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Hohe Anzahl an Unfällen
Verkehrsministerium verhängt Tempolimit auf der A13 Berlin-Cottbus

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dpa / 21.02.2019, 10:47 Uhr - Aktualisiert 21.02.2019, 15:39
Potsdam (dpa) Auf Brandenburgs Straßen sind im vergangenen Jahr etwas weniger Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen als zuvor - es gab jedoch erneut mehr Verletzte. Die Polizei zählte 143 Tote, fünf weniger als im Jahr 2017, wie Innenstaatssekretärin Katrin Lange (SPD) am Donnerstag bei der Vorstellung der Bilanz in Potsdam mitteilte. „Es ist immer noch eine Horrorzahl, mit der wir uns natürlich nicht zufrieden geben werden.“

Die Zahl der Verletzten stieg im vergangenen Jahr um 283 auf 11 660. Insgesamt registrierte die Polizei 82 281 Unfälle, im vorangegangenen Jahr waren es noch 3170 mehr. Die Polizei will bei Verkehrskontrollen nicht nachlassen. „Wir müssen auch in Zukunft intensiv und flächendeckend kontrollieren“, sagte die Staatssekretärin. „Wenn der Kontrolldruck steigt, steigt auch die Verkehrsdisziplin.“

Im bundesweiten Vergleich lag Brandenburg bei der Zahl der Verkehrstoten auf eine Million Einwohner mit 57 zwar nicht mehr auf dem ersten Platz wie 2017: Das Land landete nach Angaben des Innenministeriums aber hinter Sachsen-Anhalt auf dem zweiten Rang. Bei den Verletzten auf 100 000 Einwohner lag Brandenburg mit 466 auf dem neunten Platz nach Rang zehn im Jahr zuvor.

Die meisten Menschen starben auf Landstraßen. Die Hauptursachen für tödliche Unfälle gingen auf Geschwindigkeit, Abstand und Alkohol zurück. 53 Menschen kamen bei Verkehrsunfällen wegen zu schnellen Fahrens ums Leben, elf mehr als im Jahr zuvor. 16 Menschen starben, weil sie den Abstand nicht einhielten - das war mehr als eine Verdopplung, 15 Verkehrstote gab es wegen Alkohols am Steuer - diese Zahl verdoppelte sich fast.

Auf den Autobahnen war die Baustelle bei Michendorf an der Autobahn 10 der „Hotspot“. Fast die Hälfte aller rund 2500 Verkehrsunfälle auf Autobahnen in Brandenburg passierte dort zwischen dem Dreieck Nuthetal und dem Dreieck Potsdam. Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) kündigte an, dass im zweiten Halbjahr auf der A 13 zwischen Spreewalddreieck und Kreuz Schönefeld ein Tempolimit von 130 Kilometer pro Stunde und ein Lkw-Überholverbot gelten sollen.

Auf diesem Abschnitt der A 13 ging die Zahl der Verkehrstoten zwar von vier (2017) auf zwei (2018) zurück und die Zahl der Unfälle sank von 684 auf 662. Schneider sagte, die Zahlen legten dennoch nahe zu handeln. Problematisch seien auf dem zweispurigen Abschnitt ein hoher Anteil an Lastwagen und die unterschiedlichen Geschwindigkeiten von Auto und Lkw.

Anders als im Jahr zuvor starb 2018 auch ein Kind im Straßenverkehr. Die Zahl verletzter Kinder stieg um 61 auf 1128. Im vergangenen Jahr kamen 20 Radfahrer auf Brandenburgs Straßen ums Leben, zuvor waren es noch 26. Die Zahl getöteter Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen ging um fünf auf 17 zurück.

Die Polizei zählte im vergangenen Jahr 1,8 Millionen Geschwindigkeitsverstöße, rund 12 000 Verstöße mit Handy am Steuer und fast 4000 Fahrten unter Alkoholeinfluss. Zehn Kontrollaktionen sind bereits für dieses Jahr geplant, kündigte der stellvertretende Polizeipräsident Roger Höppner an. Seit vergangenem Jahr würden auch Drohnen für Autobahnkontrollen getestet, etwa um zu prüfen, ob Abstände eingehalten werden.

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Sebastian Herzog 21.02.2019 - 11:45:47

Problemfall A13

Hat diese Frau denn keine anderen Probleme?Es gibt tausend Beispiele wo Autobahn OHNE Geschwindigkeits-Begrenzung hervorragend funktioniert. Das sind aber auch Autobahnen die ganz anders gebaut wurden. Im besten Fall müsste man auch hier auf der A13 gründlich nach bessern, was natürlich kostet. Mit 130 allerdings hat sich das von alleine erledigt.

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