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Peter Sperr empört über Diebstahl von Beauregarder Friedhof / Ortsvorsteher regt an, Laternen brennen zu lassen

Metalldiebe unterwegs
Zäune von Familiengrab gestohlen

Nadja Voigt / 19.02.2019, 07:30 Uhr
Altwriezen/Beauregard (MOZ) Knapp ein Jahr nach den Vorfällen in Mädewitz ist nun der Friedhof in Beauregard betroffen: Von ihm wurden Metallzäune einer Grabumrandung gestohlen. Auch zwei Türen zu anderen Familiengräbern fehlen.

Ortsvorsteher Peter Sperr ist sauer. „Wer macht so etwas“, fragt er sich. Und stößt Verwünschungen aus. „Das ist verachtenswert“, urteilt er über die Diebe, die sich an den historischen Grabumrandungen zu schaffen gemacht haben. In anscheinend zwei Aktionen haben sie vom Familiengrab der Krätzers auf dem Friedhof in Beauregard die Metallteile abtransportiert. Eine Grabstelle, die über 100 Jahre alt ist. Und wo es noch Familienangehörige gibt. Eine Nachbarin habe die Familie von Reinhard Krätzer, der der älteste Sohn der Familie ist und in Berlin lebt, informiert. „Und der hat dann mit mir Kontakt aufgenommen“, berichtet der Ortsvorsteher. Und auch Anzeige erstattet.

Peter Sperr spricht von Friedhofsschändung und einer „abscheulichen Tat“. Die Tafeln immerhin, die an die toten Familienmitglieder erinnern, liegen auf der Grabfläche. Und sind unbeschädigt. „Ich staune, das sie die nicht auch noch mitgenommen haben, um sie abzuschleifen und wieder zu verkaufen“, sagt Peter Sperr sarkastisch.

Es irritiert ihn jedoch, das niemand etwas von dem Diebstahl mitbekommen hat. „Mein Wohnzimmer liegt hinten raus“, sagt der Nachbar über den Gartenzaun fast entschuldigend. Doch Peter Sperr ist sich sicher, das das nachts passiert sein muss. „Und um 23 Uhr gehen hier alle Laternen aus“, so der Wriezener Stadtverordnete, der das Thema gleich im jüngsten Ausschuss für Gewerbe, Ordnung, Sicherheit, Umwelt, Landwirtschaft und Tourismus ansprach. Und anregte, wenigstens ein paar Leuchten im Dorf über Nacht brennen zu lassen.

Wie sich beim Rundgang über den Friedhof am Montag herausstellte, fehlen, wie bei den Diebstählen in Mädewitz vor einem Jahr, auch an anderen Familiengräbern die Pforten. Damals hatten ebenfalls  Unbekannte auf dem Neukietzer Friedhof die Umrandung einer Grabstelle sowie zwei weitere Tore von benachbarten Grabstellen gestohlen. 
Auf dem ganzen Friedhofsgelände fanden sich damals deutliche Spuren des Raubzuges, der, wie es aus Polizeikreisen hieß, ebenfalls schon zwei Wochen vorher begann. Denn damals verschwanden erstmals handgeschmiedete Eisenteile vom kleinen Friedhof, gegenüber dem Neumädewitzer Bürgerhaus kurz vor dem Ortsausgang. Pfarrer Christian Moritz von der Kirchgemeinde Wriezen zeigte sich damals ähnlich empört, wie Ortsvorsteher Sperr heute. „Es handelt sich um Grabschändung und Störung der Totenruhe“, so Pfarrer Moritz gegenüber dieser Zeitung.

Im Dorf ging man 2018 davon aus, dass die handgearbeiteten schmiedeeisernen Teile sandgestrahlt und wieder zum Verkauf angeboten würden. Auch Peter Sperr spricht von „Auftragsdiebstählen“. „Wahrscheinlich handelt da jemand mit historischen Bauteilen“, vermutet er.

Wie der Friedhof in Mädewitz ist auch der Beauregarder mit Hecken eingefasst. Nur sind die in dem Wriezener Ortsteil noch viel höher. Und besagtes Grab liegt hinter einem mannshohen Grabstein. „Und sicher sind die Diebe hinten über das Feld gekommen“, vermutet Peter Sperr. „Dort steht die kleine Tür neben der Kapelle offen.“

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