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Sanierung
Diskussion um die Gestaltung des Bricciusberges

Bärbel Kraemer / 21.02.2019, 10:52 Uhr
Bad Belzig Folgen die Stadtverordneten dem Votum des städtischen Wirtschaftsausschusses, kann sich der Bricciusberg wieder zu dem entwickeln, was er einst war: ein kleines Naherholungsgebiet. Als solches wurde die Anlage zwischen Burg Eisenhardt, Bricciuskirche und Burgwiesen vor mehr als 130 Jahren durch Aktivisten des Belziger Verschönerungsvereins angelegt.

1875 gegründet, hatte es sich derselbe zur Aufgabe gemacht, dem Gemeinwohl der Belziger Bürger zu dienen und die Stadt schöner zu machen. Die Begrünung des Bricciusberges, der damals noch ein kahler Sandhügel war, der nicht zum Verweilen einlud, gehörte zu den ersten Projekten des Vereins. Amtsgerichtsrat Klemming, dem Vater der Idee, wurde nach seinem Tod auf dem Bricciusberg ein Denkmal gesetzt.

Die damals angelegten Wege sind heute teils verwildert. Dennoch lässt der alte Baumbestand sie noch erkennen. Aus dem Klemming gewidmeten Denkmal lösen sich die ersten Steine. Noch schlechter steht es um den Denkstein, den die Belziger Sanitätskolonne am Ende des Ersten Weltkrieges für die gefallenen Kolonnenmitglieder errichten ließ und einen weiteren, von dem nur noch die Bodenplatte erhalten ist.

Nach einer Vor-Ort-Besichtigung der Anlagen durch Mitglieder des Ausschusses und Verwaltungsmitarbeiter im vergangenen Jahr, wurde die Diskussion um die Gestaltung des Bricciusberges jetzt erneut eröffnet. Schließlich stehen für die Sanierung des Areals samt der  Denkmäler Mittel aus der Städtebauförderung zur Verfügung. Außerdem ist das Vorhaben im Umsetzungsplan zur Altstadtsanierung festgeschrieben.

Mit Blick auf die von der Stadt zu leisten Eigenbeiträge stand am Montagabend eine abgespeckte Variante eines Gestaltungsvorschlages von 2009 zur Debatte. Anne Büchner vom Bad Belziger Landschaftsarchitekturbüro Gunnar Lange erläuterte die Pläne zur Ertüchtigung des Burgumfeldes.

Die umfassen unter anderem den Ausbau des Verbindungsweges zum Burgteich über eine Edelstahltreppe, die Erhaltung, Sanierung und Anbindung des Denkmalensembles, eine Anbindung wichtiger Nebenwege, wie des Barfußwanderweges, die Instandsetzung der Hauptwege und die Erarbeitung von Infotafeln und eines Wegeleitsystems sowie die Anbindung an die Parkplätze an der Bricciuskirche und an der Wittenberger Straße.

Die von den Planern angeregte Treppenanlage zum Burgteich, die auch das Wohlwollen der Denkmalschützer findet, wurde bei der Vorstellung der Pläne zum größten Kritikpunkt unter den Ausschussmitgliedern. Der sachkundige Einwohner der CDU, Norbert Eggenstein, monierte: „Eine Treppe für 168.000 Euro ist zu teuer. Darauf kann man verzichten.“ Langfristig dann aber doch nicht, wie Bauamtsleiter Christoph Grund mit Verweis auf die Verkehrssicherungspflicht von ausgewiesenen Wanderwegen erklärte.

Das Projekt hat ein Kostenvolumen von rund 345.000 Euro und könnte noch 2019 begonnen werden. Kämmerin Birgit Bein bestätigte, dass die Eigenmittel der Stadt im Haushalt eingestellt sind und erinnerte daran, dass Fördermittel aus der Städtebauförderung zweckgebunden sind.

Amtsgerichtsrat Klemming wird in alten Aufzeichnungen als allseits geachteter Mann mit „trefflichen Charaktereigenschaften“ beschrieben. Den Gedenkstein stifteten die Belziger Bürger. Der Aufbau desselben konnte im November 1895 mit der Vergoldung der Inschrift abgeschlossen werden. Wie sehr Klemmings Engagement geachtet wurde, zeigen Zeilen aus jenem Jahr: „Manch einer ist in diesem Frühjahr an einem Sonntagmorgen oder in der Stille des Abends nach dem Bricciusberge gepilgert, um in seinen schönen Anlagen sich zu ergehen, in seinem schattigen Grün auszuruhen nach des Tages Last und Hitze, um Herz und Seele zu erquicken. Einst sah es dort anders aus. Einen kahlen, öden Sandhügel erblickte das Auge, einsam stand oben die kleine Kapelle.“

Amtsgerichtsrat Klemming wird in alten Aufzeichnungen als allseits geachteter Mann mit „trefflichen Charaktereigenschaften“ beschrieben. Den Gedenkstein stifteten die Belziger Bürger. Der Aufbau desselben konnte im November 1895 mit der Vergoldung der Inschrift abgeschlossen werden. Wie sehr Klemmings Engagement geachtet wurde, zeigen Zeilen aus jenem Jahr: „Manch einer ist in diesem Frühjahr an einem Sonntagmorgen oder in der Stille des Abends nach dem Bricciusberge gepilgert, um in seinen schönen Anlagen sich zu ergehen, in seinem schattigen Grün auszuruhen nach des Tages Last und Hitze, um Herz und Seele zu erquicken. Einst sah es dort anders aus. Einen kahlen, öden Sandhügel erblickte das Auge, einsam stand oben die kleine Kapelle.“

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