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Zoff um Buswartehäuschen
Linke wirft Rathaus Verschwendung vor

So alt sind sie nicht: Dieses aus DDR-Zeiten stammende Buswartehäuschen existiert längst nicht.
So alt sind sie nicht: Dieses aus DDR-Zeiten stammende Buswartehäuschen existiert längst nicht. © Foto: Eckhard Handke
Roland Becker / 21.02.2019, 19:30 Uhr - Aktualisiert 22.02.2019, 11:50
Hennigsdorf (MOZ) Der Ärger von Ursel Degner (Die Linke) schien am Mittwoch im Hauptausschuss keine Grenzen zu kennen. „Das ist Verschwendung! Wir maßen uns an, vier völlig intakte Buswartehäuschen abzureißen, die verdammt nochmal stehen bleiben sollen!“, polterte sie.

Die Ursache des Ärgers nimmt seinen Anfang in einem Förderprogramm des Kreises. Kündigt eine Kommune rechtzeitig an, Wartehäuschen austauschen oder Haltestellen erstmals damit versehen zu wollen, kann dafür Förderung beantragt werden. Einmal im Jahr gibt der Landkreis grünes Licht.

Für 2019 hat das Rathaus beantragt, an der neuen Haltestelle Poststraße die schon lange versprochenen zwei Wartehallen errichten zu wollen. Dagegen regt sich kein Widerstand. Ganz anders sieht es mit den Haltestellen Waldstraße und Krankenhaus aus. Dort sollen die existierenden Unterstände abgerissen und durch neue ersetzt werden. Das Gesamtpaket wird 150 000 Euro kosten, wovon die Stadt die Hälfte gefördert bekommt.

Auf Degners Nachfrage räumte Bürgermeister Thomas Günther (SPD) ein: „Es gibt keine Schäden an den Wartehäuschen. Wir wollen aber modern sein in Hennigsdorf. Deshalb tauschen wir funktionierende Häuschen aus.“ Der für Hochbau zuständige Fachdienstleiter Dirk Asmus fügte hinzu: „Wir wollen die austauschen, bevor sie zerbrechen. Das kann ganz plötzlich passieren.“ Schließlich seien die Hütten gut 20 Jahre alt.

Beruhigen ließ sich Degner dadurch nicht: „Ich weiß, dass Kleider und Schuhe einer Mode unterworfen sind. Von Buswartehäuschen wusste ich es noch nicht.“ Sie plädiere dafür, stattdessen die Haltestellen an der Friedrich-Wolf- und Rigaer Straße endlich mit Schutzhütten auszustatten. Dies wiederum rief Stadtentwicklungs-Chef Daniel Stenger auf den Plan. Man habe bereits vor fünf Jahren vorgehabt, die nach Nord fahrende Buslinie über die Fontanesiedlung zu lenken. Das scheiterte an der Weigerung des Stadtparlaments, die Fontanesiedlung zu sanieren. Der Plan aber bestehe weiter. Sollten die Wartehallen jetzt dort aufgebaut werden, wo sie in einigen Jahren nicht mehr gebraucht und dann umgesetzt werden, „müssen wir im Zweifelsfall Fördermittel zurückzahlen“.

Das sieht Klaus-Peter Fischer, als Geschäftsführer der Oberhavel Holding mit dem Ausreichen der Fördermittel beauftragt, ganz anders: „Wir sind da sehr flexibel. Die Hennisgdorfer sollten einfach mal Kontakt mit uns aufnehmen. Dann finden wir eine Lösung.“ Die Zeit dafür bleibt. Die Abgeordneten haben die Entscheidung verschoben. (rol)

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