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Kunsteisbahn
War´s das mit dem Kufenspaß?

Seit 2015 wurden die Schlittschuhe nicht mehr genutzt.
Seit 2015 wurden die Schlittschuhe nicht mehr genutzt. © Foto: B. Kraemer
Bärbel Kraemer / 20.02.2019, 11:19 Uhr
Bad Belzig Auf der Bad Belziger Kunsteisbahn an der Martin-Luther-Straße ist seit 2015 kein Kufenspaß mehr möglich. Damals musste die Bahn kurz nach Saisonbeginn aufgrund eines Defektes in der Kältetechnik den Betrieb einstellen. Eine Reparatur der Kälteanlage konnte aufgrund von EU-Einschränkungen des verwendeten Kühlmittels R 22 nicht mehr erfolgen.

Seitdem haben sich die Kommunalpolitiker in diversen Beratungen die Köpfe darüber zerbrochen, wie mit Blick auf die klamme Stadtkasse mit der Eisbahn weiter verfahren werden soll. Gedanken an eine Sanierung und der in diesem Zusammenhang geäußerte Wunsch nach einer Überdachung wurden immer wieder verworfen. Die Solarfläche der Eisbahn, über die während der Sommermonate das Wasser im benachbarten Freizeit- und Erlebnisbad vorgewärmt wird, machte die Angelegenheit dabei noch komplexer. In dieser Folge verliefen sämtliche Diskussionsrunden um die Zukunft der Eisbahn ergebnislos. Die Entscheidung, das Ende der im Land Brandenburg einmaligen Kunsteisbahn mittels Stadtverordnetenbeschluss endgültig zu besiegeln, wurde dennoch immer wieder aufgeschoben. Damit nicht genug. Im vergangenen Sommer wurde festgestellt, dass die Solarfläche an mehreren Stellen gerissen und porös geworden ist, sodass der Wärmeaustausch zum Beckenwasser des Freibades unterbrochen werden musste. „Eine Beheizung über die Solarfläche ist ohne Erneuerung der Fläche oder alternative Erwärmungen nicht mehr möglich“, heißt es jetzt in einer Informationsvorlage aus der Verwaltung. Der Sozialausschuss läutete mit dem Papier als Diskussionsgrundlage die Entscheidung um die Eisbahn abermals ein.

Zugleich wurden mit der Vorlage die Kosten für eine Sanierung der Eisbahn, Fördermöglichkeiten und Folgekosten vorgelegt. Die Gesamtkosten, inklusive einer Überdachung der Kunsteisbahn, würden sich demzufolge auf rund 1,9 Millionen Euro beziffern. Bei einer möglichen 90prozentigen Förderung würde die Stadt 193.000 Euro an Eigenanteilen aufbringen müssen. „Wir würden damit die Kreditaufnahme für den Schul- und den Feuerwehrneubau gefährden“, gab Bürgermeister Roland Leisegang (parteilos) zu bedenken.

„Ich finde zwei Millionen durchaus akzeptabel. Auch, weil seit vier Jahren die jährlichen Zuschüsse für die Eisbahn nicht investiert und damit nicht in die Kinder- und Jugendarbeit und den Tourismus investiert wurde“, kritisierte Burkhard Kroll (Grüne). Er sprach sich, wie Ausschussmitglieder der Linken, für eine Sanierung der Eisbahn aus. Für die Erarbeitung des Sanierungskonzepts hatte der Landkreis Potsdam-Mittelmark bereits im Jahr 2018 30.000 Euro aus dem Kreisentwicklungsbudget bereitgestellt.

Im Anschluss an die Diskussion sprach sich der Sozialausschuss mehrheitlich gegen eine Sanierung und für eine endgültige Schließung der Anlage aus. Folgt die Stadtverordnetenversammlung dieser Empfehlung, gehört der Kufenspaß auf der Kunsteisbahn der Vergangenheit an. Stattdessen sollen unter Einbeziehung der Bürgerschaft neue Nutzungsmöglichkeiten für das Areal entwickelt werden. Gleichzeitig werden Möglichkeiten einer alternativen solarthermischen Beckenwassererwärmung geprüft. Diesbezügliche Gespräche mit den Stadtwerken sind angelaufen.

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