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Autobahnbrücke
Bärenklauer arrangieren sich mit Dorfteilung

Die Autobahnunterführung in Bärenklau ist seit einem Monat gesperrt.
Die Autobahnunterführung in Bärenklau ist seit einem Monat gesperrt. © Foto: Marco Winkler
Marco Winkler / 11.03.2019, 13:19 Uhr
Bärenklau (MOZ) Seinem Monat zerteilt die gesperrte Autobahnbrücke in Bärenklau den Ort. Der Dorfkern ist vom Bahnhof abgeschnitten, Schulbusse und Autofahrer müssen Umwege in Kauf nehmen. Doch die Bärenklauer scheinen mit den Einschränkungen umgehen zu können.

"Das ist dann eben so", sagt Ortsvorsteherin Gundula Klatt (BfO) auf Nachfrage. "Wir sehen das jetzt ganz pragmatisch." Das Wort "jetzt" spielt in dem Ortsteil von Oberkrämer eine große Rolle. Denn die für den Autobahnausbau zuständige Havellandautobahn GmbH hatte das Brückenbauwerk schon im Dezember für Pkw und Radfahrer sperren lassen, nur Baumaschinen kamen noch durch die A10-Unterführung. Das hatte nicht nur die Bärenklauer verärgert.

Der Landkreis schaltete sich wegen der fehlenden Bautätigkeit ein. Mitte Januar ordnete die kreisliche Verkehrsbehörde die Aufhebung der Sperrung an. Einige Bärenklauer sprachen von einer Brücken-Posse. Seit einem Monat gilt die Sperrung am Wendemarker Weg erneut. "Der Brückenabriss hat begonnen. Das verstehen die Leute", so die Ortsvorsteherin über den sich rar machenden Unmut im Dorf. "Die meisten akzeptieren es, haben sich damit arrangiert." Damit sind auch die Zeiten der Schleichwege durch das Bauwerk vorbei. Die Bärenklauer müssen nun einige Kilometer weiter über Vehlefanz fahren, um auf der anderen Autobahnseite zurück Richtung Bärenklau zu ihrem Bahnhof zu gelangen. Auch die Linienführung der OVG-Busse wurde angepasst.

In der Vehlefanzer Nashorn-Grundschule sorgte das für Kritik. Seit der ersten Sperrung im Dezember können die Busse der Linie 812 die Schüler nicht mehr direkt an der Schule absetzen. Sie müssen Am Anger aussteigen und die viel befahrene Lindenallee queren. Ordnungsamt und Polizei beobachteten die Situation, eine temporäre Tempo-30-Zone wurde installiert.

Mittlerweile sind die sorgenvollen Stunden vorbei. "Es hat sich eingepegelt", sagt Schulleiterin Manuela Schulz. Die Kinder hätten sich an den neuen Schulweg gewöhnt. "Hin und wieder gibt es noch kleinere Verhaltensschwierigkeiten, wenn sie auf Brüstungen klettern. Daran müssen wir noch arbeiten." Die Brüstung sichert die enge Kurve an der Ecke Lindenallee/Bärenklauer Straße ab. Trotzdem fehle laut Manuela Schulz ein weiterer 800er-Bus. "Kinder, die nach der vierten Stunde Schluss haben, müssen sonst eine Stunde auf den nächsten Bus warten."

Die Brücke in Bärenklau soll bis Mitte 2020 gesperrt bleiben. Ebenfalls Widerstand rief die geplante Brecheranlage hervor, die neben der Brücke errichtet werden soll. Laut Gundula Klatt stehe die Genehmigung zwar aus. Sie sei aber wahrscheinlich. "Es ist schließlich eine Bundesmaßnahme", sagt sie. Anwohner fürchten erneut eine Lärmbelästigung.

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