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Gesellenfreisprechung
Ein guter Tag für das Handwerk

Herzlichen Glückwunsch! Die Innungsmeister gratulierten den jungen Facharbeitern zu bestandenen Prüfung.
Herzlichen Glückwunsch! Die Innungsmeister gratulierten den jungen Facharbeitern zu bestandenen Prüfung. © Foto: geh
Erhard Herrmann / 27.02.2019, 14:30 Uhr
Götz Geschafft! Das Gesellenstück ist von der Prüfungskommission angenommen, die Prüfung bestanden, der Gesellenbrief in der Tasche. Kein Wunder, dass im Zentrum für Gewerbeförderung in Götz nur strahlende Gesichter zu sehen waren. 115 frischgebackene Anlagenmechaniker, Elektroniker, Kraftfahrzeugmechatroniker, Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker, Maurer und Tischler aus Potsdam und Potsdam-Mittelmark durften ihre Gesellenbriefe entgegennehmen.

Die Freisprechung, mit der früher der Handwerker aus dem Haushalt des Meisters entlassen wurde, gibt es schon seit dem späten Mittelalter. Inhalt und Form der Ausbildung haben sich geändert, der Stolz ist geblieben. „Mit Ihrem erfolgreichen Abschluss haben Sie den Grundstein für Ihre Zukunft und für die Perspektive des Handwerks gelegt. Ich wünsche mir, dass Sie dennoch nicht aufhören zu lernen“, gab Kreishandwerksmeister Holger Schmädicke den Gesellen mit auf den Weg.

„Das ist ein guter Tag für das Handwerk in unserer Region!“ – Auch Christian Stein, Vize-Landrat von Potsdam Mittelmark, betonte die enorme Bedeutung des Handwerks als prosperierender Wirtschaftszweig. „Dem akuten Fachkräftemangel in nahezu allen Gewerken könne nur durch junge Menschen, die bereit sind ein Handwerk zu erlernen und Betriebe die bereit seien sie auszubilden, abgeholfen werden“, so der Vize Landrat weiter. Er gab jedoch zu bedenken, dass es im letzten Jahr mehr Studenten als Auszubildende gab. Dabei stehen die Chancen in seinem Traumberuf zu arbeiten, besser denn je.

In den Landkreisen Havelland, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Potsdam-Mittelmark, Prignitz, Teltow-Fläming sowie den Städten Potsdam und Brandenburg an der Havel werden 17.395 Betriebe gezählt. In Westbrandenburg bieten 126 verschiedene Gewerke die ganze Vielfalt für eine berufliche Erfüllung. Das Handwerk erlebt einen Boom, die Auftragsbücher sind voll.

„Zehn Wochen Vorlauf sind keine Seltenheit. Gerade jetzt seien die Aussichten für Nachwuchshandwerker hervorragend. Zum einen wegen der wirtschaftlichen Lage, zum anderen sei mehr als die Hälfte der Betriebsinhaber über fünfzig Jahre alt – für junge Menschen macht das den Schritt in die Selbstständigkeit leichter“, betonte der Präsident der Handwerkskammer Potsdam Robert Wüst.

Er bedankte sich auch bei den Ausbildungsbetrieben und den Lehrkräften für die Vermittlung des praktischen und theoretischen Rüstzeugs. Es geht langsam voran mit der Ausbildung. Bis Ende letzten Jahres wurden in Deutschland 489.000 Lehrverträge geschlossen – 8.500 mehr als ein Jahr zuvor.

Das Dilemma: Hotels, Gaststätten und viele Handwerker, wie etwa Bäcker und Metzger, haben nicht genug Lehrlinge. Sie fehlen aber auch am Bau, in Metallberufen und der Energietechnik. Viel weniger Ausbildungsplätze als Bewerber gibt es dagegen bei den Tischlern, in der Kfz-Technik, Büro- und Verwaltungsberufen, der Informatik und für medizinische Assistenten. Es fehlt oft an einer Wertschätzung für die berufspraktische Ausbildung und Arbeit in den Gewerken.

Um Abhilfe zu schaffen und junge Menschen für eine Ausbildung zu begeistern, testen die Kammern  neue Formate. So gibt es bei der IHK neuerdings ein „Berufswahl-Dinner“, bei dem Eltern und Schüler Live-Einblicke in den Arbeitsalltag von Auszubildenden in der Hotel- und Gaststättenbranche bekommen. Die Handwerkskammer lädt zum „Azubi-Speeddating“, bei dem sich Ausbildungsbetriebe und interessierte Jugendliche zum Kennenlerngespräch treffen.

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