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Das Wagenrad unter dem Horst in Lawitz ist marode / Sicherung erfolgt Anfang der kommenden Woche

Tierschutz
Storchennest-Sanierung vertagt

Janet Neiser / 07.03.2019, 06:45 Uhr
Lawitz (MOZ) Noch klappert er nicht, aber es ist nur noch eine Frage der Zeit. Der Lawitzer Storch könnte bereits im Anflug sein. Zuvor wollten ein paar Dorfbewohner aber noch seinen Horst schick und vor allem sicher machen. Doch das war schwieriger als gedacht und letztlich unmöglich.

Zwölf Meter hoch ist das Reich des Lawitzer Storches. Sein Nest befindet sich auf einem Metallmast neben dem alten Feuerwehrgerätehaus und liegt auf einem alten Wagenrad aus Holz.–.seit nunmehr etwa 30.Jahren schon. "Aber das Wagenrad ist mittlerweile durchgefault", weiß der Neuzeller Bauamtsleiter und Lawitzer Einwohner Thomas Tavernier, der deshalb am Mittwoch mit Mitarbeitern des Bauhofes sowie der Bürgermeisterin von Lawitz eine Art Rettungseinsatz hatte. Ihre Befürchtung: "Das Gestell könnte nachgeben und der Storch mitsamt dem Nest in die Tiefe stürzen", sagt Tavernier. "Aber auch Bewohner, die oft kommen, um den Storch zu sehen, sind möglicherweise in Gefahr, falls Teile abbrechen."

Aus diesem Grund schauten sie nun nach dem Rechten. Doch der Plan, das Nest herunterzuholen und das Wagenrad mal eben zu reparieren, scheiterte. Erstens ist das seit Anfang der 1990er-Jahre bestehende Nest wahrlich kein Fliegengewicht, sondern wiegt mindestens fünf Zentner, und zweitens wird schlicht die Zeit zu knapp für diese umfassende Storchennestsanierung. "Wir denken, dass es nicht mehr lange dauert, bis der Storch wieder kommt", betont der Bauamtsleiter. Die Tiere kommen dieses Jahr alle etwas früher. In einigen Brandenburger Orten haben sie es sich schon wieder gemütlich gemacht.

Zudem sind Störche im wahrsten Sinne des Wortes Gewohnheitstiere. Mal eben ein ganz neues Nest auf ein neues Wagenrad zaubern, das könnte prompt nach hinten losgehen. "Wir befürchten, dass der Storch das dann nicht annimmt", so der Bauamtsleiter, der die Hinweise zu dem in die Jahre gekommenen Horst übrigens von der Feuerwehr bekommen hat.

Auch Gudrun Schmädicke, der Lawitzer Bürgermeisterin, lässt der Adebar nun keine Ruhe mehr. "Lawitz ohne Storch, das geht gar nicht", betont sie. Der Langschnabel sei schon immer da, seit ihrer Kindheit sieht sie den Vogel über die Wiesen des Dorfes stolzieren und hört ihn im Nest klappern. "Die Lawitzer warten jedes Jahr, dass der Storch endlich kommt."

Auch Thomas Tavernier wohnt mittlerweile mindestens 13 Jahre in dem Ort, er sagt: "Ich glaube, es gab nur ein einziges Jahr, wo der Storch nicht da war." Und im Normalfall sorgt er auch immer für Nachwuchs. "Im vergangenen Jahr allerdings, da hatten wir zwar ein Pärchen hier, aber keine Jungvögel", berichtet Gudrun Schmädicke. Damit dies diesmal anders wird, muss der Adebar sich also richtig wohlfühlen. "Wir lassen das Nest nun doch auf dem Mast", sagt der Bauamtsleiter. Damit es aber sicher für Tier und Mensch ist, soll das Wagenrad mit Metallstreben verstärkt werden. Der örtliche Schmied hilft dabei. Am kommenden Montag findet nach jetzigen Planungen der nächste Arbeitseinsatz statt. "Dann kann der Storch kommen. Und wenn er im Herbst wieder weg ist, holen wir das Nest herunter", informiert Gudrun Schmädicke. Dann werde das Wagenrad erneuert. Und dann komme auch ein neues Nest oben drauf.

"Da wollen wir uns vorher aber Hinweise und Tipps von Experten holen", versichert Thomas Tavernier, denn ein Nest dieser Größe mal eben selbst zu bauen, das traut sich in Lawitz keiner zu. "Vielleicht gibt es ja auch vorgeflochtene Nester", hofft die Lawitzer Bürgermeisterin.

Wenn Sie in den kommenden Wochen oder Monaten Störche in der Region entdecken, rufen Sie uns bitte an, oder schreiben Sie uns an eisenhuettenstadt-red@moz.de

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