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Landschaftstag der Barnimer Feldmark bringt Akteure und Wissenschaftler zusammen

Expertenrunde
100 Projekte am Wegesrand

Neues Auto: Per Elektro-Auto geht es künftig durch die Feldmark. Vorstand und Helfer des Vereins in Ahrensfelde
Neues Auto: Per Elektro-Auto geht es künftig durch die Feldmark. Vorstand und Helfer des Vereins in Ahrensfelde © Foto: Sergej Scheibe
Andrea Linne / 11.03.2019, 06:45 Uhr
Ahrensfelde (MOZ) In spannenden Vorträgen, aber auch mit Diskussionen, erläutern die etwa 70 Teilnehmer das Thema "Klima und Landschaft Verwalten-Anpassen-Gestalten". Was zunächst recht trocken klingt, hat ganz praktische Ansätze und Auswirkungen.

"Wir müssen vieles langfristig angehen", macht der Vorsitzende des Regionalparks Barnimer Feldmark deutlich. So habe allein der Park Tiefensee von der ersten Idee im Jahr 2007 bis zur Umsetzung 2017 reifen müssen. Ähnlich sieht Jeran das auch mit der aktuellen Diskussion um einen Rundwanderweg um Schwanebeck. "Durchhalten statt durchsetzen ist unsere Maxime", auch dafür stehe der Verein. Akteure zu vernetzen und mit Entscheidern zusammenzubringen sei der Denkansatz des 23. Landschaftstags. 44 000 Hektar Fläche umfasst der Regionalpark, der von den Berliner Randbezirken Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg bis nach Altlandsberg oder Sydower Fließ reicht. Zehn Mitarbeiter, meist ehrenamtlich, stehen am Sonnabend bereit, um die Gäste zu umsorgen.

Dazu gehört auch der 1. Beigeordnete des Kreises Barnim, Holger Lampe. Er kennt die Fragen der Bodenbewirtschaftung als Landwirt. Mit 80 000 Euro jährlich würden Projekte in der Feldmark vom Kreis unterstützt. Der Landschaftsrahmenplan Barnim, der gemeinsam mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde erarbeitet wurde, finde vor Ort in den Teilräumen seine Bestätigung.

Winfried Gehrke (CDU), Bürgermeister von Ahrensfelde, betont, dass das Umdenken eingesetzt habe. Die Gemeinde, die 1990 nur 5000 Einwohner hatte, ist auf 13 700 Bewohner gewachsen. Gerade komme eine zweite große Zuzugswelle in Gang, deren mögliche Bewältigung aus der gemeinsamen Entwicklungsachse mit Werneuchen erwachse. 40 000 Euro stünden im Haushalt für neue Obstbäume, Blühwiesen oder das Mäandern der Wuhle bereit. Als Landwirt wisse er: "Regenwasser muss in der Region gehalten werden."

Starkregenereignissen zu begegnen, den Klimawandel anzunehmen und umzudenken, das ist auch Ziel des Pilotmodells Bernau.Pro.Klima, das Maren Michaelsen vorstellt. Künftige Planungen sollen ökosystembasiert erfolgen, konkrete Vorhaben wie Waldumbau oder die Aufwertung von Stadtgrün gemeinsam mit den Protagonisten vor Ort realisiert werden.

Kreisübergreifend haben sich Planer Thomas Wude und Ingenieur Frank Nowak zusammengetan. Sie wollen  überregionale Wander- und Radwegeverbindungen touristisch aufwerten. 100 Projekte vom Krämer Forst in Oberhavel über das Landschaftsschutzgebiet Gamensee zwischen Hirschfelde und Neugersdorf bis zum Borgsee zwischen Weesow und Börnicke haben sie untersucht und konkrete Handlungshinweise abgeleitet. So erhalte der Borgsee, der von einst 3750 Quadratmetern auf knapp 700 geschrumpft sei, höchste Priorität, um Regenwasser aufzunehmen und Überflutungen abzupuffern.

Auf den vier Kilometern Plattenweg zwischen Börnicke und Weesow müssten dringend Obstbäume gepflanzt werden, um Windschutz und Schatten zu bieten. Dem Erhalt von Fließgewässern komme generell besondere Bedeutung zu.

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