuermann

Räumt den Trainerstuhl am Saisonende: Thomas Brigzinsky.
Räumt den Trainerstuhl am Saisonende: Thomas Brigzinsky. © Foto: Gunnar Reblin
Gunnar Reblin / 19.02.2019, 07:15 Uhr
Wittstock (MOZ) Trotz der jüngsten Niederlage in Angermünde halten die Landesliga-Handballer des FK Hansa Wittstock strikt Kurs Richtung Meisterschaft. Die Krönung mit dem Aufstieg in die Verbandsliga könnte folgen. Und dennoch wird es zur neuen Saison einen Trainerwechsel geben.

Nach zehnjähriger, überaus erfolgreicher Trainertätigkeit räumt Thomas Brigzinsky seinen Stuhl. Freiwillig. Sein Nachfolger steht mit Sven Hennigs, der aktuell als Co-Trainer fungiert und die A-Junioren betreut, bereits fest.

Es sind durchaus große Fußstapfen in die Sven Hennigs tritt. Denn Thomas Brigzinsky war und ist eine der prägenden Figuren beim sich im Aufschwung befindenden Wittstocker Handball, vornehmlich im Männerhandball. Aber auch im Nachwuchsbereich engagiert sich das Wittstocker Urgestein seit Jahren mit großem Engagement. Schon immer betonte Brigzinsky, den alle nur „Benno“ rufen, dass ihm der Nachwuchs sehr am Herzen liegt. „Die Jugend geht vor“, so das unumstößliche Credo des 43-Jährigen. Die Nachwuchsarbeit bei Hansa verdient seit Jahren das Prädikat „vorbildlich“. Und in den Juniorenbereich zieht es ihn nach Ablauf der Landesliga-Saison wieder zurück, genauer gesagt, er will seine Erfahrungen noch umfangreicher, zudem mit einem größeren Zeitfenster versehen einbringen.

Noch trägt Thomas Brigzinsky aber bis Anfang Mai die Verantwortung bei den Männern. Sieben Spiele verbleiben bis zum Serienende. Die erste Niederlage (22:26 in Angermünde/RA berichtete) im 13. Saisonspiel war womöglich ein Warnschuss zu rechten Zeit, nur nicht nachzulassen im Meisterrennen. „Dieses Spiel musst du nicht verlieren. Der Titelkampf ist nun wieder spannend. Wir haben noch einige schwere Aufgaben, die zu Stolpersteinen werden könnten, vor uns“, betont der Hansa-Coach. Er geht in jedem Fall nicht davon aus, dass die Verkündung des Trainerwechsels zur neuen Saison zu einem Spannungsabfall führt(e), der den Hanseaten die Meisterschaft kosten könnte. Und wenn die sportliche Platzierung, sprich Rang eins, es den Wittstockern ermöglichen würde, in die Verbandsliga aufzusteigen, „würde sich die Mannschaft diesmal im Gegensatz zur Saison 2016/17 wohl nicht dagegen wehren, sollte es dazu kommen“, erklärt Brigzinsky. Er selbst habe das Ziel Aufstieg nicht ausgerufen.

In jedem Fall wäre die Meisterschaft gepaart mit dem Aufstieg wohl der beste Abschied, den sich ein Trainer wünschen kann. Und für Brigzinskys Nachfolger Sven Hennig – beide spielten einst zusammen für Hansa – eine große Herausforderung. Der 37-Jährige übernimmt eine gefestigte Truppe, die so zusammenbleibt wie sie ist, betont der scheidende Coach. Bei ihm habe sich bereits vor zwei Jahren zu Weihnachten der Gedanke verfestigt, den Staffelstab weiterzureichen. Mehr Zeit für die Familie und die Ausbildung des Nachwuchses seien die Beweggründe. Intern war dies bekannt. Brigzinsky: „Jetzt haben wir eine gute Lösung gefunden. Sven hat Lust darauf, und ich werde ihm in der Anfangszeit unter die Arme greifen.“

Vornehmlich wird sich Thomas Brigzinsky jedoch um die künftige C-Jugend kümmern. Aktuell bildet er zusammen mit Kumpel Christian Hamann – der Torwart war langjähriger Kapitän der Männermannschaft – die D-Junioren aus, die dann zur neuen Saison in den nächstälteren Jahrgang wechseln werden. Bis es soweit ist, wird „Benno“, der als emotionaler Typ an der Seitenlinie bekannt ist, die Männer in der Landesliga zu Höchstleistungen animieren.

Das Team um Kapitän Hannes Holtmann will dem langjährigen Coach den Traumausstand bescheren. „Wir als Mannschaft haben uns den Aufstieg als Ziel gesetzt“, so Holtmann. Laut dem Führungsspieler wurde die Bekanntgabe des Trainers, sich zurückzuziehen, mit schmerzenden Herzen aufgenommen. „Jeder im Verein hatte sich gewünscht, dass noch viele Jahre mit Benno dazukommen, aber jeder versteht auch seine Beweggründe.“ Der Trainer habe die Spieler nicht nur sportlich vorangebracht, sondern auch als Persönlichkeit, „weil er extremen Wert auf die soziale Komponente legt“. Zusammen mit den anderen Führungsspielern will Holtmann nun den Einstieg für Sven Hennigs, der die A-Jugend weiter betreuen und somit auch ein wichtiges Bindungsglied bleibt, so leicht wie möglich machen.

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