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Initiative
Für einen besseren Fläming

Eva Loth / 19.02.2019, 12:34 Uhr
Rädigke (MOZ) Bei Garrey steht ein einsames Windrad. Jedoch sind die Bewohner der umliegenden Dörfer schon jetzt mit solchen eingekeilt. Und es könnten noch mehr werden, denn potentielle Windkraftbetreiber sind derzeit dabei, mögliche Verpächter für Aufstellflächen anzuschreiben. Es ist zwar alles noch in einer frühen Phase, aber es sei besser, wenn man jetzt schon laut schreit, so Wolfgang Lubitzsch. Er gehört zum Netzwerk „Dorfbewegung Hoher Fläming“, welches sich in der vergangenen Woche selbst und seinen Sprecherrat vorstellte. Und die Windkraft ist eines der Themen, mit dem man sich beschäftigen will. Denn die Summen, die angeboten werden, sind durchaus eine Verlockung für die Grundstücksbesitzer. Jedoch gibt es vieles, was dagegen spricht. So befindet sich das Gebiet im Naturpark „Hoher Fläming“. „Mit denen sollte man unbedingt Kontakt aufnehmen“, so Hartmut König. Er befürchtet ebenso, dass der Wert der Grundstücke sinken wird und das alles negative Auswirkungen auf den Tourismus haben wird. Auf Grund seiner Erfahrungen als Bauamtsleiter in der Gemeinde Wiesenburg/Mark und die damit verbundene Kenntnis der Gesetzmäßigkeiten wird Hartmut König Ansprechpartner im Netzwerk für solche Angelegenheiten sein. Ein weiteres Projekt, mit dem sich das Netzwerk beschäftigen will, ist die Lärmbelästigung im Fläming, speziell durch die Autobahn. Man gibt Millionen zum Schutz der Wildtiere aus, inzwischen wurde schon die zweite Wildbrücke gebaut, aber man tut nicht für die Menschen, so die einhellige Meinung. Es gibt also viel zu tun für das 2016 gegründete Netzwerk. Es wird durch das Förderprojekt „Unterstützung und Beratung von Dörfern und ländlichen Initiativen in der LEADER-Region Fläming-Havel“ und durch das INES, in Absprache mit der LAG FlämingHavel unterstützt. INES erhält dazu eine LEADER-Förderung. INES hat mit der Unterstützung und Beratung Nothart Rohlfs  beauftragt. Dieser sagt aber nicht, was getan werden soll, sondern fungiert eher als Moderator. Wie wichtig so etwas ist, zeigte sich bei einem Treffen im vergangenen Jahr mit Vertretern von Dörfern aus Schweden und Finnland. Ohne eine Moderation wäre viel durcheinander gegangen. Solche Treffen wird es auch in Zukunft geben, jedoch vorrangig mit den Dörfern aus der Region. So sollen Erfahrungen ausgetauscht werden.

Ziele des Netzwerkes sind unter anderem die Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität auf dem Land, die Schaffung von Voraussetzungen um den Zuzug von interessierten Bürgern aus den Ballungsgebieten in die ländliche Region zu mobilisieren, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Regelung des Nahverkehrs. Weiterhin will das Netzwerk bei Vereinsgründungen unterstützen und Kooperationen zwischen den Dörfern bilden. Es soll ein regionales Netzwerk gebildet werden, dem sich möglichst viele Dörfer anschließen, um gemeinsam etwas bewegen zu können. Auf der Zusammenkunft in Rädigke wurde nun der Sprecherrat des Netzwerkes vorgestellt. Sprecher des Netzwerkes ist Ralf Rafelt. Er ist gleichzeitig Ansprechpartner in Sachen Aufgaben und Pflichten politischer Gremien und für Vereinsgründungen. Dr. Wolfgang Lubitzsch aus Garrey hat viel Erfahrung mit Förderprojekten. Wer dazu Fragen hat, sollte sich an ihn wenden.  Hartmut König ist Ansprechpartner in Sachen Bauplanung, Siegfried Frenzel durch seine umfangreichen Kontakte in Sachen politische Partner auf Landesebene. Christiane Lorey ist Zuständig für die Protokolltätigkeit. Somit sind die Grundlagen für Arbeit im Netzwerk geschaffen. Alle Netzwerkmitglieder arbeiten unentgeltlich. Sind bestimmte Vorhaben geplant, für die finanzielle Mittel benötigt werden, gibt es ausreichend Fördertöpfe dafür, bestätigt Sprecher Ralf Rafelt. „Wir wollen den Dörfern eine Stimme geben“, so die Meinung aller. Das ist auch das Stichwort für die nächste Veranstaltung, die am 21. Februar um 18.30 Uhr in der Gaststätte Flämingeck in Klein Marzehns stattfinden wird. Diese hat die bevorstehende Kommunalwahl als Thema. Es wird Informationen über Aufgaben, Rechte und Pflichten der Ortsbeiräte, der Gemeindevertreter des Amtes, des Bürgermeisters und anderer politischer Vertreter geben. Zudem wird über Wahlregularien, -taktiken und -strategien informiert. Außerdem wird überlegt, wie man engagierte Kandidaten gewinnen und Einfluss auf eine möglichst hohe Wahlbeteiligung nehmen kann. Das Netzwerk wird die neue Landesregierung aufmerksam beobachten und ggf. die Rechte der Dörfer einfordern. So sollten nach Meinung der Mitglieder die Ortsbeiräte ein Vetorecht haben. Auch eine gesicherte Finanzierung der Gemeinden ist wichtig, denn derzeit werden die Schlüsselzuweisungen durch zu leistende Umlagen fast wieder aufgefressen. „Es gibt viele Felder, die beackert werden können“, so Ralf Rafelt, „aber dazu brauchen wir Mitstreiter. Wir warten nicht auf die große Politik, sondern sagen, was uns nicht gefällt. Und machen auch Vorschläge für Lösungen.“

Interessenten können sich gern beim Sprecherrat unter: hoherflaeming@lebendige-doerfer.de informieren.

Info

Bürgerdialog am Donnerstag, 21. Februar, um 18.30 Uhr in Klein Marzehns im Gasthof Flämingeck. Thema: Kommunalwahl 2019

Alle Interessierten sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.

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