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Hajo Steinicke zeigt Ausstellung mit mehr als 300 Fontane-Darstellungen ab 11. März im Fontane-Hotel

Ausstellung
Heimatdichter kehrt nach Altenhof zurück

Das Leben von Theodor Fontane im Postkartenformat: Knapp 300 Motive hat der Altenhofer Hajo Steinicke über Jahre hinweg über den Brandenburger Dichter und Schriftsteller zusammengetragen und zeigt sie in einer Ausstellung vom 11. bis 15. März im Fontane-Hotel.
Das Leben von Theodor Fontane im Postkartenformat: Knapp 300 Motive hat der Altenhofer Hajo Steinicke über Jahre hinweg über den Brandenburger Dichter und Schriftsteller zusammengetragen und zeigt sie in einer Ausstellung vom 11. bis 15. März im Fontane-Hotel. © Foto: susan hasse
Susan Hasse / 28.02.2019, 08:00 Uhr
Altenhof (MOZ) Das Schorfheide-Dorf Altenhof würdigt dem Heimatdichter  Theodor Fontane mit einer einzigartigen Ausstellung - in Postkartengröße. Insgesamt 300 Bilder von und über den Dichter  hat Hajo Steinicke zusammengetragen: Sie sind ab 11. März im Fontane-Hotel zu sehen.

„Es ist ein Märchenplatz, auf dem wir sitzen, denn wir sitzen am Ufer des „Werbellin“. Mit diesem Satz aus dem Werk „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ hat Theodor Fontane das Dorf Altenhof beschrieben. Passend zum diesjährigen 200. Geburtstag des Heimatdichters wird es in Altenhof eine Ausstellung zu Ehren des Schriftstellers geben.

Hajo Steinicke, der die Ausstellung kuratierte und organisierte, zeigt 300 Bilder im Postkartenformat über Fontane. In akribischer Feinarbeit ist über Jahre eine Vielzahl an Illustrationen, Kunststichen, Grafiken und anderen Darstellungen zusammengekommen. Auf 21 Schautafeln werden die Bilder zunächst vom 11. bis 15. März im Fontane-Hotel in Altenhof zu sehen sein.

Theodor Fontane war nachweislich im Jahre 1862 im Fischerdorf Altenhof. Er wanderte aus Richtung Lichterfelde den Berg hinab und landete an der heutigen Promenade. Damals war hier eine Holzablage. Fontane ließ sich auf den Tannenstämmen nieder und blickte über den See. Sicherlich waren es Kiefernstämme, aber der gelernte Apotheker Fontane nahm es mit botanischen Bezeichnungen nicht immer genau, so Steinicke. Fontane besuchte neben Altenhof auch Werbellin und Groß Schönebeck. Über den Werbelliner Forst und seine 3000 Hirsche schrieb er ebenfalls. Auch die Kormoranplage am Werbellin ist nicht an Fontane vorbeigegangen. Die Kormorane plünderten den See mit seinen Muränen (er meint Maränen, die es heute hier wieder gibt). Die Vögel hätten den See komplett leergefischt, stellte Fontane betrübt fest. Jäger und ein eigens angerücktes Bataillon aus Potsdam machten dem Vogel kurzerhand den Garaus und verfolgten einen ganz eigenen Ansatz von Naturschutz.

Wie Nachforschungen ergeben haben, hatte Fontane bei seinen Wanderungen zahlreiche Zuträger. So hat etwa der Joachimsthaler Heimatdichter F. Brunold Zuarbeiten geliefert, darunter wohl die Märchensage der Weißen Frau im Werbellin. Brunold soll es erst gewesen sein, der Fontane auch in die Schorfheide lockte, erzählt Hajo Steinicke.

Steinicke hat sich mehr als vier Jahre mit dem Thema beschäftigt. Im Jahre 2014 gründete er die Bürgerinitiative „AB 14“ in Altenhof. Eines der ersten erfolgreichen Projekte der engagierten Altenhofer Bürger war die Errichtung einer kleinen Marmor-Stele zu Ehren Theodor Fontanes. Damals stieß Steinicke auf zahlreiche Fontane-Darstellungen. Auf der Suche nach der Besten, sammelten sich schnell einige Dutzend an. Stiche, Illustrationen, Karikaturen sind darunter und zeigen Fontane als jungen Mann bis hin ins hohe Alter. Fontane wurde immerhin 79 Jahre bis er 1898 in Berlin starb.

Die Ausstellung zeigt zugleich ein Art Reise durch die Kunst- und Grafikgeschichte, denn zu sehen sind stilistisch ganz unterschiedliche Darstellungen von Fontane. Auch die abbildende Kunst ist schließlich im steten Wandel. Auf der Suche nach einem Anlass, kam das 200-jährige Jubiläum des Dichters in diesem Jahr gerade recht, so Steinicke, denn die Sammlung einfach im Ordner zu belassen, wäre zu schade gewesen.

Und so können die Besucher im März die Ausstellung im Fontane-Hotel sehen. Dem Vernehmen nach sind bereits andere Kulturakteure in der Region auf die Sammlung aufmerksam geworden und zeigen Interesse. Vielleicht wird die liebevoll zusammengetragene Ausstellung, ähnlich wie Fontane damals, schon bald eine kleine Wanderung durch die Schorfheide antreten und auch an anderen schönen Plätzen Halt machen.

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