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Ahrensfelder Seniorenangebote sind beliebt / Einige Leute aus den Nachbarorten neidisch

Kultur
Da geht die Post ab

Kerstin Ewald / 12.03.2019, 06:00 Uhr
Ahrensfelde (MOZ) Ahrensfelde. Die Stimmung bombig, die Post geht ab. Die Ahrensfelder Senioren-Kulturangebote sind äußerst beliebt. Und welches Rezept steht dahinter? Ein hochwertiges Programm, ein verbindliches Team von Ehrenamtlichen und jede Menge Zuwendung.

"Wir sind die Generation, die sich beim Tanzen noch berührt", kommentiert ein Besucher, der noch am Kaffeetisch sitzt, während an die dutzend Paare schon übers Parkett des Saals im Ahrensfelder Ortsteilzentrums schwärmen. Auch Reinhard Staroske dreht mit seiner Frau Helga Staroske auf der Tanzfläche einige Runden. Wenn sie nicht gerade reisen oder großelterliche Pflichten erfüllen, kommen sie gerne ins Ortsteilzentrum. Die beiden schätzen auch die hochkarätigen Kabarettprogramme – die "Distel" oder "Ausbilder Schmidt" hatte die Kultur-AG schon nach Ahrensfelde geholt.

"Kreuz & Quer" heißt ­­­­­­die Band, die an diesem Donnerstag spielt. Gitarrist Peter Lesser und Keyboarder André Dabelow haben Gastsängerin Sabine dabei. Sie spielen alte Schlager, aber die "groovy-funky". Ingrid Iwa, Seniorenkoordinatorin von Ahrensfelde, klappert mit ihrem Mann oft andere Konzerte ab, um für die Tanznachmittage Musiker zu finden, die richtig einheizen können. Diesmal hat sie wieder eine Band gefunden, die nach dem Kaffeetrinken nicht lange bitten muss, um die ersten Paare auf die Tanzfläche zu locken. Auch Bürgermeister Wilfried Gehrke und Hannelore Pruschke sind beim ersten Walzer mit dabei.

Seit 2004 engagierte sich Ingrid Iwa in Ahrensfelde unter anderem in der Kulturarbeit für Senioren. "Wir haben mit kleinen Kaffeekränzchen angefangen", erinnert sich die zierliche Dame, aber die Angebote haben sich über die Jahre wirklich gemausert." 2013 hatte Bürgermeister Gehrke dann gefragt, ob sie die Koordination der Seniorenangebote übernehmen möchte – freilich ehrenamtlich. Da ihr Herz damals schon besonders für die Älteren schlug, sagte sie zu. Vier Tanztermine und ein Konzert organisiert sie nun jährlich – zusammen mit einem großen Team von Unterstützern. "Auf die kann ich mich immer verlassen", beteuert Ingrid Iwa. Der älteste Helfer ist 82. Wer mal nicht kann, ruft an und entschuldigt sich." Verbindlichkeit ist in diesem Netzwerk groß geschrieben, das merkt man der Atmosphäre auch an diesem Nachmittag an.

Das vielfältige Programm für die Ahrensfelder Senioren gestalten aber auch maßgeblich die Koordinatoren der einzelnen Ortsteilgruppen. Jeder Ort richtet zweimal im Jahr Treffen in der Begegnungsstätte, dem kleineren Raum des Ortsteilzentrums Ahrensfelde, aus. Jedes Jahr im Oktober werden die neuen Termine "ausgewürfelt". Vielleicht ist die Seniorenarbeit einer der Bereiche, in denen die Synergieeffekte der Amtszusammenlegung besonders gut sichtbar sind?

Als Gemeindevertreterin und eine, die sich seit Langem in Vereinen und Gremien engagiert, trifft Ingrid Iwa überall im Ort auf bekannte Gesichter. Beim Einkaufen spricht sie Senioren an und lädt sie zu den nächsten Veranstaltungen ein. "Ich versuche gerade Alleinstehenden die Hemmungen zu nehmen", meint sie. Die neuen Besucher der Zusammenkünfte platziert sie so, dass sie möglichst gut aufgenommen werden. Es macht ihr Spaß, sich zu kümmern und viele Ältere bringen ihr dafür Vertrauen entgegen. Manche klingeln an Ingrid Iwas Haustür, wenn sie Unterstützung bei kleineren oder größeren Problemen brauchen.

Auch Ria Kosma und Egbert Kosma, die im Herbst Goldene Hochzeit feierten, kommen gerne zu den Ahrensfelder Tanznachmittagen. Ria Kosma besucht zudem die bis zur letzten Matte belegte Sportgruppe im Ortsteilzentrum. "In Ahrensfelde wird viel für die Senioren gemacht", findet die Dame. "Wir können uns wirklich nicht beklagen, manche Bekannte von außerhalb beneiden uns richtig."

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