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Gemeinde legt 15 Wiesen zum Pflanzen- und Insektenschutz an / Anwohner beteiligen sich

Umwelt
Ahrensfelde will neu erblühen

Vorboten des Frühlings: Auf verschiedenen Flächen will die Gemeinde Ahrensfelde in diesem Jahr Blühwiesen anlegen beziehungsweise durch selteneres Mähen zulassen. Diese Schneeglöckchen wachsen im Blumberger Lenné-Park. Auch hier sollen neue Insektenparadiese entstehen.
Vorboten des Frühlings: Auf verschiedenen Flächen will die Gemeinde Ahrensfelde in diesem Jahr Blühwiesen anlegen beziehungsweise durch selteneres Mähen zulassen. Diese Schneeglöckchen wachsen im Blumberger Lenné-Park. Auch hier sollen neue Insektenparadiese entstehen. © Foto: Sergej Scheibe
Kerstin Ewald / 15.03.2019, 06:30 Uhr
Ahrensfelde (MOZ) Selten gibt es Themen im Bauausschuss, über die sich alle Sitzungsteilnehmer einfach nur freuen. Die in Ahrensfelde geplanten Blühwiesen scheinen so ein Punkt zu sein. Insektenparadiese im Umfang von 40 0000 Quadratmetern will die Gemeinde über die Ortsteile verteilt anlegen.

Nachdem vor zwei Wochen eine Veranstaltung zum Thema Blühwiesen im Ortsteilzentrum überwältigenden Anklang bei den Ahrensfeldern gefunden hatte, präsentiert nun Josefine Wahl, in der Ahrensfelder Verwaltung zuständig für Infrastruktur und Umwelt, eine Liste mit 15 Vorschlägen. Die eine der beiden flächenmäßig mit Abstand größten Wiesen liegt am Ahrensfelder Mohnblumenweg und verläuft dort entlang der Bahnlinie. Die Fläche war bereits 2018 als Blühwiese vorgesehen und behandelt worden. Leider hatten die Mitarbeiter eines Subunternehmens der Deutschen Bahn die Widmung der Brache wohl nicht erkannt, und an der Ecke zur Bahnstraße ihr Material abgelagert. Der Lapsus ist inzwischen bereinigt.

"Während wir die blühenden Pflanzen an vielen Stellen einfach nur dadurch fördern, indem wir sie seltener mähen, wollen wir an der Bahn eine Blühwiese extra anlegen. Dafür müssen wir zuerst einmal den Boden bearbeiten",  erklärt die Fachfrau von der Verwaltung. Schon in wenigen Wochen soll dort eine Tieffräse zur schonenden Vorbereitung der Aussaat vorfahren.

Die Kosten für den renaturierten Grünstreifen am Mohnblumenweg belaufen sich auf rund 21 500 Euro, mehr als die Hälfte des für das laufende Jahr insgesamt eingeplanten Budgets für das Projekt. Damit dieses auch gelingt, falls der nächste Sommer wieder trocken wird, hat die Gemeinde sich bereits einen Tankaufsatz für ein bereits vorhandenes multifunktionales Einsatzfahrzeug bestellt. Im letzten Jahr hatte eine Testpflanzung mit Blühwiesenmatten stark unter der Dürre gelitten.

Auch Hundekot im Übermaß und ständiges Betreten machen, wie im Ahrensfelder Wuhlepark beobachtet werden musste, macht den Neupflanzungen zu schaffen. Die Spannung zwischen Naturschutz und dem berechtigten Anliegen der Spaziergänger, die Natur zu genießen, will die Gemeinde zumindest am Mohnblumenweg mit gemähten Trampelpfaden lösen.

Unzählige Menschen setzen sich seit Jahrzehnten für den Naturschutz ein, nun scheint das Thema tatsächlich in den Verwaltungen angekommen. Bei vielen wächst das Bewusstsein darüber, wie Abhängigkeit die Menschheit doch von Flora und Fauna ist. Und dabei geht es nicht nur um die Schönheit. Vielmehr ist der Erhalt bedrohter Arten das Hauptmotiv bei den jetzigen Vorstößen. Die gefährdeten Wildbienen beispielsweise, die – so wurde bei der Ahrensfelder Veranstaltung Anfang März erklärt – erbringen 95 Prozent der gesamten Bestäubungsleistung in unseren Breiten. Viele Ahrensfelder, wie beispielsweise auch Frank Schulze aus der Ulmenallee, sind bereit, bei der Neuausrichtung der Landschaftsgestaltung mit anzupacken, Patenschaften für einzelne Wiesen oder auch Insektenhotels zu übernehmen.

Die der Fläche nach größte Blühwiese soll ab Herbst an der Freienwalder Chaussee auf 9600 Quadratmetern entlang des dortigen Radweges angelegt werden. "Echte Naturschutzarbeit ist das, die da geleistet wird", lobte zum Beispiel Jochen Wünsche, der als Sachkundiger Einwohner für Bündnis 90/Die Grünen im Bauausschuss sitzt und auch beim Naturschutz mit Hand anlegt, Aber das sei jetzt nur ein Anfang. Die Bemühungen seien noch weiter ausbau-fähig.

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