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Die Sanierung des Gotteshauses kostet 130 000 Euro / Zehn Jahre sammelte die Kirchengemeinde Spenden

Sanierung
Heinersdorfer Kirchenbau startet

Baustartandacht: Mit Worten aus dem Lukasevangelium gab Pfarrerin Rahel Rietzl (rechts) am Sonntag den Startschuss für die Innensanie­rung der Heinersdorfer Kirche. Zehn Gemeindemitglieder halfen, den Altar abzuräumen.
Baustartandacht: Mit Worten aus dem Lukasevangelium gab Pfarrerin Rahel Rietzl (rechts) am Sonntag den Startschuss für die Innensanie­rung der Heinersdorfer Kirche. Zehn Gemeindemitglieder halfen, den Altar abzuräumen. © Foto: Stefanie Ender
Stefanie Ender / 11.03.2019, 21:49 Uhr
Heinersdorf (MOZ) Ganze zehn Jahre lang warten die Heinersdorfer nun schon darauf, dass die Sanierung ihrer Kirche beginnt. Mit einer Andacht gab Pfarrerin Rahel Rietzl am Sonntag den Baustart frei. Damit kommt das 130 000 Euro teure Vorhaben jetzt ins Rollen.

"Schön, dass es endlich los geht. Wir haben lange gewartet", sagt Rahel Rietzl, Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Heinersdorf. Mit diesen Sätzen spricht sie für ihre Gemeinde, in der sie nun knapp fünf Jahre Pfarrerin ist. Ihre Schützlinge beschäftigt die Kirchensanierung schon länger. Vor zehn Jahren wurden die ersten Spenden für das Innere des Gotteshauses gesammelt.

Denn 50 000 Euro der insgesamt 130 000 Euro Baukosten trägt die Heinersdorfer Kirchengemeinde selber. Unterstützt wird sie dabei durch den Heinersdorfer Verein Denk-mal-Kultur und den Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg. Etwa 15 000 Euro, die derzeit über ein Darlehen finanziert werden, fehlen der Gemeinde noch. Zuschüsse in Höhe von 80 000 Euro gibt es vom Evangelischen Kirchenkreis Oderland-Spree, von der Brandenburgischen Landeskirche und vom Landkreis Oder-Spree.

"Für diejenigen, die nicht an der Planung beteiligt sind, wirkt ein Zeitraum von zehn Jahren lang", sagt Rietzl, die die dreijährige intensive Planungsphase betreut hat. Gelder mussten gesammelt, eine Baufirma musste gefunden werden. Wichtig waren auch ästhetische Fragen: "Kirchen sind Räume für Generationen. Wenn wir hier eine Sanierung planen, dann dürfen wir nicht nur an unsere Generation denken", erklärt die 34-jährige Theologin.

Mit Worten aus dem Lukasevangelium eröffnete sie die Baustelle am Sonntagnachmittag. Denn Baustellen seien wie das Leben: "Es gibt immer wieder Veränderung. Deshalb ist es wichtig, eine gute Grundlage zu haben", so Rietzl, die die Grundlage für diesen Bauplatz in einer guten Planung sieht. Im Anschluss an die 20-minütige Andacht konnten die zehn Anwesenden noch einmal die Orgel spielen hören, bevor diese unter einer Bauplane verschwinden wird.

Danach trugen die zehn freiwilligen Helfer gemeinsam mit Rietzl sämtliche Altargegenstände in die Gemeinderäume. "Der Taufstein und das Podest mit dem Rednerpult sind sehr massiv", sagt die Pfarrerin. Daher müssten diese Gegenstände von der Baufirma selbst entfernt werden. "Ich freue mich, dass trotz Nieselwetters und eines Trauerfalls in der Gemeinde Freiwillige gekommen sind", sagt die Geistliche, die jeden Moment die ersten Arbeiter erwartet.

Sollte die Kirchsanierung wie geplant abgeschlossen sein, könnte im Sommer schon der erste Gottesdienst im neu verputzten Kirchenraum stattfinden. "Ich bin gespannt, wie der Farbton tatsächlich im Raum wirkt", sagt Rietzl. Angelehnt an das Aussehen der Kirche im Jahr 1764 wird in einem beige-rötlichen Farbton gestrichen.

Die fest eingebauten Holzemporen werden renoviert, genauso wie der alte Steinfußboden. Auch die Bestuhlung wird erneuert. Dafür ist fast alles vorbereitet. Am Mittwoch wird ein Tischler kommen und die Innentüren entfernen. Diese werden in einer Werkstatt überarbeitet. Die Orgel und der Altarraum müssen noch abgedeckt werden. Eine Entweihung der Kirche sei nicht notwendig gewesen, sagt Rietzl, die schon das nächste Ziel anvisiert: die Restaurierung des Altars.

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