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Verkehr
Ohne Waagebalken helfen nur Seile

Bernhard Schwiete / 21.02.2019, 09:15 Uhr
Storkow (MOZ) Die Zugbrücke in Storkow ist am Mittwoch überraschend mehrere Stunden nicht passierbar gewesen. Ein Schlepper des Wasser- und Schifffahrtsamtes musste passieren. Nächste Woche kommt es erneut zur Sperrung – dann wird der reparierte Waagebalken der Brücke wieder gebracht und eingebaut.

Ab etwa 9.30 Uhr ging vorübergehend nichts mehr. Ein großer Kran fuhr vor in der Altstadt, die Verbindung über die Zugbrücke in die Heinrich-Heine-Straße wurde abgesperrt. Aus beiden Richtungen mussten verdutzte Autofahrer wieder kehrt machen. Zwar ist die Verbindung seit längerem als Sackgasse beschildert, doch hat sich in Storkow längst herumgesprochen, dass das nur Auswärtige fernhalten soll, um den Schleichverkehr in Grenzen zu halten. Auch für Fußgänger ging nichts mehr. Die Treppe über den Storkower Kanal blieb abgesperrt.

Der Öffentlichkeit war die Maßnahme im Vorfeld nicht mitgeteilt worden. Der Kran aus Fürstenwalde wurde benötigt, um die Brücke, deren Waagebalken zurzeit zur Reparatur entfernt ist, zu öffnen. Dicke Seile wurden um die Brücke geschlungen, dann zog Kranführer Karsten Frohloff sie in die Höhe. Gegen 10.30 Uhr wurde dann sichtbar, was der Grund für die Aktion war. Die MS Spandau, ein Schubschlepper des Wasser- und Schifffahrtamtes, kam aus Richtung Kummersdorf angetuckert. Sein Weg führte ihn über den Storkower Kanal und den Storkower See zu einer Baustelle im Wendisch Rietzer Fließ. Geladen hatte er hölzerne Pfähle und Faschinen, mit denen das Ufer des Fließes neu befestigt werden soll. „Das können wir nur vor Beginn der Schleusensaison machen. Danach muss die Strecke frei sein“, erläuterte Thomas Vendt von der Außenstelle Kummersdorf des Wasser- und Schifffahrtsamtes.

Nachdem der Schubschlepper die Brücke passiert hatte, hieß es bei geöffneter Brücke warten. Gegen 12.30 Uhr war die MS Spandau aus Wendisch Rietz zurück, und Kranführer Frohloff konnte die Brücke wieder herablassen. Autos, Fußgänger und Radfahrer konnten wieder passieren. „Zwischendurch nochmal runter und wieder hoch wäre zu aufwendig gewesen“, sagte er. Dabei ging es weniger um die Bewegung der Brücke als vielmehr das Postieren des Krans auf der Straße.

Beim Anbringen und Entfernen der Seile half Arnold Bender. Der Bauingenieur ist im Auftrag der Stadt mit der Reparatur des Waagebalkens befasst. Das Gestell befindet sich noch bei einer Fachfirma im Emsland – aber nicht mehr lange. Möglicherweise schon am Montag werde der erneuerte Waagebalken wieder nach Storkow gebracht, kündigte Bender an. Für Dienstag sei die Vormontage geplant, für Mittwoch dann der Einbau – was noch einmal zwei Tage lang eine Sperrung bedeute. „Wenn alles glatt läuft, ist die Brücke dann nächsten Donnerstag fertig“, so Bender. Dann kann das Bauwerk ab 1. April, wenn die Schleusensaison beginnt, wieder automatisch geöffnet und geschlossen werden – das war die Zielvorgabe der Stadt bei der Reparatur.

Der Waagebalken hatte sich im vergangenen Jahr verzogen, als Grund wurde die große Hitze im Sommer vermutet. Während der Schleusensaison 2018 konnte die Zugbrücke daher zuletzt nur noch über Nacht geschlossen werden – die Automatik funktionierte nicht mehr.

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