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Nach Kritik
SPD will Regenbogenflagge vor Kreisverwaltung hissen

Sorgt für Diskussionen: Nach den Linken, will nun auch die Kreis-SPD die Regenbogenflagge gehisst sehen.
Sorgt für Diskussionen: Nach den Linken, will nun auch die Kreis-SPD die Regenbogenflagge gehisst sehen. © Foto: dpa
Marco Winkler / 19.02.2019, 13:27 Uhr
Oberkrämer/Oranienburg (MOZ) Die SPD-Kreistagsfraktion will die Regenbogenflagge an der Kreisverwaltung sehen. Damit reagiert sie auf Kritik, die der Kreistagsabgeordneten Carsten Schneider (parteilos, SPD-Fraktion) in dieser Zeitung am Kreistagsvorsitzenden Karsten Peter Schröder (SPD) übte.

Schröder stimmte in Oberkrämers Hauptausschuss gegen einen Linken-Antrag, der die bunte Flagge an der Gemeindeverwaltung in Eichstädt gehisst sehen will. Schneider warf ihm vor, der Landesarbeitsgemeinschaft seiner Partei, SPDqueer, in den Rücken gefallen zu sein. Queer steht für alle Lebensformen, die von der heterosexuellen Norm abweichen.

„Die Ablehnung richtete sich nicht gegen das Hissen der Regenbogenflagge an sich, sondern gegen die festgeschriebene Beflaggungszeit von vier Wochen“, erklärt sich Schröder in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung der SPDqueer. Weiter: „Der Landkreis steht für Weltoffenheit und Toleranz. Mir ist besonders wichtig, dieses auch offen nach außen zu kommunizieren.“ Die SPD werde deshalb in den nächsten Kreistag (13. März) einen Antrag einbringen, in dem gefordert wird, künftig am 17. Mai (Internationaler Tag gegen Homophobie) vor der Kreisverwaltung die Regenbogenflagge zu hissen.

Der SPDqueer-Landesvorsitzende Marcel Klose zeigte sich überrascht über die an Schröder geäußerte Kritik. „Wir empfehlen, solche Anträge vorher fraktionsübergreifend intensiver zu diskutieren und vorzubereiten, um Missverständnisse zu vermeiden“, sagt er. Die Brandenburger SPD kämpfe „entschieden für eine nachhaltige Gleichstellung und Akzeptanz aller Menschen in Brandenburg kämpft“.

In Oberkrämer entscheidet sich am 28. Februar, ob die bunte Fahne als Zeichen der Toleranz gehisst wird.

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Jörg Ditt 20.02.2019 - 09:10:21

Zurückgepfiffen

Es ist schon bemerkenswert,mit welcher Geschwindigkeit die SPD ihren Genossen und Landtagskandidaten Schröder zurückgepfiffen hat . War doch die "Problematik" der Beflaggungszeit mit der Regenbogenfahne nie Bestandteil der Diskussion im Hauptausschuss von Oberkrämer. Das wäre ja sogar noch eine positiv konstruktive Diskussion gewesen – dann hätte der Hauptausschuss nicht um das OB sondern„nur“ um das WANN diskutiert. Jetzt überschlägt sich die SPD – will sie doch sogleich auch die Kreistagsverwaltung beflaggen. Sehr gut . Auch späte Einsicht ist der erste Weg zur …. Wie sich Herr Schröder nun versucht dort herauszuwinden ist schon interessant. Getoppt wird diese Peinlichkeit eigentlich nur noch durch die Ausführungen des Herrn Schreiber(BfO) bei der besagten Sitzung . ( Der Subtext der ganzen „Rede“ bestand eigentlich nur aus drei Worten : ICH WILL NICHT ) Seine Ablehnung begründete er unter anderem damit , die Regenbogenfahne könnte jemand (?!) provozieren . Die Regenbogenfahne steht weltweit für Aufbruch, Veränderung und Frieden, und sie gilt als Zeichen der Toleranz und Akzeptanz, der Vielfalt von Lebensformen. Das dies Fahne jemanden provoziert ist wohl eine der abstruseste Begründung für eine Ablehnung, die ich seid langem gehört habe.

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